„In rund 12 Jahren sollen in der EU keine neuen Benzin- und Diesel-PKW mehr verkauft werden. Obwohl das eine lange Zeitspanne ist, ist es an der Zeit für Flottenmanager eine Strategie für die Transformation ihres Fuhrparks zu entwickeln. Diese sollten sie unbedingt nutzen, statt das Thema auf die lange Bank zu schieben.

Ausgehend vom heutigen Stand der Technik kann man annehmen, dass ab 2035 zum größten Teil nur noch Elektroautos verkauft werden. Gerade in großen Unternehmen mit vielen Fahrzeugen ist die Elektrifizierung aber ein Projekt, das diverse Abhängigkeiten schafft. In erster Linie empfehlen wir Ladestationen auf dem Firmengelände, sollten keine erheblichen Investitionen in die öffentliche Ladeinfrastruktur getätigt werden. Das erweist sich billiger und bequemer als die Nutzung eines öffentlichen Ladenetzes. Eventuell müssen sogar Energieinfrastruktur und -management im Gebäude oder auf dem Betriebsgelände neu geplant werden, um den steigenden Anforderungen zu entsprechen. In diesem Zuge können Unternehmen auch darüber nachdenken, eigene Erzeugungsanlagen wie Solarzellen in ihr Energiekonzept zu integrieren.

Aufgrund dieser vielen Abhängigkeiten und des großen Investitionsvolumens sollte frühzeitig mit der Ausarbeitung einer Elektrifizierungsstrategie begonnen werden, die sich in ein Gesamtenergiekonzept integriert. Das sollte aber nicht im luftleeren Raum passieren. Viel besser ist es meiner Meinung nach, bereits frühzeitig im kleinen Rahmen mit der Elektrifizierung zu beginnen und gleichzeitig eine langfristige Strategie für das große Ganze zu entwickeln. Auf diese Weise können direkt eigene Erfahrungen in die Planung einfließen.

Vermutlich werden ohnehin die wenigstens Unternehmen auf einen Schlag ihre komplette Verbrennerflotte durch E-Autos ersetzen wollen. Vielmehr werden wir in den nächsten Jahren immer mehr hybride Flotten sehen, in denen sukzessiv ausgemusterte Verbrenner durch Elektrofahrzeuge ersetzt werden. Doch auch ein solcher hybrider Fuhrpark hat seine Herausforderungen. Beispielsweise müssen sich Flottenmanager fragen, welche Routen besser für E-Autos geeignet sind und welche für die verbleibenden Verbrenner. Natürlich stellt sich auch die Frage, welche Fahrzeuge überhaupt angeschafft werden sollen. Da Ladevorgänge auch auf absehbare Zeit länger dauern werden als zu tanken, benötigen E-Autos zudem eine optimierte Planung im täglichen Betrieb. Um hier der Lage Herr zu werden, ist eine solide Datengrundlage unerlässlich. Flottenmanager setzen dabei am besten auf eine Telematikplattform, die speziell für E-Fahrzeuge und hybride Fuhrparks ausgelegt ist. Unternehmen können auch das kostenlose EVSA-Tool von Geotab nutzen, um die Eignung verschiedener Fahrzeuge für ihre Flotte zu beurteilen. Eine Studie mit 40.000 Fahrzeugen mit Verbrennermotoren hat gezeigt, dass heute schon über 60% dieser Fahrzeuge wirtschaftlich mit E-Fahrzeugen ersetzt werden können.

Flottenmanager, die sich bereits in den nächsten Jahren mit der Elektrifizierung ihres Fuhrparks beschäftigen und eine entsprechende Strategie anstoßen, zeigen damit nicht nur Weitblick und Interesse für die langfristige Entwicklung ihres Unternehmens, sondern wappnen sich auch für die massiven Änderungen, die das Erreichen der Klimaziele mit sich bringt.“