Neue Marken aus China: gelingt der Einstieg dieses Mal? 

 

Sieht man einmal von SEATs sportliche Marke CUPRA und Hyundai ́s Premiumableger Genesis ab, handelt es sich bei den jüngsten Neueinsteigern ausschließlich um chinesische Marken. Deren frühere Versuche, den europäischen und deutschen Markt zu erobern, waren alles andere als erfolgreich, wenn man zum Beispiel an Landwind, Brilliance, Qoros, Borgward oder Byton denkt. Aber die Zeiten haben sich geändert. 

Aufgrund der geringen Verfügbarkeit der Fahrzeuge spielt Aiways dabei im bisherigen Jahresverlauf noch keine große Rolle. Die nun bald bevorstehende Einführung der zweiten Baureihe, dem SUV Coupé U6, wird hier sicher neuen Schwung generieren. 

Auf einem deutlich höheren Niveau befinden sich heute hingegen bereits MG, Polestar sowie Lynk & Co. Dabei konnte Polestar in den ersten zehn Monaten des Jahres die Neuzulassungen um 131 Prozent steigern, MG sein Volumen fast verfünffachen. Lynk & Co. gelang ein Wachstum fast um den Faktor neun.

 

Neueinsteiger schon auf beachtlichem Niveau und weiterwachsend

 

Skeptiker mögen beim Blick auf die Skalierung der Grafik monieren, dass wir hier ja von immer noch sehr geringen Stückzahlen sprechen. Doch das kommt auf die Perspektive an. Natürlich sind die Mengen, gemessen an etablierten Wettbewerbern, gering, aber die Top-20 Marken sind sicher auch kein geeigneter Vergleichsmaßstab. Man muss aber eben auch konstatieren, dass MG mit ziemlich genau 9.500 Neuzulassungen bis Ende Oktober beispielsweise vor Smart und Honda rangiert. Polestar und Lynk & Co. liegen inzwischen vor schon seit langer Zeit im Markt befindlichen Importeuren wie beispielsweise Subaru, Alfa Romeo, Jaguar, DS oder Lexus. Und das mit jeweils nur einem einzigen Modell, nämlich Polestar 2 bzw. Lynk & Co. 01. Während es sich beim Polestar 2 um ein vollelektrisches Modell handelt, ist der Lynk & Co. 01 hauptsächlich als Plug-In Hybrid erhältlich. Der Voll-Hybrid ohne Stecker spielt mit einem Anteil von lediglich sechs Prozent keine wesentliche Rolle. 

Bei MG sieht das Bild etwas differenzierter aus. Aktuell besteht das Produktportfolio in Deutschland bereits aus fünf Baureihen. Das klar volumenstärkste Modell, der SUV HS, verfügt über einen Plug-In Hybrid. Der etwas kleinere ZS ist sowohl als Benziner als auch in einer reinen Elektroversion zu haben, wobei letztgenannter klar die Nase vorn hat. Unmittelbar dahinter folgt mit dem MG5 ein Modell, welches auch für Flottenkunden sehr interessant ist. Obwohl erst seit Ende März auf dem Markt, ist der 5 kumuliert bis Ende Oktober schon die Nummer 1 bei MGs Flottenzulassungen.

Das liegt sicher auch an seiner Praktikabilität, denn wir sprechen hier über den allerersten und bislang auch einzigen Elektro-Kombi. 

Die Beispiele und deren im September sowie Oktober enorm ansteigenden Neuzulassungen zeigen, dass die Aussichten der Neueinsteiger wahrscheinlich noch nie so gut standen wie jetzt, dauerhaft im deutschen Pkw-Markt Fuß zu fassen. Hierzu trägt sicher der Trend zu EVs bei, aber auch, dass sich die etablierten Wettbewerber mehr und mehr aus preisgünstigeren Fahrzeugsegmenten verabschieden und somit Lücken offenlassen.

 

(Quelle:  Dataforce)