In der Studie, die in Zusammenarbeit mit dem globalen Marktforschungsinstitut ESOMAR und den Forschungspartnern BuzzBack Research und Clint durchgeführt wurde, wurden 10.000 Verbraucher in zehn Märkten befragt. Dazu gehörten unter anderem die USA, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Australien, Brasilien und Japan. Sie vergleicht die Meinungslage von heute mit den Ergebnissen einer Datenschutz-Studie, die HERE 2018 präsentiert hat. Die wichtigste Erkenntnis: Verbraucher entwickeln ein immer besseres Verständnis dafür, wie persönliche Informationen Business-Lösungen anreichern und wie das Teilen von Daten die eigene Nutzererfahrung verbessern kann.

Die Ergebnisse der Studie zeigen, dass mehr als zwei Drittel (70%) der Verbraucher ihre Standortdaten zumindest gelegentlich teilen. Sie sind zudem eher bereit, ihre Daten zu teilen, wenn sie einen konkreten Vorteil sehen. Dabei kann es um erhöhte Sicherheit, die Möglichkeit zur Nutzung eines bestimmten Dienstes oder das Sparen von Geld gehen. Insgesamt ist die Bereitschaft, ortsbezogene Daten zu teilen, im Laufe des letzten Jahres um zwei Prozent gestiegen. Die Studie zeigt zudem auf, dass Menschen ihre Standortdaten eher teilen, wenn sie sehen, wofür die Information verwendet wird.

Die erhöhte Bereitschaft, Standortdaten zu teilen, zeigt sich am deutlichsten im Mobilitätssektor. Weltweit ist die Mehrheit der Verbraucher (76%) bereit, ihre ortsbezogenen Daten mit Navigations- und Kartenanwendungen sowie mit öffentlichem Personennahverkehrsanbietern, Taxis und Fahrdiensten zu teilen. Für diese Anwendungsbereiche gab es einen besonders hohen Anstieg der Werte. Besonders Fahrdienste erlebten mit 10% den größten Zuwachs gegenüber den Resultaten aus dem Jahr 2018.

Obwohl Verbraucher die Vorteile des Teilens von Daten erkennen, hat die Mehrheit (75%) nach wie vor Vorbehalte, persönliche Informationen auf digitalem Wege weiterzugeben. Die Resultate legen nahe, dass ein verlässlicher und vertrauensvoller Umgang mit Daten auf Seiten von Unternehmen entscheidend für die Bereitschaft ist, seinen Standort und andere persönliche Daten zu teilen. Dies gilt insbesondere für technikaffine Konsumenten. Weitere Erkenntnisse:

  • In den USA werden Daten häufiger als im Rest der Welt geteilt. Dies legt nahe, dass auch Datenschutzverletzungen eher an der Tagesordnung sind und somit auch der Stresslevel dadurch höher ist. 
  • Großbritannien ist der fortschrittlichste Markt in Bezug auf Mehrwert und Vertrauensbildung. Britische Verbraucher teilen ihre Daten häufiger als Verbraucher in anderen Märkten. Dennoch fühlen sie sich weniger als Verbraucher in anderen Ländern darüber informiert, was mit ihren persönlichen Daten geschieht und wofür sie verwendet werden. 
  • Die Verbraucher in Deutschland teilen im weltweiten Vergleich ihren Standortdaten wesentlich seltener. Dies korrespondiert mit einer geringeren Bereitschaft, Daten mit einer Reihe von Diensten und Unternehmen zu teilen, besonders mit Regierungsbehörden und Finanzämtern. Insgesamt ist das Verbrauchervertrauen in Deutschland wesentlich niedriger.
  • Französische Verbraucher haben am wenigsten Vertrauen und sind somit auch weniger bereit, ihre Standortdaten mit Diensten und Apps zu teilen.hier.

 „Unsere Studie verdeutlicht, dass sich das Verbraucherverhalten in Bezug auf Mobility-as-a-Service ändert“, sagte Aleksandra Kovacevic, Engineering Manager für Privacy Services bei HERE Technologies. „Verbraucher sind zunehmend bereit, ihre Standortdaten mit digitalen Diensten zu teilen, besonders mit Kartendiensten sowie mit Navigations- und Mobilitätsanwendungen. Dies gilt umso mehr, je transparenter Unternehmen und Anbieter mit Verbraucherdaten sind. Im Zuge der weiteren Verbreitung von Mobilitätsdiensten und -Apps sehen Verbraucher, wie essentiell ihre Standortdaten dafür sind, um von A nach B zu gelangen. Unternehmen und Regierungen stehen daher in der Verantwortung, die notwendige Infrastruktur bereitzustellen, um die Verbraucher als Partner von datengetriebenen Angeboten an Bord zu holen. Dies wird im Gegenzug intuitivere Dienste ermöglichen.

Finn Raben, Geschäftsführer von ESOMAR, sagte: „Diese Studie zeigt uns, dass es möglich ist, die Daten zu sammeln, die Unternehmen benötigen, um Dienste und Angebote zu erstellen und zu verbessern, wenn sie gleichzeitig Verbraucher durch einen ethischen und transparenten Umgang mit Daten respektieren. Unternehmen können so nicht nur Daten sammeln, sondern sie können das Vertrauen stärken und dank erhöhter Transparenz möglicherweise sogar ihren Umsatz steigern.“

Die vollständige Studie finden Sie hier.