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"Flotte! Der Branchentreff" 2020

Vierte Generation

0 2020-01-30 1124

Seat hat dieser Tage den neuen Leon präsentiert. Der Marktstart ist in rund zwei Monaten. Die neue Generation des Kompakten unterscheidet sich deutlich von ihrem Vorgänger und orientiert sich an Seats großem SUV Tarraco und an der Studie Cupra Formentor.

Von beiden übernimmt der Kompakte den markanten, sechseckigen Kühlergrill, die nochmals schärferen LED-Scheinwerfer und ein paar markante Linien an der Front. Hinten fällt vor allem das durchgezogene Hecklicht auf, mit dem Seat voll im Trend liegt – allerdings ist es nur in den teureren Ausstattungsversionen wirklich ein Leuchtenband, in der Basis verbindet ein einfacher Reflektor die beiden Rücklichter. Neu ist auch der Leon-Schriftzug unterhalb des Marken-Logos, der nun mit einer geschwungenen Schreibschrift gestaltet ist.

Technische Basis für den Leon ist, wie bei seinen Geschwistern, der weiterentwickelte Modulare Querbaukasten („MQB evo“), der den Ingenieuren allerdings ein paar Freiheiten lässt. Die haben die Spanier genutzt, und den Kompakten auf 4,37 Meter (plus neun Zentimeter) gestreckt; der gleichzeitig neu aufgelegte Kombi ST ist sogar noch ein bisschen mehr auf 4,64 Meter gewachsen. Vor allem aber hat Seat – wie auch Skoda – den Radstand auf 2,69 Meter verlängert. Damit liegt der Leon fünf Zentimeter über Golf-Niveau, was für spürbar mehr Platz sorgt. Mit 380 Litern Kofferraumvolumen ist der Leon bei voller Bestuhlung zwar gleichauf mit dem Wolfsburger, umgeklappt gehen mit 1.300 Liter aber über 60 Liter mehr rein. Und: Auch im Fond sitzt man im Seat deutlich gemütlicher.

Das Cockpit dagegen ist auf den ersten Blick gar nicht so einfach vom Niedersächsischen Original zu unterscheiden: Kein Wunder, schließlich bedienen sich beide wieder am gleichen Technik-Regal. Auch für den Seat liegt dort ein (optionales) digitales Kombiinstrument bereit, und der am Armaturenbrett aufgesetzte, bis zu zehn Zoll große Infotainment-Touchscreen kommt ebenfalls mit Slider-Flächen daher, mit denen per Fingerwisch Temperatur und Lautstärke reguliert werden können. Während VW den Kunden allerdings noch ein paar Direktwahltasten für Navigation oder Assistenzsysteme gelassen hat, wurden beim Leon fast alle Schalter wegrationalisiert, dementsprechend aufgeräumt wirkt die Mittelkonsole. Erst recht, wenn man sich für eine Automatik-Version entscheidet und statt des Schalthebels auch bei den Spaniern nur noch einen kleinen Gangwahl-Stummel bekommt. Was es für den Seat nicht gibt, ist ein Head-up-Display, der neue Sprachassistent wiederum hält auch im Leon Einzug. Aktiviert wird der smarte Helfer mit dem Stichwort „Hola hola!“. Smart ist übrigens auch die Integration diverser Fahrassistenten in das Lichtkonzept: Totwinkel-Sensor oder der Ausstiegs-Assistent, der Alarm schlägt, wenn sich von hinten ein Fahrrad oder Auto nähert, signalisieren ihre Warnung über das in den Türen umlaufende Ambiente-Licht. 

Ziemlich breit aufgestellt ist Seat in Sachen Motoren, die natürlich ebenfalls weitgehend aus dem Golf bekannt sind. Die Drei- und Vierzylinder-Benziner reichen von 66 kW/90 PS bis zum 2.0 TSI mit 140 kW/190 PS – die stärkere Version gibt es bei VW aktuell nicht. Die Ausbaustufen mit 81 kW/110 PS und 110 kW/150 PS fahren in Kombination mit Automatik als 48-Volt-Mildhybrid vor. Dazu kommen ein 150 KW/204 PS starker Plug-in-Hybrid mit 60 Kilometern Elektro-Reichweite, zwei Diesel mit 85 kW/115 PS und 110 kW/150 PS (den stärkeren gibt es im Kombi auch mit Allrad) sowie eine Erdgas-Variante. Und natürlich der Cupra Leon, der ein paar Monate nach dem Markstart im April 2020 kommen soll und wahrscheinlich wieder um die 221 kW/300 PS leisten wird. Bleibt nur noch die Frage nach dem Preis: Den hält Seat aktuell noch unter Verschluss, doch dürfte der Spanier weiterhin ein bisschen günstiger sein als der Golf. Die Basis-Version wird also auch bei unter 20.000 Euro starten.

 

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