1. Nachhaltigkeit wird zentral

Viele Ankündigungen auf der COP26 in Glasgow haben gezeigt, dass das Thema Nachhaltigkeit auch im Jahr 2022 im Mittelpunkt vieler Unternehmensstrategien stehen wird. Der Klimawandel gehört zu den wichtigsten Themen unserer Zeit und Telematik kann hier einen enormen Beitrag leisten. Da der Transportsektor nach dem Baugewerbe der zweitgrößte Verursacher von Kohlendioxid-Emissionen ist, besteht hier Handlungsbedarf für alle Flottenbetreiber. Logistikunternehmen können ihren CO2-Fußabdruck nur dann verringern, wenn sie ihre Flotten aktiv managen und ihre Emissionen kontinuierlich messen. Dafür ist wiederum die Einführung einer Telematiklösung unerlässlich. Dank der Verarbeitung von Fahrzeugdaten ist es möglich, Routen zu optimieren und das Fahrverhalten zu verbessern, um die Kraftstoffeffizienz zu steigern, wodurch CO2-Emissionen sinken.

2. Einführung von Elektrofahrzeugen

Die Elektrifizierung von Fuhrparkflotten wird in diesem Jahr ein weiteres großes Thema sein – auch bedingt durch die erhöhte Verfügbarkeit an Modellen und verbesserter Infrastruktur. Mithilfe von Telematikdaten können Fuhrparkverantwortliche heute schon die Fahrprofile und -muster ihres Fuhrparks analysieren, um die Fahrzeuge zu identifizieren, die für die Elektrifizierung infrage kommen. Mit dem Electric Vehicle Suitability Assessment (EVSA) hat Geotab ein Tool entwickelt, mit dem sich feststellen lässt, ob Flotten bereit für die Elektrifizierung sind und welche Fahrzeuge sich für die Umstellung besonders gut eignen.

Darüber hinaus werden Elektrofahrzeuge 2022 auch in der breiten Masse ankommen. Die Verkaufszahlen von batteriebetriebenen Fahrzeugen haben bereits die von konventionellen Dieselmotoren überholt und könnten laut Forbes 2022/23 alle Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor überholen. In diesem Jahr sollen zudem neue batterieelektrische LKW-Modelle auf den Markt kommen, was der Entwicklung einen zusätzlichen Schub verleihen wird.

3. Verlässlichkeit bis zur letzten Meile

Auch im neuen Jahr wird die Bedeutung von Last-Mile-Lieferungen weiter anhalten, da die Pandemie noch nicht überwunden ist und das massiv gestiegene Volumen des Onlinehandels weiter anhalten wird. Dazu gehört auch, dass die Wege der Waren immer komplizierter werden, je näher diese an den Endkunden gelangen. Unternehmen müssen daher Flotten einsetzen, die den Anforderungen der Last-Mile-Lieferungen gerecht werden. Vor dem Hintergrund eines Mangels an Fahrern wird auf Flottenbetreiber eine große Belastung zukommen. Sie müssen sicherstellen, dass ihre Fahrzeuge möglichst effizient eingesetzt werden. Bei dieser Aufgabe kann Telematik eine wertvolle Hilfe sein. Die Technologie kann hier unter anderem bei der Kostenoptimierung helfen, beispielsweise durch Treibstoffeinsparung, besonders da wir zurzeit ein Allzeithoch des Dieselpreises in Deutschland erleben.

4. Mehr Offenheit für Digitalisierung

Viel stärker als andere Märkte war Deutschland lange Zeit von Bedenken hinsichtlich der Digitalisierung geprägt. Doch während der Pandemie zeigten sich eindeutig die Vorteile für Unternehmen, die digital bereits gut aufgestellt waren. Und spätestens seit COVID-19 wissen auch Flottenverantwortliche, dass vernetzte Flotten effizienter verwaltet werden können. Eine von Geotab in Auftrag gegebene Studie zeigt allerdings, dass gerade in Deutschland noch Nachholbedarf besteht: 63 Prozent der deutschen Flottenmanager nutzen noch Tabellenkalkulationen wie Excel oder Papierprotokolle für ihr Fahrzeugmanagement. Von den Managern, die Telematik anwenden, ist eine große Mehrheit vom Nutzen der Telematik überzeugt, wie etwa von verfügbaren Streckendaten oder Kraftstoffverbrauchsdaten.

Im Jahr 2022 werden wir daher eine Öffnung für technologische Möglichkeiten erleben. Auch bisherige Bedenkenträger werden verstehen, dass ein Schwarz-Weiß-Ansatz und eine generelle Blockadehaltung dem Fortschritt gegenüber wenig bringen. Statt um Ganz-oder-gar-nicht-Fragen wird es verstärkt um Nuancen beim Thema Datenschutz gehen.