Das Verbot des § 7 Abs. 3c Satz 3 StVO gilt auch für den Verkehr auf Autobahnen. Nach § 7 Abs. 3c Satz 3 StVO dürfen Lastkraftwagen mit einer zulässigen Gesamtmasse von mehr als 3,5 Tonnen außerhalb geschlossener Ortschaften, sofern drei oder mehr Fahrstreifen gekennzeichnet sind, den linken Fahrstreifen nur benutzen, wenn sie sich dort zum Zwecke des Linksabbiegens einordnen. Das Verbot dient allerdings nicht dem Schutz des Spurwechslers. Wer auf einer Autobahn unter Verstoß gegen die in § 7 Abs. 5 StVO normierten hohen Sorgfaltspflichten auf die linke Spur wechselt und dort mit einem LKW kollidiert, hat in der Regel seinen Schaden allein zu tragen. Der Anspruch scheitert daran, dass der Geschädigte den Unfall durch einen schwerwiegenden Verkehrsverstoß selbst verursacht hat. Der Geschädigte hätte den Unfall durch Zurückstellen des Spurwechsels und Passierenlassen des Lkw vermeiden können.

OLG Düsseldorf, Urteil vom 06.02.2018, Az. I-1 U 102/17