Eine nicht erlaubte Abgabe von Paletten des Arbeitgebers an Dritte gegen eine Zahlung in die Kaffeekasse rechtfertigt zwar keine fristlose Kündigung durch den Arbeitgeber, jedoch eine ordentliche verhaltensbedingte Kündigung des Arbeitnehmers. Die Abgabe von nicht völlig wertlosen Paletten des Arbeitgebers stellt einen erheblichen Verstoß gegen arbeitsvertragliche Pflichten dar. Die Geldzahlung ist insbesondere ein Indiz dafür, dass es sich beim Aufladen der Paletten keineswegs um die Entsorgung von wertlosem Palettenschrott aus Gefälligkeit gehandelt hat. Sofern es sich hierbei um einen einmaligen Vorgang handelt, ist darin kein „wichtiger Grund" für eine fristlose Kündigung zu sehen; anders kann der Fall aber bei einem organisierten Diebstahl von Firmeneigentum zu beurteilen sein.

LAG Hamm, Urteil vom  26.4.2010, Az. 8 Sa 1512/09

 

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