Für die Beurteilung der Angemessenheit in Rechnung gestellter Mietwagenkosten ist das tatsächlich angemietete Fahrzeug maßgeblicher Vergleichsmaßstab. Die Kammer schätzt die Erforderlichkeit geltend gemachter Mietwagenkosten weiterhin auf der Grundlage des Mittelwerts aus den Tabellen Schwacke und Fraunhofer; diese Schätzungsmethode ist grundsätzlich auch anwendbar, wenn die Mietdauer lediglich vier Tage beträgt. Mietwagenkosten sind maximal in der Höhe zu ersetzen, wie sie zwischen Geschädigtem und Autovermieter vertraglich vereinbart wurden; dies gilt auch für sogenannte Nebenkosten für Zweitfahrer, Haftungsreduzierung, Winterreifen, Zufuhr- und Abholkosten etc.

Ist das (hochwertige, Klasse 9) angemietete Fahrzeug serienmäßig mit einem Navigationsgerät ausgerüstet, sind die Kosten hierfür in den beiden Listen Schwacke und Fraunhofer regelmäßig mit enthalten und daher auch bei der Bestimmung des erforderlichen Normaltarifs bereits berücksichtigt. Ein gesonderter Zuschlag käme dann nur in Betracht wenn feststünde, dass ein signifikanter Anteil der unter die Klasse 9 fallenden Fahrzeuge nicht serienmäßig über ein Navigationssystem verfügt.

LG Freiburg (Breisgau), Urteil vom 16.04.2018, Az. 3 S 9/18