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Studie: Zukunft wohl elektrisch, aber mit Hürden

0 2020-01-06 689

Das Jahr 2019 hat es gezeigt: Elektromobilität ist in aller Munde … aber eben noch recht selten auf der Straße. Eine aktuelle Umfrage unter den Nutzern des Online-Automarkts AutoScout24 zeigt nun, dass sich dies schon sehr bald ändern könnte. Denn demnach zieht knapp jeder zweite AutoScout24-Nutzer (der plant, sich in den kommenden sechs Monaten ein Auto zu kaufen) die Anschaffung eines Elektro- oder Hybridautos in Erwägung.

Als Grund geben die Befragten in erster Linie Umweltschutz, Energie-Effizienz aber auch Kostenersparung an. Gegen den Kauf sprechen gemäß der Teilnehmer Reichweiten, die hohen Preise und die mangelnde Lade-Infrastruktur. Vor allem in Großstädten sind die Stromer beliebt.

Insgesamt 1.097 Nutzer hat AutoScout24 zum Thema E-Autos befragt*. Demnach geben 44 Prozent der Befragten mit Kaufabsicht an, den Erwerb eines E-Autos oder eines Hybrids in Erwägung zu ziehen. Vor allem bei Stadtbewohnern ist der Antrieb gefragt: Für 52 Prozent derjenigen, die in oder in der Nähe einer großen Metropole wohnen, ist ein E- oder Hybrid-Modell attraktiv. „Dass gerade Städter den Elektro- und Hybridantrieben positiv gegenüberstehen, ist verständlich“, sagt Jochen Kurz, Director Product bei AutoScout24. „Die neuen Antriebe eignen sich vor allem für kürzere Strecken – im Stadtverkehr kann durch Rekuperation zudem Energie zurückgewonnen werden, sodass die Reichweiten steigen.“

Gründe für und gegen E-Mobilität

55 Prozent derjenigen, die offen für die neue Antriebstechnik sind, fühlen sich dem Umweltschutz verpflichtet. CO₂-Reduktion ist für 49 Prozent Anlass sich für die E- oder Hybridtechnik zu interessieren. Und 37 Prozent geben an, dass Energieeffizienz und Kostenersparnisse für sie wichtige Kriterien sind. Bei denjenigen, für die derzeit kein Fahrzeug mit E- oder Hybridmotorisierung in Frage kommt, sieht das Bild naturgemäß anders aus: Zwei Drittel bemängeln die geringen Reichweiten, 57 Prozent die vergleichsweise hohen Preise, ebenfalls 57 Prozent die schlechte Lade-Infrastruktur. „Vor allem die Lade-Infrastruktur könnte sich als Hemmschuh für die schnelle Durchsetzung des neuen Antriebs herausstellen“, warnt Jochen Kurz. „Da sich vor allem Stadtbewohner für E-Autos interessieren, muss hier massiv investiert werden, denn nur die wenigsten Städter haben eine Garage, in der sie ihr E-Auto aufladen können.“

Hier kann man allerdings entgegenhalten, dass die Zahl der Ladepunkte aktuell schon deutlich ansteigt. „Innerhalb eines Jahres ist es gelungen, die Anzahl der öffentlichen Ladepunkte von 13.500 auf 20.650 zu steigern. Das ist ein Zuwachs von über 50 Prozent. Vor allem die Energiewirtschaft hat hier ordentlich Tempo gemacht – sie betreibt drei Viertel aller öffentlichen Ladepunkte“, sagte Stefan Kapferer, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW), im Spätsommer 2019. Im Dezember 2019 lag die die Zahl der öffentlichen Ladepunkte bei genau 23.840. Dennoch bleibt nach wie vor: Die Anzahl an Ladepunkten muss weiter massiv erhöht werden, damit sich das E-Auto wirklich durchsetzen kann. Zudem ist das Laden der Stromer bislang häufig noch kompliziert (verschiedene Anbieter, unterschiedliche Abrechnungsarten et cetera).

Die Bundesregierung arbeitet mit Hochdruck an diesen Problemen und hat erst kürzlich den sogenannten Masterplan Ladeinfrastruktur beschlossen. Eines der wesentliche Ziele: Bis 2030 soll es eine Million Ladepunkte in Deutschland geben.

Hierzu noch ein interessanter Auszug eines Kommentars von Kerstin Andreae, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung: „(...) Der Erfolg der Elektromobilität wird sich auch daran entscheiden, inwieweit die Möglichkeit besteht, das Fahrzeug zuhause oder am Arbeitsplatz zu laden – denn hier finden über 80 Prozent der Ladevorgänge statt. Deshalb müssen jetzt zügig die Hürden für den Einbau privater Ladeinfrastruktur fallen. Der Bundesrat hatte hierfür bereits eine schlanke, pragmatische Anpassung des Miet- und Wohnungseigentumsrechts vorgeschlagen. Diesen Ball hätte die Bundesregierung unbedingt aufnehmen sollen. Jetzt ist der Bundestag am Zug, sich für die Länderinitiative stark zu machen.

Vor diesem Hintergrund ist wichtig, dass der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur mit dem tatsächlichen Bedarf künftig synchron läuft. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass die Automobilindustrie – wie jetzt beschlossen – die notwendigen Informationen zu den geplanten Neuzulassungen von E-Autos liefert. Denn es hilft niemandem, wenn Deutschland mit einer Million Ladepunkten zugepflastert wird, wenn selbst für zehn Millionen E-Autos 350.000 vollkommen ausreichen. Zumal der technologische Fortschritt bei den Fahrzeugen und die steigende Leistung der Ladesäulen immer mitgedacht werden müssen. (...)“

* Befragung von 1.097 Nutzern von AutoScout24 im Mai 2019; Mehrfachantworten waren möglich

Bildquelle: Aral

 

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