Recht

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Direktionsrecht versus Pazifismus: Keine berechtigte Verweigerung, eine Tram-Bahn mit Bundeswehr-Werbung zu fahren

<p>Das Arbeitsgericht München hat am 20.05.2026 in einem Rechtsstreit entschieden, dass ein Tram-Bahnfahrer nicht aufgrund einer von ihm angeführten Gewissensnot dazu berechtigt ist, das Fahren einer Tram mit Bundeswehr-Werbung zu verweigern.</p>

Recht

Dichtes Auffahren im Straßenverkehr als strafbare Bedrohung und Nötigung?

<p>Wegen Bedrohung gemäß § 241 Abs. 1 StGB macht sich nur derjenige strafbar, der die Begehung einer hinreichend bestimmten rechtswidrigen Tat in Aussicht stellt. Hiervon zu unterscheiden sind auch Ankündigungen, die nicht als objektiv ernst zu nehmende Bedrohung mit einer rechtswidrigen Tat anzusehen sind, sowie bloß situationsbedingte Beschimpfungen und Beleidigungen zu unterscheiden. Ob ein dichtes Auffahren im Straßenverkehr den Tatbestand der Nötigung erfüllt, hängt entscheidend von der Intensität der Einwirkung im Einzelfall ab; notwendig ist hierfür regelmäßig eine Zwangswirkung von gewisser Dauer.&nbsp;</p>

Recht

Fahrt eines Kleintransporters in Fußgängerzone: Halterhaftung versus Aufsichtspflicht

<p>Nach dem strengen Sorgfaltsmaßstab des § 3 Abs. 2a StVO muss eine Gefährdung der besonders geschützten Personen ausgeschlossen sein. Die Fahrt eines Kleintransporters in einer Fußgängerzone genügt trotz Schrittgeschwindigkeit diesen Anforderungen jedenfalls dann nicht, wenn ein Spielplatz in unmittelbarer Nähe ist und deshalb mit der Anwesenheit weiterer Kinder auf der Fahrbahn gerechnet werden muss. In solchen Fällen ist das Fahrzeug ggf. anzuhalten und zu kontrollieren, ob der Weg wirklich frei und eine Gefährdung von Kindern ausgeschlossen ist.</p>

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Aktuelles Magazin

Ausgabe 3/2026

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Fehlerhafte Restwertermittlung: Anspruch des Kfz-Haftpflichtversicherers gegen Kfz-Gutachter

<p>Ein Haftpflichtversicherer ist in den Schutzbereich des zwischen dem Sachverständigen und der Geschädigten geschlossenen Werkvertrags über die Erstellung eines Kfz-Schadensgutachtens einbezogen und kann dementsprechend Schadensersatz beanspruchen, wenn der Sachverständige vertragliche Pflichten verletzt hat. Eine korrekte Restwertermittlung setzt grundsätzlich die Einholung dreier verbindlicher Angebote auf dem allgemeinen regionalen Markt voraus, wobei dies nicht ausreicht, wenn Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass die eingeholten Angebote offenkundig falsch sind.&nbsp;</p>

Recht

Errichtung einer Fahrradstraße

<p>Die Anwendbarkeit des § 45 Abs. 1b Satz 1 Nr. 5 Alt. 2 StVO setzt ein tragfähiges städtebauliches Verkehrskonzept der Gemeinde, zumindest im Sinne einer allgemeinen Zielvorgabe voraus. Ein Radverkehrskonzept in Verbindung mit einem Fahrradstraßenkonzept genügt diesen Anforderungen nicht, wenn die Konzepte jede nachvollziehbare Darlegung vermissen lassen, dass sich bei der Konzepterstellung auch mit den möglichen Verlagerungseffekten auseinandergesetzt wurde, die durch die infolge der Umsetzung des Radverkehrsnetzes geänderten Verkehrsführungen auftreten können.</p>

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Recht

Trennungsvermögen zwischen Cannabiskonsum und Autofahren

<p>Nach Nr.&nbsp;9.2.1 der Anlage 4 zur FeV ist ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen, wer das Führen von Fahrzeugen und einen Cannabiskonsum mit nicht fernliegender verkehrssicherheitsrelevanter Wirkung nicht hinreichend sicher trennen kann. Nach Nr.&nbsp;9.2.2 der Anlage 4 zur FeV ist die Fahreignung wieder gegeben, wenn der Cannabismissbrauch beendet ist. Es ist ein medizinisch-psychologisches Gutachten beizubringen, wenn nach dem ärztlichen Gutachten zwar keine Cannabisabhängigkeit, jedoch Anzeichen für Cannabismissbrauch vorliegen oder sonst Tatsachen die Annahme von Cannabismissbrauch begründen.&nbsp;</p>

Recht

Fehlende Kraftfahreignung bei missbräuchlicher Einnahme von Medizinal-Cannabis

<p>Von einer missbräuchlichen Einnahme von Medizinal-Cannabis im Sinne der Nummer 9.4 der Anlage 4 der FeV ist auszugehen, wenn eine eindeutige, d. h. hinreichend bestimmte und konsistente Verschreibung des Medizinal-Cannabis durch einen Arzt fehlt. Ein Eignungsmangel liegt auch vor, wenn das Medizinal-Cannabis in zu hoher Dosis eingenommen wird oder der Betroffene sich von verschiedenen Ärzten verschiedene psychoaktiv wirkende Arzneimittel verordnen lässt, ohne dass die Ärzte hierüber informiert sind.</p>

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BAG zu Privatnutzung eines Dienst-Pkw und Berechnung des pfändbaren Einkommens

<p>Eine Vereinbarung über die private Nutzungsmöglichkeit eines betrieblichen Fahrzeugs ist nach § 134 BGB in den Monaten - insgesamt - nichtig, in denen der Wert des Sachbezugs entgegen § 107 Abs. 2 Satz 5 GewO die Höhe des pfändbaren Teils des Arbeitsentgelts übersteigt. Dies hat zur Folge, dass der unteilbare Sachbezug in diesen Monaten die Vergütungsansprüche nicht erfüllen und der Arbeitnehmer eine Geldzahlung in Höhe des Sachbezugswerts - ein Prozent des Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung - beanspruchen kann.</p>

Recht

Kein Werbungskostenabzug für Aufwendungen bei Dienstreisen mit Privatwagen

<p>Aufwendungen für Dienstreisen mit dem Privatwagen sind in der Regel unangemessen und deshalb in voller Höhe nicht als Werbungskosten zu berücksichtigen, wenn der Steuerpflichtige über einen Firmenwagen verfügt und ihm bei dessen Nutzung keine Fahrtkosten entstanden wären. Die Anwendung der Bestimmungen in § 9 Abs. 5 Satz 1 i.V.m. § 4 Abs. 5 Satz 1 Nr. 7 EStG wird nicht durch die mit Wirkung zum Veranlagungszeitraum 2014 eingeführten reisekostenrechtlichen Neuregelungen ausgeschlossen oder verdrängt.&nbsp;</p>

Recht

Unzulässige Tatahndung einer Verkehrsordnungswidrigkeit allein mit Fahrverbot

<p>Die Anordnung eines bußgeldrechtlichen Fahrverbots setzt ausnahmslos die Tatahndung mit einem Bußgeld voraus. Als flankierende Denkzettel- und Besinnungsmaßnahme kommt das Fahrverbot nur zusätzlich bzw. neben der Festsetzung einer Geldbuße, jedoch nicht an deren Stelle oder als alleinige Rechtsfolge der Tat in Betracht. Zwar ist in den Fällen des § 154a StPO i.V.m. § 47 Abs. 2 Satz 1 OWiG wegen des nur vorläufigen Charakters der Entscheidung eine Kostenentscheidung grundsätzlich ausgeschlossen. Etwas anderes gilt aber dann, wenn die (Teil-) Beschränkung gleichzeitig wegen der Entscheidung des Revisions- oder Rechtsbeschwerdegerichts in der Sache zu einem endgültigen Verfahrensabschluss führt.</p>

Recht

Wirtschaftlichkeitsgebot und Anrechnung des Restwerts

<p>Der Geschädigte genügt dem Wirtschaftlichkeitsgebot (§ 249 Abs. 2 Satz 1 BGB), wenn er sein beschädigtes Fahrzeug zu dem Preis veräußert, der von einem Sachverständigen auf dem regionalen Markt ermittelt wurde. Der Geschädigte ist in der Regel nicht verpflichtet, ein höheres Restwertangebot aus dem Internet anzunehmen, insbesondere dann nicht, wenn keine Kenntnis von einer möglichen kollusiven Absprache zwischen Sachverständigem und Werkstatt vorliegt, die zu einem zu niedrigen Restwert geführt hat.</p>

Recht

Haftungsverteilung bei Verkehrsunfall mit irreführendem Blinker

<p>Ein Verstoß gegen die allgemeine Rücksichtnahmepflicht aus § 1 Abs. 2 StVO kann bei einem Verkehrsunfall zu einer Mithaftung führen, wenn durch einen fehlerhaft gesetzten Fahrtrichtungsanzeiger eine Irreführung des anderen Verkehrsteilnehmers erfolgt. Die Wartepflicht eines Verkehrsteilnehmers wird durch einen irreführenden Blinker nicht aufgehoben. Ein Wartepflichtiger darf nur dann auf ein Abbiegen vertrauen, wenn über das bloße Betätigen des Blinkers hinaus zusätzliche Vertrauensgrundlagen vorliegen.</p>

Recht

Paketzusteller springt auf Flucht vor Hunden auf Porsche: Haftung für behauptete Schäden?

<p>Ein Paketzusteller versuchte am Vormittag des 25.09.2024 ein Paket bei dem Kläger aus dem Landkreis Freising abzuliefern. Die Abgabe scheiterte jedoch zunächst wegen eines nicht vorhandenen Codes für die Übergabe. Am Nachmittag erschien der Zusteller absprachegemäß erneut, betrat das Grundstück und klingelte an der Haustür. Nach dem Öffnen der Tür liefen die Hunde des Klägers – zwei Dalmatiner und ein kleiner Mischlingshund – bellend auf den Paketzusteller zu.&nbsp;</p>

Recht

Betriebsgefahr eines falsch geparkten Autos - Halter trägt Mitschuld an Unfall

<p>Die Klägerin aus dem Landkreis Dachau parkte im Mai 2024 ihren PKW auf dem&nbsp;Parkplatz eines Schwimmbads in Unterschleißheim. Ihr Auto wurde dabei durch die&nbsp;Beklagte beim Rangieren angefahren, wodurch am Auto der Klägerin ein Schaden in&nbsp;Höhe von 6.244,90 € entstand.<br>&nbsp;</p>

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Vorsätzliches Überschreiten der Höchstgeschwindigkeit außerorts um 68 km/h

<p>Bei der Prüfung einer vorsätzlichen Begehungsweise sind die Höhe der gefahrenen Geschwindigkeit und die Differenz zur zulässigen Geschwindigkeit ein gewichtiges Indiz für die Annahme einer vorsätzlichen Begehungsweise, d. h. wenn das Ausmaß der Geschwindigkeitsüberschreitung im Verhältnis zur zulässigen Höchstgeschwindigkeit einen deutlich höheren Prozentsatz ausmacht. Ein weiteres gewichtiges Indiz für die Kenntnis des Betroffenen von der Geschwindigkeitsüberschreitung kann sich aus einer beidseitigen Beschilderung, einer Beschilderungsbrücke oder einem Geschwindigkeitstrichter ebenso ergeben wie aus übergroßen Trägerschildern, mit denen auf die Geschwindigkeitsbeschränkung besonders hingewiesen wird.&nbsp;</p>

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Wirksamer gutgläubiger Erwerb eines sicherungsübereigneten Vorführfahrzeugs

<p>Ein privater Autokäufer handelt nicht grob fahrlässig im Sinne des § 932 Abs. 2 BGB, wenn er von einem bis dahin gut beleumundeten - indes unerkannt insolventen - Vertragshändler, von dem er kurz zuvor bereits ein anderes Fahrzeug ohne Schwierigkeiten zu Eigentum erworben hatte, einen „auf Halde“ stehenden weiteren Vorführwagen zu Eigentum erwerben will und sich bei der Fahrzeugübergabe im Hinblick auf die Zulassungsbescheinigung Teil II mit der Auskunft vertrösten lässt, diese sei bei einem zur Zeit erkrankten Mitarbeiter „unter Verschluss“ und werde nachgesandt.</p>

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Verkehrssicherungspflicht verletzt: Schlaglochunfall – E-Bike-Fahrer geht leer aus

<p>Ein schwer beschädigter Straßenbelag kann eine Pflichtverletzung der öffentlichen Hand begründen – insbesondere dann, wenn bekannte Schäden nur unzureichend behoben werden. Gleichwohl führt auch ein solcher Pflichtverstoß nicht automatisch zu Schadensersatz.</p>

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Berücksichtigung der Unzumutbarkeit einer Reparatur des Unfallfahrzeugs in einer sog. Verweisungswerkstatt bei der fiktiven Schadensabrechnung

<p>Die Berufung des Geschädigten auf die Unzumutbarkeit einer Reparatur des Unfallfahrzeugs in einer vom Schädiger im Rahmen des sogenannten Werkstattverweises benannten freien Fachwerkstatt wird bei fiktiver Schadensabrechnung nicht dadurch ausgeschlossen, dass der Geschädigte das Fahrzeug nach dem Unfall in einer freien Werkstatt reparieren lässt.</p>

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Gesetz zu Preisangaben bei Ladestrom

<p>Die Bundesregierung will die Preistransparenz beim Laden von Elektrofahrzeugen an öffentlich zugänglichen Ladepunkten sicherstellen. Dazu hat sie einen Gesetzentwurf (<a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/058/2105873.pdf" target="_blank" rel="nofollow">21/5873</a>) mit dem Titel „Gesetz zur Änderung des Preisangabenrechts zur Sanktionierung von Verstößen gegen nationale und europäische Regelungen über Preisangaben“ vorgelegt. Die erste Lesung im Bundestag ist für Donnerstag, 21. Mai 2026, geplant.</p>

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Bundesregierung will Halterhaftung bei E-Scootern einführen

<p>Die Bundesregierung will es Geschädigten von Unfällen mit E-Rollern erleichtern, Schadensersatzansprüche geltend zu machen, und deshalb unter anderem eine Halterhaftung einführen. Sie hat dem Bundestag einen entsprechenden Gesetzentwurf (<a href="https://dserver.bundestag.de/btd/21/058/2105871.pdf" target="_blank" rel="nofollow">21/5871)</a> vorgelegt, der außerdem verschärfte Haftungsregeln für Fahrerinnen und Fahrer vorsieht.</p>

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