Gleich und doch anders: Reifen für E-Fahrzeuge

„Grundsätzlich unterscheiden sich Reifen für E-Fahrzeuge nicht von herkömmlichen Reifen. Deren Einsatzbedingungen ändern sich jedoch durch die Elektrifizierung erheblich“, sagt Annika Lorenz, Leiterin Fleet Solutions bei Continental Deutschland. Weltweit fahren bereits zehn Millionen E-Pkw auf den Straßen. Dennoch werden die meisten Fahrzeuge noch eine ganze Weile mit Verbrennungsmotoren fahren – in Deutschland stehen den knapp vier Prozent Elektrofahrzeugen zurzeit rund 96 Prozent Benziner und Dieselfahrzeuge gegenüber. „Insbesondere im Flottengeschäft wird die Fokussierung auf E-Fahrzeuge schneller an Fahrt gewinnen“, so Lorenz.

Für ein besonders effizientes Elektrofahrzeug sind mit Blick auf die Reifen grundsätzlich dieselben Kriterien relevant wie für ein emissionsarmes Verbrennerfahrzeug. Im Fokus steht ein geringerer Energieverbrauch – ungeachtet der Antriebsform. Bei E-Autos sind bei der Reifenentwicklung besonders die Kriterien höhere Tragfähigkeit, optimierter Rollwiderstand sowie eine geringe Geräuschentwicklung relevant. Bei Nutzfahrzeugen kommen zusätzliche Anforderungen hinzu, insbesondere getrieben durch die „Clean Vehicle Directive“ der EU sowie das VECTO-Tool, das seinen Fokus auf die Reduktion von CO2-Emissionen legt.

Von Zielkonflikten und veränderten Schwerpunkten

Elektromobilität verändert die Schwerpunkte der Reifenentwicklung. Die Herausforderung ist es, die Anforderungen an hohe Sicherheit, gutes Handling und Komfort optimal zu verbinden. Elektrofahrzeuge sind schwerer als Verbrenner. Die Reifen müssen daher für höhere Lasten ausgerichtet sein. Um diesen Anforderungen gerecht zu werden, werden Reifenaufbau und Mischungen weiterentwickelt. Dabei ergeben sich Zielkonflikte, die auf einem sehr hohen Niveau gelöst werden müssen. Die Stichworte dazu lauten: Rollwiderstand, Geräuschentwicklung und Langlebigkeit. Neue Konzepte und Produkte von Continental wie die Digital Solutions im Nutzfahrzeugbereich weisen den Weg zur vorausschauenden Wartung und zeigen das Potenzial neuer Werkstoffe für einen effizienten, sicheren und nachhaltigen Fahrzeugbetrieb auf.

Wertvolle Praxiserfahrungen: Extreme E, MOIA und Futuricum

In zahlreichen Kooperationen und Entwicklungspartnerschaften, beispielsweise mit Extreme E, MOIA und Futuricum, sammelt Continental Know-how, das unmittelbar in die Entwicklung der neuen Reifengenerationen einfließt. Im Pkw- wie im Nutzfahrzeugsegment arbeiten die Entwickler von Continental gemeinsam mit Herstellern und Kunden an neuen Konzepten und forschen, welche Anforderungsprofile sich in der Praxis bewähren. Anhand von acht Beispielen erläutert das neue Whitepaper „Elektromobilität4Tires“, welche Aspekte in den Segmenten E-Pkw, E-Lkw und E-Busse bei der Entwicklung im Vordergrund stehen. Das Whitepaper liefert eine umfangreiche Materialsammlung, mit der sich das Thema fundiert erfassen und einordnen lässt. Hier geht es zum neuen Whitepaper „Elektromobilität4Tires“ von Continental.

Übrigens: Auch im neuen Reifen-Podcast „Runde Sache“ von Continental geht es um Reifen für die E-Mobilität. In der Folge „Volle Fahrt in Richtung Zukunft“ sprechen die Continental-Experten Daniel Bäuning und Michael Koch mit Sportmoderator Oliver Forster über Trends der Reifenentwicklung und der Mobilität ganz allgemein. Hier geht’s zum Podcast: www.continental-reifen.de/podcast