Die vier Kernbereiche der redundanten Architektur umfassen das Bremssystem, die Lenkung, die Stromversorgung sowie Teile der Sensorik. Dies beinhaltet damit die Umfelderkennung sowie die Fahrdynamik. Batterie, Lenkmotor, Raddrehzahlsensorik bis hin zu Algorithmen, die das System für die Datenberechnung nutzt, sind ebenfalls doppelt ausgelegt. Darüber hinaus sind Teile der Sensorik funktional redundant, da sie sich durch ihre unterschiedlichen physikalischen Konzepte (u.a. Optik; Ultraschall; Radiowellen) gegenseitig bestätigen und so stets ein sicherer Betrieb ermöglicht wird. Dazu gehören hauptsächlich Radare, Kameras und ein LiDAR, aber auch Ultraschall- und Nässesensoren sowie Mikrofone liefern wertvolle Daten. Insgesamt sorgen über 30 Sensoren dafür, dass DRIVE PILOT zuverlässig die Fahraufgabe meistert.

„Der Name Mercedes-Benz steht seit jeher für Sicherheit. Auch bei der Entwicklung und Einführung automatisierter Fahrsysteme wie DRIVE PILOT setzen wir bereits heute Standards. Wir sind der festen Überzeugung, dass ab der dritten Stufe des automatisierten Fahrens Redundanzen der richtige Ansatz sind. Bei den Sensoren halten wir speziell auch den Einsatz von LiDAR neben Radaren und Kameras für unabdingbar. Situative Defizite des einen Sensors können wir mit den Eigenschaften der anderen ausgleichen. Sich auf nur einen Sensortyp zu verlassen, würde nicht die Ansprüche von Mercedes-Benz in Sachen Sicherheit erfüllen“, sagt Markus Schäfer, Mitglied des Vorstands der Mercedes-Benz Group AG, Chief Technology Officer, verantwortlich für Entwicklung und Einkauf.

Nach Aktivierung von DRIVE PILOT regelt das System Geschwindigkeit sowie Abstand und führt das Fahrzeug innerhalb der Spur. Kunden können bei hohem Verkehrsaufkommen oder Stausituationen auf geeigneten Autobahnabschnitten in Deutschland bis zu einer Geschwindigkeit von 60 km/h die Fahraufgabe unter bestimmten Bedingungen an das System übergeben. Im unwahrscheinlichen Fall einer Störung eines der primären Systeme ist die Systemarchitektur von DRIVE PILOT in der Lage, die Situation zu erkennen und eine sichere Übergabe der Fahraufgabe an den Fahrer zu ermöglichen. Selbst wenn einer Übernahmeaufforderung nicht nachgekommen werden kann, beispielsweise auf Grund eines medizinischen Notfalls, leitet DRIVE PILOT einen für den nachfolgenden Verkehr beherrschbaren sicheren Nothalt ein.

Mercedes-Benz ist Vorreiter bei automatisierten Fahr- und Sicherheitstechnologien

Seit der Erfindung des Automobils im Jahr 1886 hat Mercedes-Benz mit innovativen Technologien immer wieder Maßstäbe in der Fahrzeugsicherheit gesetzt. Sicherheit gehört zu den Kernwerten der Marke. So bietet Mercedes-Benz seit Jahren fortschrittliche Fahrerassistenzsysteme (SAE-Level 2) in seinen Fahrzeugen an. Sie können die Sicherheit im Straßenverkehr erhöhen und das Leben in vielen Alltagssituationen erheblich erleichtern. Sie unterstützen dabei zum Beispiel bei der Geschwindigkeits- und Abstandsregelung, beim Lenken oder beim Spurwechsel. Im Dezember 2021 hat Mercedes-Benz als weltweit erster Automobilhersteller eine international gültige Systemgenehmigung für hochautomatisiertes Fahren (SAE‑Level 3) erhalten. In Deutschland ist DRIVE PILOT seit dem 17. Mai 2022 für die S-Klasse und den EQS bestellbar. Und beim Einparken geht die Marke noch einen Schritt weiter – mit der Vorrüstung des INTELLIGENT PARK PILOT, der zukünftig vollautomatisiertes, fahrerloses Parken nach SAE-Level 4 ermöglichen soll.