Deutschland: derzeit Europas größter Markt für Plug-in Fahrzeuge

20% der Neuzulassungen von Plug-in Hybriden sowie reinen Elektrofahrzeugen in Europa entfallen in diesem Jahr auf Deutschland. Bislang war Norwegen in Bezug auf EV-Neuzulassungen unangefochten die Nummer 1 in Europa, aber in diesem Jahr hat Deutschland die Führung übernommen. Im Zeitraum Januar bis September wurden hierzulande etwa 53.000 Elektrofahrzeuge neuzugelassen. Hinzu kommen noch knapp 25.000 Plug-in Hybride. Zweifellos haben die Steuervorteile für Firmenwagenfahrer ihren Anteil an dieser positiven Entwicklung.

Fahren ist Überzeugung

Kann man davon ausgehen, dass die Elektropioniere dieser neuen Antriebsart die Treue halten? Oder ist es vielmehr so, dass sie nach den gesammelten Erfahrungen wieder zu den herkömmlichen Verbrennern zurückkehren?

Über das Produkt „Private Loyalty“ ist Dataforce gemäß eigenen Angaben in der Lage zu erkennen, welches Fahrzeug Neuwagenkäufer vorher gefahren sind. Somit ist es möglich zu analysieren, wie viele vorherige Elektroautofahrer beim nächsten Kauf wieder zu einem EV gegriffen haben. Und diese Quote fällt mit 72% durchaus beindruckend aus. Zum Vergleich: bei den bisherigen Dieselfahrern entscheiden sich lediglich 45% erneut für einen Selbstzünder.

Hybride als Sprungbrett?

Da sich der Bestand an Elektrofahrzeugen im Markt auf einem noch bescheidenen Niveau befindet, kommen natürlich viele Elektro-Neukunden von anderen Kraftstoffarten. 44% fuhren zuvor einen Benziner, 41% einen Diesel. Man könnte meinen, Hybridfahrzeuge würden als Zwischenlösung hin zum reinen Elektroauto fungieren, aber lediglich 7% der vormaligen Hybridfahrer sind nun Besitzer eines neuen EV. Das mag zum Teil an dem derzeit noch eingeschränkten Hybrid-Modellangebot liegen, aber vielleicht sind viele Kunden eben auch schon bereit für den Innovationsschritt zum Voll-Elektro.

Wer gewinnt welche Kunden?

Die derzeitige Nummer eins bei den Elektro-Neuzulassungen in Deutschland, der Tesla Model 3, gewinnt die meisten Neukunden vom VW Golf und dem 3er BMW. Auch beim Renault Zoe steht der Golf an der Spitze, gefolgt von einem Modell, welches man vielleicht nicht unbedingt erwartet hätte: es handelt sich dabei nämlich um den VW Touran. Beim i3 von BMW sieht man, dass ein Großteil der Kunden von der eigenen Marke kommt. Ein klares Zeichen dafür, dass Markenloyalität auch bei der relativ neuen Zielgruppe der Elektroautofahrer durchaus noch eine wichtige Rolle spielt.