VW Sharan
<p> In Sachen Qualität zählt der Sharan der ersten Generation zu den schlechtesten VW-Modellen der jüngeren Vergangenheit. Dafür kann er mit großzügigen Platzverhältnissen und günstigen Preisen punkten.</p>
Das Gute an der schlechten Qualität der ersten Sharan-Baujahre: Die extrem unsoliden Autos dürften mittlerweile längst auf dem Schrottplatz gelandet sein. Auf dem Gebrauchtwagenmarkt sind zumindest fast nur noch die deutlich besseren Fahrzeuge ab dem 2000er-Facelift zu finden. Doch auch die haben noch einige Schwachstellen.
Karosserie und Innenraum: Mehr Platz gibt es sonst nur im VW Multivan. Der Sharan (1995 bis 2010) nimmt bis zu sieben Passagiere oder 2.610 Liter Gepäck mit. Die Sessel in der mittleren Reihe lassen sich verschieben, versetzen und herausnehmen, so dass für alle Transportbedürfnisse gesorgt ist. Anders als beim aktuellen Modell gibt es allerdings keine Schiebetüren für den Fond, was den Einstieg in engen Parklücken schwierig macht. Entwickelt wurde der Sharan gemeinsam mit den auch optisch weitgehend identischen Modellen Ford Galaxy und Seat Alhambra, mit denen er sich auch die Produktionsstätte in Portugal teilte. In den ersten Baujahren war dann auch eine gewisse südländische Lässigkeit bei der Verarbeitung zu bemerken. Halbwegs solide wirkt das Cockpit erst seit dem ersten Lifting im Jahr 2000.
Motoren: Trotz der Kooperation mit Ford ist der Sharan unter der Motorhaube ein reiner VW, stammen doch sämtliche Motoren aus dem Teileregal des Wolfsburger. Für Vielfahrer sind die rauen Pumpe-Düse-Diesel die beste Wahl, sie gibt es mit 1,9 und 2,0 Litern Hubraum und Leistungswerten zwischen 66 kW/90 PS und 110 kW/150 PS. Der kleinste und preiswerteste Selbstzünder benötigt allerdings einen Ewigkeit für den Spurt auf Tempo 100, ohne das durch einen spürbar geringeren Verbrauch auszugleichen. Wem einer der stärkeren Diesel zu teuer ist, wählt daher lieber den auf dem Gebrauchtmarkt preiswerten 2,8-Liter-Sechszylinderbenziner mit 128 kW/174 PS (ab 2000: 150 kW/204 PS), der ebenfalls viel Durchzug bietet und für den regelmäßigen Anhängerbetrieb zudem mit Allradtechnik erhältlich ist (Synchro). Wenigfahrer werden aber auch mit dem 2,0-Liter-Benziner (85 kW/115 PS, ab 2006 auch als LPG-Variante) oder dem 110 kW/150 PS starken 1,8-Liter-Turbo glücklich.
Ausstattung und Sicherheit: Dass der Sharan der ersten Generation mit 15 Jahren Bauzeit zu den absoluten Oldies im VW-Programm zählte, lässt sich auch daran ablesen, dass die Ausstattungslinien in den ersten drei Jahren noch die klassischen Bezeichnungen CL, GL und Carat trugen. 1998 wurde dann auf Trend-, Comfort- und Highline umgestellt. Generell gilt aber, dass in den unteren Linien nur das nötigste an Bord war. Alles, was das Leben für Familie angenehm machte, gab es gegen Aufpreis – angefangen bei Klapptischen an den Fond-Lehnen bis hin zu Sitzheizung und Glasdach. Serienmäßig kam der Sharan mit fünf Sitzen daher, optional gab es eine sechssitzige Sportsitzanlage oder eine etwas beengtere siebensitzige Ausführung. Zu den auch für Gebrauchtwagenkäufer interessanten Extras zählen darüber hinaus integrierte Kindersitze und ein Gepäckraum-Trennnetz. Für Sicherheit sorgen immer ABS und zwei Airbags, seit 2000 zählen auch Seitenairbags und der Schleuderschutz ESP zum Standardprogramm. Bei EuroNCAP-Crashtest reichte es 1999 für maue drei Sterne.
Qualität: Die ersten Baujahre waren lausig verarbeitet und extrem anfällig – vor allem am Fahrwerk, wo Koppel- und Spurstangen chronischen Ärger machten. Modelle bis zum ersten Facelift 2000 sind daher kaum noch zu finden. Sollte doch mal eins auftauchen, ist äußerste Vorsicht geboten – selbst bei einem Schnäppchenpreis. Einigermaßen akzeptabel wurde die Qualität erst nach Jahren. „Akzeptabel“ jedoch nur, weil auch die Wettbewerber im Van-Segment sich nicht mit Ruhm bekleckern – insgesamt ist das Qualitätsniveau bei den großen Familienautos der ersten Generation erschreckend schwach. Kein Wunder, dass die meisten Hersteller dieses Segment mittlerweile aufgegeben haben. Konkret: Beim Sharan macht vor allem die Abgasanlage Ärger. Der TÜV findet hier deutlich mehr zu bemängeln als bei vergleichbaren Modellen. An der Bremsanlage weisen die Schläuche und Leitungen eine desaströse Mängelbilanz auf. Teuer können auch die häufigen Probleme an den Antriebswellen werden, ab dem zehnten Jahr fängt der Van zudem zu rosten an. Ärger droht von defekten Turboladern, kaputten Lichtmaschinen und schwächelnden Wischermotoren.

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Fazit: Die sehr mäßige Qualität hat der Beliebtheit des Sharan überraschend wenig geschadet. Erst seit der Einführung des Nachfolgemodells im Jahr 2010 sinken die Gebrauchtwagenpreise allmählich auf familienfreundliches Niveau. Aktuell ist man schon ab knapp 1.500 Euro dabei, sollte aber Geld für Reparaturen zurückhalten. Wer sparen will, sollte aber anstatt Zugeständnisse zu machen, lieber nach einem Seat Alhambra Ausschau halten. Der Spanier ist mit dem Wolfsburger weitgehend identisch, war aber schon als Neuwagen mehrere tausend Euro billiger.

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Kleiner Sportsfreund
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Kia Venga: Günstiges Leasing-Angebot für Gewerbekunden
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DIGges Ding
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