Maßgeblich ist vielmehr, dass der Fahrerlaubnisinhaber an einer Epilepsie leidet und Antiepileptika einnimmt. Das Verwaltungsgericht hat zutreffend ausgeführt, dass unter anderem in den Fahrerlaubnisklassen C, C1, und C1E die Fahreignung bei Epilepsie ausnahmsweise dann besteht, wenn kein wesentliches Risiko von Anfallsrezidiven mehr besteht, z.B. bei fünf Jahren Anfallsfreiheit ohne Therapie. Vorliegend ist das verkehrsmedizinische Gutachten zu dem Ergebnis gelangt, dass der Fahrerlaubnisinhaber an einer Epilepsie mit seltenen Krampfanfällen leidet. Der Gutachter führte aus, dass aufgrund der Stellungnahme des Neurologen nicht davon ausgegangen werden könne, dass ohne die Einnahme antikonvulsiver Medikation eine Anfallsfreiheit bestehe. Dies hat nach Ziffer 6.6 der Anlage 4 zur Fahrerlaubnis-Verordnung zur Folge, dass er zum Führen von Kraftfahrzeugen der Gruppe 2 ungeeignet ist.

OVG Bremen, Beschluss vom 28.04.2022, Az. 1 LA 377/21