Die wichtige Entwarnung zuerst: Erhöhte Brandgefahr von Elektrofahrzeugen besteht auch bei den aktuellen sommerlichen Temperaturen nicht. Selbst bei bisher noch nie gemessenen 60 Grad Außentemperatur wäre keine erhöhte Brandgefahr durch die Batterien zu befürchten. Zum einen sind diese so im Fahrzeug verbaut, dass sie nie direkter Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind. Zum anderen kommt ein ausgereiftes Temperaturmanagementsystem zum Einsatz. Dabei handelt es sich um eine Art Klimaanlage für die Batterie, wodurch extrem heiße aber auch extrem kalte Betriebstemperaturen vermieden werden. Sollte im Betrieb dennoch und wider Erwarten Überhitzung drohen, sorgt die automatische Temperaturüberwachung für die Abschaltung bevor kritische Temperaturen erreicht werden.

Auch wenn keine unmittelbare Gefahr droht, wirken sich hohe Temperaturen dennoch auf die Reichweite aus. Die optimale Reichweite erzielen Elektroautos bei 21,5 Grad, bei Werten darüber beginnt sie zu sinken. Umso wichtiger ist es, im Sommer darauf zu achten, die Batterie nicht noch zusätzlich zu belasten. 

Tipp Nr. 1 – Besser planenDie Maßnahmen zum Schutz der Batterie sowie ein unvermeidbarer Reichweitenverlust durch Temperaturen über dem Optimum erfordern im Sommer mehr Planungsaufwand. Fuhrparkleiter müssen die Reichweiten ihrer Fahrzeuge eventuell anders kalkulieren als unter Idealbedingungen. Dabei kann ihnen beispielsweise das Geotab Temperatur-Reichweiten-Tool helfen.

 

Tipp Nr. 2 – Langsam und regelmäßig ladenFahrer und Verwalter von Elektroautos sollten bei Hitze darauf achten, dass sie längere und häufigere Ladestopps einplanen. Denn die maximale Ladeleistung wird bei hohen Temperaturen durch das System beschränkt, um die Batterie nicht zu überlasten. Schnelladen sollte wenn möglich ganz vermieden werden. Außerdem erreichen die meisten Batterien in heißen Umgebungen ihre optimale Leistung bei einen Ladestand von 80 Prozent, sie sollten also gar nicht ganz vollgeladen werden.

 

Tipp Nr. 3 – Am Netz vorkühlenIm Idealfall werden Innenraum und Batterie eines Elektrofahrzeugs bereits auf die optimale Betriebstemperatur gebracht, während das Auto noch an eine Ladestation angeschlossen ist. Davon profitieren einerseits die Fahrer, die in ein angenehm temperiertes Gefährt steigen können, andererseits wird auch die Batterie geschont.

 

Tipp Nr. 4 – Entspannt fährt längerAbruptes Beschleunigen und Bremsen sollte generell im Sinne der Energieeffizienz vermieden werden. Umso mehr gilt das aber bei heißen Temperaturen. Die kurzfristige, starke Belastung sorgt für ein schnelles Erhitzen der Batterie, was wiederum zu einem erhöhten Energieverbrauch führt, da die Batterie vom System nicht nur heruntergekühlt werden, sondern auch kühl gehalten werden muss.

 

Tipp Nr. 5 – Schattenparker kommen weiterEs klingt zwar trivial, bringt aber viel: Flottenmanager sollten ihre Mitarbeiter dafür sensibilisieren, wenn möglich im Schatten zu parken. Das kann etwa in der Tiefgarage des Unternehmens, der Lagerhalle oder im Schatten von Bäumen und Firmengebäuden sein. An einem schattigen Platz heizt sich das Fahrzeug weniger auf und muss daher auch weniger Energie für die Batteriekühlung aufwenden. Diese eingesparte Energie steht für zusätzliche Reichweite zur Verfügung.

 

Tipp Nr. 6 – Zusatzlast minimierenWenn möglich, sollte die Klimaanlage nicht genutzt werden, da sie für den größten zusätzlichen Verbrauch im Fahrzeug sorgt. Dennoch ist es bereits hilfreich, die Klimatisierung nicht auf das Minimum, sondern auf eine etwas wärmere Temperatur einzustellen. Auch andere elektrische Verbraucher im Wagen sollten sparsam eingesetzt werden – Laden über USB, Innenraumbeleuchtung, Radio und Navigationssystem tragen alle zum Gesamtenergieverbrauch bei.

 

Tipp Nr. 7 – Ausmisten lohnt sichEine einfach vermeidbare Verringerung der Reichweite sind unnötige Gegenstände im Fahrzeug. Fahrer sollten also ihr Auto regelmäßig aufräumen und wirklich nur mitnehmen, was sie auch brauchen.