Bevor sie jetzt sagen, wir verglichen Äpfel mit Birnen – ja, zugegeben, tun wir. Doch wie oft schwanken Interessenten eines Neuwagens zwischen verschiedenen Segmenten und Antriebsarten, sind unentschlossen, lassen sich treiben von diversen Eindrücken und haben nur einen festen Angelpunkt: das Budget. Wir setzen das Limit bei etwa 30.000 Euro netto, knapp drüber geht auch noch klar. Es soll ein Funktionsauto mit genügend Platz sein, SUV ist weder gesetzt noch ausgeschlossen – nun ist es ein SUV und zwei mehr oder weniger Crossover geworden. Bei den Antrieben herrscht Unsicherheit, viele Kunden sind mittlerweile zögerlich und wissen nicht, auf welches Pferd man setzen soll angesichts immer wieder diskutierter Fragen angesiedelt irgendwo zwischen Fahrverbot und Förderung.

Unsere drei hier besprochenen Kandidaten fallen allesamt zumindest mit ungewöhnlichen Motorkonzepten auf, sofern man den batterieelektrischen Antrieb wie beim Mazda MX-30 noch nicht als konventionell erachtet. Auch wenn er sich langsam etabliert, dürfte das Gros der Autofahrer noch keine Bekanntschaft mit ihm gemacht haben.

Exotisch mutet der ab netto 29.403 Euro kostende und mit vielen Assistenten (darunter auch aktiver Tempomat) sowie LED-Scheinwerfern und Sitzheizung ausstaffierte Vollhybrid Subaru Forester an. Mit einem für dieses Antriebssegment gar nicht so starken E-Motor (knapp 17 PS) kombiniert mit einem zwei Liter großen Vierzylinder-Boxer-Benziner (150 PS) plus CVT, also einer stufenlosen Automatik, klingt er zumindest proper motorisiert.

Äußerlich ist der Subaru der größte hier im Trio, misst 4,63 Meter in der Länge und geht damit schon fast als Mittelklässler durch. Dagegen sind der 145 PS starke, rein elektrische Mazda MX-30 sowie der 186 PS starke CX-30 mit rund 4,40 Metern Länge klar im Kompaktsegment unterwegs, können es aber in puncto Radstand dank vorteilhaften Packagings locker mit dem Subaru aufnehmen – 2,66 zu 2,67 Meter. Damit ist den Passagieren hier wie dort eine großzügig geschnittene zweite Reihe mit viel Kniefreiheit garantiert. Beim Einladen von Gepäck schlägt die Stunde des Forester, CX- und MX-30 glänzen dafür im urbanen Raum, denn sie kommen mit kleineren Parklücken aus.

Wer sich für ein batterieelektrisches Auto entscheidet, muss das aktuell ganz klar wollen. Denn angesichts der heutigen Situation bei Akku und Lademöglichkeit ist dessen Betrieb noch mit mehr Planung verbunden als jener des Verbrenners. Wir haben mit dem MX-30 trotz kleiner Batterie von lediglich 35,5 kWh durchaus die eine oder andere längere Strecke zurückgelegt – gelingt dank CCS-Schnellladesystem mit Gleichstrom prinzipiell auch. Mit der richtigen Ladekarte und ein bisschen Geduld kann man auf diese Weise quer durch die Republik rollen. Wer regelmäßig lange Strecken zurücklegt, wird die zusätzlich benötigte Zeit für das Aufladen aber eher anders verleben wollen, was ja auch legitim ist.

Elektrisches Fahrgefühl ohne externe Stromzufuhr geht mit einem Vollhybriden. Was war das gleich noch einmal? Ja, die Spezies der Vollhybriden stirbt aus, denn erstens sind die Modelle nicht förderfähig und zweitens rangiert der Kraftstoffverbrauch beim Benzin-Hybriden nicht zwingend auf Diesel-Level. Dennoch sprechen manche Dinge für den Vollhybriden. Er ist dadurch gekennzeichnet, dass er im Gegensatz zu mild elektrifizierten Antrieben alleine mit dem E-Motor fahren kann. Klappt auch beim Forester ganz gut, der stets elektrisch kriecht, wenn man den Fuß von der Bremse nimmt. Dadurch bekommt der Antriebsstrang eine geschmeidige Komponente; steigt die Leistungsanfrage, gesellt sich der feine Boxer dazu, um den 1,7-Tonner souverän anzutreiben. Rucke beim Schalten bleiben aus, das stufenlose Getriebe verändert die Übersetzung kontinuierlich. Allerdings simuliert der Automat Stufen, um den Gummiband-Effekt zu vermeiden. Mit der Effizienzklasse B ist der Forester recht genügsam unterwegs, liegt bei 6,7 Liter Kraftstoff je 100 Kilometer gemittelt.

Der große Permanent-Allradler ist ein zurückhaltender Alleskönner, bietet viel Platz für seine Passagiere und jede Menge Komfort. Letzterer drückt sich nicht nur in Form üppigen Raums aus, sondern auch durch ein harmonisch-kommodes Fahrwerk und komfortable Sitze. Auch beim Thema Assistenz und Infotainment ist der aktuelle Forester stark. Zahlreiche autonome Bremsfunktionen hat er drauf, so dass drohende Kollisionen abgewendet werden.

Kommen wir kurz noch einmal auf den MX-30 zurück, der mit seinen gegenläufigen Türen und dem generell progressiven Design ein Blickfänger ist. Wer vor dem Aufladen und generell auch vor der Suche nach Ladesäulen keine Scheu hat, wird mit einem souveränen Antrieb verwöhnt. So ansatzlos wie das E-Triebwerk den MX-30 in Fahrt bringt, ist das in dieser Preisklasse eben nur bei Stromern möglich. Das liegt nicht nur am schnell verfügbaren Drehmoment, sondern auch daran, dass keine Verzögerung durch Übersetzungswechsel entsteht – denn es gibt schlicht nur eine Übersetzung. Kostenpunkt MX-30: netto 28.983 Euro, von denen ja noch 9.000 Euro Förderprämie abgezogen werden dürfen. Außerdem ist insbesondere für Dienstwagen-Fahrer nicht zu verachten, dass sie nur ein Viertel des Bruttolistenpreises pauschal versteuern müssen, um unbegrenzt privat fahren zu dürfen. Brocken wie LED-Scheinwerfer, Navi, Rückfahrkamera und Tempomat mit adaptiver Steuerung sind übrigens serienmäßig.

Bleibt der Mazda CX-30 als kompaktes SUV oder Crossover, wie man es auch immer nennen mag – es tritt hier mit konventionellem Antrieb an, zumindest auf den ersten Blick. Doch die Version mit Skyactiv X-Motor (ab netto 22.933 Euro) mit zwei Litern Hubraum und 186 PS ist alles andere als ein Oldschool-Verbrenner. Das Aggregat arbeitet analog zum Dieselprinzip mit hohem Luftüberschuss und einer entsprechend mageren Verbrennung. Demnach entzündet sich das Benzin-Luft-Gemisch je nach Lastzustand und Modus von selbst durch die Kompressionswärme. Zündkerzen besitzt der Vierzylinder dennoch, um während des Verdichtungstakts ein weniger mageres Gemisch fremdzuzünden. Letzteres erfolgt, um einen Druckanstieg im Zylinder herbeizuführen, der dann letztlich den Ausschlag für die Kompressionszündung gibt. Der HCCI-Motor verfügt zudem über einen Kompressor, damit stets genügend Luft zur Verfügung steht.

Bleibt interessant, wie sich ein so genannter Benzin-Selbstzünder, auch als „Diesotto“ bekannt, nun anfühlt. Ganz einfach: wie ein konventioneller Saugbenziner. Er läuft kultiviert, klingt nach typischem Vierzylinder-Ottomotor und macht erst ab höheren Drehzahlsphären Laune. Andererseits gibt es keine Anfahrschwäche, weil der Zweiliter sein Drehmoment recht Linear aufbaut. Um den Verbrenner zu unterstützen, steuert ein Riemen-Startergenerator rund 5 kW zu. Mit etwas mehr als acht Sekunden Beschleunigungswert von 0 auf 100 km/h (variiert leicht je nach Version mit Allrad- oder Frontantrieb) ist der Mazda CX-30 der performanteste hier im Vergleich (Mazda MX-30 und Forester benötigen hierfür 9,7 respektive 11,8 Sekunden) – kein Wunder, ist er der stärkste und leichteste Vertreter im Trio mit weniger als 1,5 Tonnen als Fronttriebler und etwas darüber als 4x4. Der schwerste ist der MX-30 vor allem wegen seiner Batterie mit mehr als 1,7 Tonnen, während der über 20 Zentimeter längere Forester den MX-30 in puncto Leermasse unterbietet – er bleibt nämlich knapp unter 1,7 Tonnen.

Mit serienmäßigen Features wie Autonombremsung inklusive Fußgänger- und Radfahrer-Erkennung, Head-up-Display, LED-Scheinwerfern, Navigationssystem, Parkpiepsern und Tempomat mit adaptiver Steuerung ist dieser Mazda übrigens proper ausgestattet. Ein Sechsgang-Wandlerautomatikgetriebe gibt es gegen 1.681 Euro netto Aufpreis.

Fazit: Die drei hier beschriebenen Fahrzeuge mit völlig unterschiedlichen alternativen Antriebs- aber auch Karosseriekonzepten bereiten auf ihre Weise viel Fahrspaß und machen einen erwachsenen Eindruck, was insbesondere beim großen Forester auch erwartbar ist. Der Verbrauch des SUV mit permanentem Allrad fällt mit 6,7 Litern kombiniert zurückhaltend aus, zumal er ein wirklich großzügig geschnittenes Auto ist. Mazda beziffert den Konsum seines „CX-30 e-Skyactiv-X“ mit schmalen 4,9 bis 5,6 Litern, allerdings fällt dieser mit 4,40 Metern (der Forester misst 4,63 Meter) viel kürzer und flacher – 1,54 zu 1,73 Metern – aus, wirkt aber dennoch allroundfähig dank großzügiger Platzverhältnisse. Der elektrische MX-30 ist auf kürzeren Strecken sicherlich einfacher handzuhaben. Wer das hübsche Designerstück dennoch gerne auch auf der Langstrecke bei sich hätte, muss fleißig nachladen – dank Schnelllademöglichkeit per CCS-Stecker mit mehr als 50 kW muss man aber nicht stranden bei der Reise quer durch Deutschland. Dagegen wirken Subaru Forester und Mazda CX-30 geradezu klassisch und konventionell. Schön, wenn man die Auswahl hat.