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Natürlich sind vier Monate noch kein statistisch relevanter Zeitraum, denn die Ersatzzeitpunkte in der Flotte variieren in den Unternehmen. Dennoch sind vier Monate lange genug, um zumindest den ein oder anderen Trend aufzuzeigen.

Handelte es sich bei diesem Artikel um unseren beliebten Kostenvergleich, hieße es: „And the winner is ... Ford“: Sagenhafte 28,5 Prozent oder 5.087 zusätzliche Fahrzeuge konnte Ford in den ersten vier Monaten des Jahres in deutschen Fuhrparks absetzen. Damit setzte Ford sein Wachstum von 26 Prozent im Gesamtjahr 2015 nicht nur konsequent fort, sondern legte sogar noch gut zwei Prozentpunkte drauf. Von den deutschen Herstellern schaffte kein anderer in diesem Zeitraum auch nur ein annähernd so gutes Ergebnis.

Auf deutlich niedrigerem Gesamtstückzahlniveau konnten einige Importmarken dieses Ergebnisz umindest prozentual toppen: Einsamer Spitzenreiter war Jaguar, der einen Zuwachs von über 112 Prozent hinlegte, bei einem Gesamtvolumen von allerdings nur 515 Fahrzeugen. Ebenfalls beeindruckend die Performance von Nissan mit einem Plus von 71 Prozent – und das bei immerhin 5.130 insgesamt in der Flotte verkauften Einheiten.

Mit 6,6 Prozent Wachstum waren die deutschen Hersteller in den ersten vier Monaten des Jahres nicht die Hauptperformer im Markt; die Importeure schnitten mit 13,3 Prozent Zuwachs doppelt so gut ab. Hier sind auch noch weitere Steigerungen denkbar, denn im Flottenmarkt sind die Importmarken prozentual traditionell nicht so stark vertreten wie die deutschen Hersteller: Nur durchschnittlich 17,5 Prozent aller Importfahrzeuge werden hierzulande in die Fuhrparks verkauft. Bei den deutschen Herstellern liegt der Wert in den ersten vier Monaten dieses Jahres mit 27,5 Prozent um mehr als die Hälfte höher. Auch ist die Schwankung hinsichtlich des Flottenanteils bei den Importmarken deutlich größer: Während die deutschen Fabrikate zwischen 11,7 Prozent (Smart) und 34,8 Prozent (BMW) aller Fahrzeuge an Fuhrparkbetreiber verkaufen, liegt der Anteil bei den Importmarken zwischen 5,1 Prozent (Subaru) und 39,6 Prozent (Lexus).

Der Flottenmarkt ist insgesamt noch recht fest in der Hand der deutschen Hersteller: Die neun heimischen Marken verkauften knapp drei Viertel aller in die Fuhrparks verkauften Fahrzeuge, während sich das verbliebene Viertel 25 Marken teilten.

Das größte Stück vom Kuchen im Gesamtmarkt konnte auch in den ersten vier Monaten des Jahres der VW Konzern für sich beanspruchen: 102.105 Einheiten oder 52 Prozent aller verkauften deutschen Modelle kamen von Volkswagen, Audi oder Porsche, und auch inklusive der Importmarken kommt der VW Konzern auf 124.626 verkaufte Modelle oder 47 Prozent Marktanteil.

Deutsche Hersteller
Neben Ford gab es noch drei weitere deutsche Hersteller, deren Wachstum deutlich über dem Durchschnitt lag: Audi schaffte über 13 Prozent Zuwachs, Mercedes fast 12 Prozent und BMW kam auf 10 Prozent mehr verkaufte Fahrzeuge, Mini schaffte immerhin ein Plus von 8 Prozent. Alle anderen deutschen Marken lagen in den ersten vier Monaten des Jahres im Minus, aber wie schon erwähnt, das kann teilweise auch an jahreszeitlichen Schwankungen liegen.

Der Absatzmarkt Fuhrpark ist mit über einem Drittel aller verkauften Fahrzeuge insbesondere für Audi und BMW essenziell, aber auch Volkswagen, Ford, Mercedes und Porsche verkaufen hierzulande über ein Viertel aller Fahrzeuge in die Flotten. Die niedrigsten Flottenwerte – und damit im Umkehrschluss die höchsten Verkäufe im Privatmarkt – weisen Opel und Smart mit jeweils unter einem Viertel der verkauften Einheiten aus.

Importmarken
Bei den Importmarken war das Wachstum in den ersten vier Monaten des Jahres, wie bereits erwähnt, doppelt so hoch wie bei den deutschen Herstellern – zumindest im Flottenmarkt. Im Gesamtmarkt schnitten die Importeure sogar noch etwas schlechter ab als die deutschen Hersteller, wenn auch nur um 0,1 Prozentpunkte. Insofern gibt es bei den Importeuren in der Flotte viele Gewinner. Die höchsten Zuwächse bei der absoluten Stückzahl konnten Nissan mit plus 2.130, Škoda mit plus 2.029, Mazda mit plus 914, Hyundai mit plus 879 sowie Volvo mit plus 715 Fahrzeugen vorweisen.

Die prozentualen Top-Performer Jaguar und Nissan hatten wir ja bereits erwähnt, aber es gab noch weitere Marken mit beeindruckendem prozentualem Wachstum, wobei wir uns hier auf die Marken mit über 100 verkauften Einheiten in den ersten vier Monaten beschränken: Über 40 Prozent Zuwachs erzielten Mazda und Maserati, zwischen 20 und 30 Prozent lagen Volvo, Hyundai und Land Rover.

Top-Modelle
Volkswagen dominiert den deutschen Flottenmarkt nicht nur als Konzern, sondern auch bei den meistverkauften Modellen: Platz eins und zwei gehen auch in diesem Jahr unverändert an den VW Passat und den VW Golf, auf den Plätzen drei und vier tauschen lediglich die Konzernfahrzeuge Audi A4 und Audi A6 die Position, gefolgt vom Škoda Octavia. Erst ab Rang sechs folgen andere Hersteller, nämlich BMW mit dem 3er, Mercedes mit der C-Klasse sowie Ford mit dem Focus. Insgesamt 15 der beliebtesten 25 Flottenmodelle kommen aus dem Volkswagen Konzern.

Die beliebtesten deutschen Flottenmodelle 2015 scheinen auch 2016 die beliebtesten Fahrzeuge zu bleiben, Verschiebungen gab es nur teilweise und fast nur in der Reihenfolge. Ganze zwei Modelle schafften es neu in die Top 25: der Škoda Superb nach seinem Modellwechsel sowie der Mercedes GLK/GLC.

Dabei scheint die Wichtigkeit des Flottenmarktes auf Gegenseitigkeit zu beruhen: Die Fuhrparkmanager kaufen die in der Praxis bewährten Modelle, umgekehrt ist der Gesamtabsatz dieser Modelle in der Flotte für die Hersteller mit wenigen Ausnahmen überproportional. So werden mehr als 60 Prozent aller Audi A6 in die Fuhrparks verkauft, und auch von VW Passat, Audi A4, BMW 3er und Škoda Superb sind es noch mehr als die Hälfte. Zum Vergleich: Im Durchschnitt wurden in den ersten vier Monaten des Jahres knapp 24 Prozent aller in Deutschland verkauften Fahrzeuge in die Fuhrparks verkauft. Einen überdurchschnittlichen Privatverkaufsanteil gab es von den Top-25-Modellen in deutschen Fuhrparks insbesondere bei Opel Astra, VW Golf, VW Tiguan, BMW 2er sowie Audi A3. Das zeigt auch: Die teuren Modelle werden eher als Dienstwagen gefahren, privat wird deutlich weniger Geld ausgegeben.

Top-Importmodelle
Auch bei den Top-Importmodellen dominiert der Volkswagen Konzern den Markt mit fünf Škoda- und vier Seat- Modellen im Ranking. Allein die beiden Erstplatzierten, Škoda Octavia und Škoda Superb, setzten in den ersten vier Monaten fast ein Drittel aller Einheiten der Top-25-Importmodelle ab. Aber immerhin: Hier ist der Wettbewerb differenzierter. Schon auf den Plätzen fünf und sechs folgt der erfolgreichste „echte“ Importeur mit Renault Scénic und Nissan Qashqai. Durch die weiteren platzierten Modelle Renault Clio, Renault Captur, Renault Mégane, Nissan Juke und Nissan X-Trail schafft es der Renault-Nissan-Konzern immerhin auf sieben Modelle im Ranking und lässt damit die anderen Importmarken weit hinter sich.

Aber auch andere Hersteller spielen bei den beliebtesten Importmodellen vorne mit: Mazda findet sich mit dem CX-5 zwar nur einmal im Ranking, liegt aber dafür weit vorn auf Platz acht. Volvo kann mit dem XC90 und XC60 gleich zwei Modelle platzieren, ebenso wie Hyundai mit dem Tucson und dem i30 sowie Toyota mit Aygo und Yaris.

Insgesamt ist der Flottenmarkt für die Importmarken noch nicht so wichtig wie bei den deutschen Herstellern, das sieht man auch daran, dass es mit dem Volvo XC90 und dem Škoda Superb nur zwei Modelle gibt, die zu über 50 Prozent in die deutschen Fuhrparks verkauft werden. Oder anders ausgedrückt: Hier ist in der Flotte noch Luft nach oben.

Immerhin drei Importmodelle konnten sich in diesem Jahr bereits neu im Ranking platzieren: Höchster Neueinsteiger ist der Hyundai Tucson, der gleich auf Platz neun vorgefahren ist. Ebenfalls neu sind mit Renault Captur und Nissan X-Trail zwei weitere SUV – der allgemeine Trend zu den nützlichen Alleskönnern scheint sich also auch in diesem Jahr fortzusetzen. Ob es nun an der höheren Sitzposition für die älter werdenden Mitarbeiter oder an dem Lifestyle-Charakter und dem damit verbundenen „Der kommt überall hin“ liegt.