Das Reisekostenrecht regelt abschließend, in welchen Fällen der Dienstreisende verpflichtet ist, die Wirtschaftlichkeit der geplanten Dienstreise vorab prüfen und die Dienstreise genehmigen zu lassen. Weitergehende Verpflichtungen ergeben sich auch nicht aus der Treuepflicht. Bei der - hier erfolgten - Anordnung der Dienstreise entfällt mit dem Dienstreiseantrag des Dienstreisenden ersichtlich auch die Prüfungs- und Genehmigungspflicht. Die Wirtschaftlichkeitsprüfung erfolgt dann erst bei der Abrechnung des Antrags des Dienstreisenden auf Reisekostenerstattung, wobei der Dienstreisende im Fall der Anordnung der Dienstreise ggf. an (rechtmäßige) Weisungen der anordnenden Stelle zu Art und Weise der Durchführung der Dienstreise gebunden ist. Ansonsten trägt der Dienstreisende in diesen Fällen das Risiko, dass sich seine eigenen Planungen nachträglich als unwirtschaftlich erweisen und keine Reisekostenvergütung gewährt wird. Der Antritt einer Dienstreise vor 6 Uhr und deren Beendigung nach 22 Uhr ist unabhängig von den jeweiligen Umständen des Einzelfalls nach dem Wortlaut der maßgeblichen landesrechtlichen Verwaltungsvorschriften generell unzumutbar.

OVG Münster, Beschluss vom 25.05.2022, Az. 1 A 549/21