Das Fahrzeug des Geschädigten ragte mit der Fahrerseite über den Parkstreifen hinaus, wodurch es für Streifschäden gleichsam exponiert war, ohne dass die konkrete Abstellsituation für eine Unfallabrede spricht. Auch der Hergang mit einem streifenden Fahrzeugkontakt über die Seite eines stehenden Fahrzeugs - wegen einer Ausweichbewegung weg von einem entgegenkommenden Fahrzeug -, der - bei einem geringen Verletzungsrisiko für den Fahrer - einen in der sach- und fachgerechten Beseitigung teuren und bei Durchführung einer Billigreparatur lukrativen Schaden zum Entstehen bringt, lassen sich in Richtung eines abgesprochenen Schadenereignisses auffassen. Gleichwohl trägt dies allein nicht die Annahme eines fingierten Schadenereignisses. Weitere für eine Unfallmanipulation sprechende Indizien fehlen. Hier ist zwischen den Parteien unstreitig, dass die Polizei nach dem Unfall hinzugezogen wurde. Für eine persönliche Bekanntschaft zwischen den Unfallparteien ist nichts ersichtlich. Auch der Unfallort spricht nicht für einen verabredeten Unfall, denn er befindet sich in einem Wohngebiet, wodurch es keineswegs ausgeschlossen erscheint, dass Zeugen die Kollision beobachten könnten.

OLG Hamm, Beschluss vom 12.04.2022, Az. 7 U 1/21