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"Flotte! Der Branchentreff" 2020

Dare to be different

0 2019-08-16 1064

Obwohl der neue Opel Corsa auf der gleichen Plattform wie dessen PSA-Konzerngeschwister Peugeot 208 und Citroen C3 aufbaut, unterscheidet sich der Rüsselsheimer doch in vielen Aspekten von seinen Plattformgeschwistern und das ist auch gut so.

Seit seinem Debüt 1982 hat sich der Opel Corsa über fünf Generationen mehr als 13 Millionen Mal verkauft. Jetzt steht die sechste, ab 13.990 Euro erhältliche Generation in den Startlöchern. Sie feiert auf der IAA (12. bis 22. September) ihre Publikumspremiere und steht ab November bei den Händlern. Ab Werk wird der Corsa mit Frontkollisionswarner und Fußgängererkennung, Geschwindigkeitsregler und -begrenzer, Spurhalte-Assistent und Verkehrsschilderkennung ausgeliefert.

Der Corsa F baut nach dem Opel-Eigentümerwechsel von GM zu PSA auf der neuen Kleinwagen-Plattform der Franzosen auf. In der leichtesten Ausbaustufe kommt der Corsa auf weniger als 1.000 Kilogramm und spart gegenüber dem vergleichbaren Vorgängermodell 108 Kilogramm Gewicht ein. Technik und Motoren teilt sich der Corsa mit seinen Konzerngeschwistern Peugeot 208 und Citroen C3. Für den Vortrieb sorgen hier wie da wahlweise ein 1,2-Liter-Dreizylinder-Benziner in drei Ausbaustufen als Sauger und Turbo (55 kW/75 PS, 74 kW/100 PS und 96 kW/130 PS) sowie ein 1,5-Liter-Diesel mit 74 kW/100 PS. Die Kraftübertragung erfolgt bei der 75 PS-Version über einen Fünfgang-Handschalter, beim 100 PS-Turbo übernimmt wahlweise zur Sechsgang-Schaltung eine Achtgang-Automatik das Schalten. Das Top-Triebwerk hat ab Werk die Automatik an Bord.  Außerdem wird der Corsa als rein batterieelektrische Variante angeboten. Diese knapp 30.000 Euro teure Version debütiert Anfang 2020 und hat nach WLTP eine Reichweite von bis zu 330 Kilometern.

Da fast alles unter dem Blechkleid identisch ist mit den französischen Kleinwagenmodellen, galt es für die Designer, den Corsa optisch von 208 und C3 abzuheben. Wer die klare Opel-Formensprache mag, wird vom Corsa nicht enttäuscht. Der 4,06 Meter lange Fünftürer ist unverkennbar ein Opel-Produkt. Weder fehlt die typische Bügelfalte noch das mit einer Chromspange eingefasste Blitz-Logo. Auch die Leuchtgrafik passt ins Portfolio der Rüsselsheimer. Aber nur den Blitz und andere Äußerlichkeiten für sich sprechen zu lassen, reicht nicht. Opel bietet auch exklusiv Extras an. Dazu zählt zum Beispiel das Matrix-Licht, das je nach Ausstattungslinie für 600 oder 700 Euro in der Preisliste steht. Es besteht aus 8 LED-Elementen, deren Lichtstrahl im Verbund mit der Frontkamera automatisch der jeweiligen Verkehrssituation und Umgebung angepasst wird.

Der elektrische Corsa unterscheidet sich nur geringfügig vom konventionellen. Keine blauen Lichtspiele weisen auf die Antriebsart hin, nur ein kleines „e“ am Heck macht deutlich, dass hier kein Verbrenner seinen Dienst verrichtet. Einzig die Felgen fallen auf. Sie sind besonders windschnittig und exklusiv für den Stromer zu haben.

Auch bei der Gestaltung des Innenraums will man sich von der französischen Verwandtschaft abheben. „Wir wollen ein fahrerorientiertes Cockpit mit klassisch zu bedienenden Schaltern und Drehknöpfen“, beschreibt Chef-Entwickler Frank Jordan die Zielsetzung. Und so gibt es typische Opel-Instrumente und anders als etwa bei Peugeot ein großes Lenkrad und Bedienelemente fürs Licht, Klimaanlage und Lautstärke.

Natürlich halten im Corsa nun auch moderne Infotainmentsysteme Einzug. In der Topversion werden sie mit einem 10-Zoll-Farb-Touchscreen kombiniert, ansonsten beträgt die Display-Diagonale 7 Zoll. Live-Navigation mit Echtzeit-Verkehrsinformationen ist ebenfalls erhältlich.

Auch die Sitze sollen den Vorlieben der deutschen Klientel nach einer etwas strafferen Polsterung als bei der Konzernmutter üblich entsprechen. Dies ließ sich bei einer ersten Sitzprobe zumindest für das Top-Trim GS-Line spüren. Apropos Sitzprobe: Das Platzangebot des Kleinwagens geht in Ordnung. Nehmen die Vorderleute etwas Rücksicht, sitzen auch die Passagiere im Fond kommod. Das Kofferraumvolumen beträgt in Normalstellung 309 Liter, beim elektrischen Corsa sind es 267 Liter. Schade, dass beim Umklappen der Rücksitzlehnen eine Stufe entsteht. Schade auch, dass der verwendete Teppichboden zumindest beim Vorserienmodell einen kratzigen Eindruck hinterließ.

Der Corsa wird in vier Ausstattungsvarianten angeboten. Je nach Komfortniveau gehören unter anderem ein sechsfach einstellbarer Komfort-Beifahrersitz, eine Armlehne mit Ablagefach sowie LED-Scheinwerfer oder Sportsitze zur Serienumfang. Die Basisversion steht auf 15-Zoll-Stahlfelgen und kommt ohne Klimaanlage aus. Diese gehört erst ab „Edition“ (15.850 Euro) zum Lieferumfang. Die sportliche Linie GS-Line startet ab knapp 20.000 Euro, die auf Komfort setzende Version „Elegance“ kostet ab 17.850 Euro. Außerdem offeriert Opel Extras wie das Matrix-Licht, Massagesitze und vielfältige Personalisierungsmöglichkeiten wie ein volldigitales Cockpit, Zweifarbenlackierung oder farbige Clips für die Felgen. Zum Angebot an Fahrerassistenzsysteme zählen unter anderem noch ein Toter-Winkel-Warner, Einparkhilfen, eine 180-Grad-Panorama-Rückfahrkamera sowie ein sensorüberwachter Flankenschutz.

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