Autovermieter und taktische Zulassungen brechen am stärksten ein

Wie schon im März gab es eine sehr große Spanne zwischen den einzelnen Marktsegmenten. Die Autovermieter reduzierten ihre Neuzulassungen mit einem Minus von 85,0 Prozent am stärksten. Doch auch die beiden anderen von taktischen Erwägungen geprägten Kanäle verzeichneten überproportionale Rückgänge. So verringerte der Fahrzeughandel seine Eigenzulassungen um 71,8 Prozent. Im Fahrzeugbau belief sich das Minus auf 65,4 Prozent.

Relevanter Flottenmarkt und Privatmarkt halten sich etwas besser

Im Vergleich zu diesen Zahlen hielt sich der Markt für Firmenwagen etwas besser. Der Relevante Flottenmarkt erreichte knapp mehr als die Hälfte der Neuzulassungen des Vorjahresmonats (- 47,7 %). In Bezug auf den Marktanteil bedeutet das einen historischen Höchststand von 34,1 Prozent. Angesichts der hohen Verluste dürfte das allerdings nur ein schwacher Trost sein.

Auch private Halter konnten angesichts der Einschränkungen noch relativ viele Pkw zulassen. Immerhin 50.663 Neuwagen wurden angemeldet. Das entspricht einem Rückgang um 57,8 Prozent zum April 2019.

Wie kommt es zu den Unterschieden in den Marktsegmenten?

Im Flottenmarkt und Privatmarkt gingen die meisten Neuzulassungen im April noch auf Bestellungen aus 2019 oder dem Jahresanfang 2020 zurück. Der Nachfragerückgang wird diese Kanäle somit erst mit einigen Monaten Verzögerung treffen. Aktuell stehen daher für die Kanäle die Einschränkungen bei Zulassungsstellen und Händlern sowie Lieferengpässe im Vordergrund.

Im Gegensatz dazu können die taktischen Kanäle unmittelbar reagieren. Angesichts ohnehin schon voller Höfe hat der Fahrzeughandel seine Eigenzulassungen so weit wie möglich eingeschränkt. Auch im Segment der Autovermieter werden normalerweise aus taktischen Gründen mehr Fahrzeuge zugelassen, als tatsächlich benötigt werden. Darüber hinaus geht die Nachfrage nach Mietwagen durch den gleichzeitigen Ausfall von Geschäftsreisen und Tourismus besonders stark zurück.

Minus 61 Prozent in Deutschland, minus 95 Prozent in Spanien und UK

Im April 2020 brachen die deutschen Neuzulassungen im Vergleich zum April 2019 um 61,1 Prozent ein. Trotz dieses historischen Rückgangs schnitt der deutsche Markt immer noch besser ab als die meisten anderen Länder in Westeuropa. Beispielsweise kam die Zulassungstätigkeit in Spanien und dem Vereinigten Königreich mit Rückgängen von jeweils über 95 Prozent fast vollständig zum Erliegen.

Transportermarkt mit der größten Spanne

Der Transportermarkt zeigte sich im April 2020 ebenfalls tiefrot und mit ähnlichen Trends bei den Marktsegmenten. Auch bei leichten Nutzfahrzeugen und Pkw-Utilities brachen die Neuzulassungen der Autovermieter am stärksten ein (- 84,9 %). Der Relevante Flottenmarkt schnitt relativ zu den anderen Kanälen noch am besten ab (- 40,6 %).