Eine Fahrtenbuchauflage nach einem Rotlichtverstoß kann auch nach verspäteter Anhörung des Fahrzeughalters zulässig sein. Dies gilt nach einer Entscheidung des VG Aachen jedenfalls dann, wenn der Halter durch sein Verhalten im Ermittlungsverfahren zu erkennen gibt, dass er nicht zu einer Mitwirkung an der Aufklärung der Verkehrsordnungswidrigkeit bereit ist. An einer solchen Mitwirkung fehlt es, wenn der Halter nach Erhalt des Zeugenfragebogens lediglich um Fristverlängerung bittet und im Übrigen nicht reagiert. Es ist Sache des Fahrzeughalters, zur Aufklärung eines mit seinem Fahrzeug begangenen Verkehrsverstoßes soweit mitzuwirken, wie es ihm möglich und zumutbar ist. Dazu gehört insbesondere, dass er den bekannten oder auf einem Radarfoto erkannten Fahrer benennt oder zumindest den möglichen Täterkreis eingrenzt und die Täterfeststellung durch Nachfragen im Kreis der Nutzungsberechtigten

fördert.

VG Aachen, Urteil vom 13.7.2010, Az. 2 K 971/09