Wurde das unfallbeschädigte Fahrzeug in Eigenregie repariert, so sind bei der Schadensregulierung die für die Instandsetzung tatsächlich verauslagten Kosten zu Grunde zu legen. Diese Kosten sind vom Sachverständigen bei dem Unfallgeschädigten zu erheben.

Auf Gutachtensbasis kann jedoch nicht mehr reguliert werden. Der Sachverständige konnte nicht zur Überzeugung des Gerichts ermitteln, in welcher Höhe bei der Reparatur tatsächlich unfallbedingte Reparaturkosten angefallen sind. Dies gelang insbesondere deshalb nicht, da das Fahrzeug nicht mehr zur Begutachtung zur Verfügung stand. Auch Feststellungen zu einem erstattungsfähigen Mindestbetrag ließen sich nicht treffen. Der Geschädigte hat vor einer Veräußerung des reparierten Fahrzeugs für die gebotene Nachweisbarkeit Sorge zu tragen, sei es durch Sicherung der Kette an Informationen, wo das Fahrzeug durch den Sachverständigen besichtigt werden kann, oder durch den Antrag an das Gericht, wegen der beabsichtigten Veräußerung parallel zum einzuholenden Rechtsgutachten, die vom Gericht angeordnete zweistufige Beweiserhebung beginnen zu lassen und damit dem Schadensgutachter die Besichtigung des Fahrzeugs zu ermöglichen.

LG Karlsruhe, Urteil vom 09.07.2021, Az. 6 O 175/17