Die vom Versicherer des Schädigers benannte Werkstatt liegt über 37 km vom Wohnort des Geschädigten entfernt (dies bestätigt auch eine Abfrage bei google.com/maps). Dagegen liegt die im Schadensgutachten ausgewiesene markengebundene Reparaturwerkstatt im Wohnort des Geschädigten. In Anbetracht dieser Gesamtumstände kann nicht mehr von einer mühelosen Erreichbarkeit der Werkstatt für den Geschädigten ausgegangen werden. Zu berücksichtigen ist auch der einem Geschädigten zugemutete Aufwand bei der Geltendmachung etwaiger Nacherfüllungsansprüche im Rahmen der Gewährleistung bei mangelhaften Reparaturleistungen.

Die Entfernung von nahezu 38 km liegt 80% über dem Wert von 21 km, die der BGH auch deswegen als mühelos erreichbar angesehen hat, weil eine geringere Entfernung zu einer markengebundenen Werkstatt nicht feststellbar war. Hingegen liegt die im Schadensgutachten des Geschädigten benannte markengebundene Werkstatt nur 6 km und 9 Autominuten von seinem Wohnort entfernt. Die Fahrzeit von ca. 30 Minuten zur freien Werkstatt lässt sich nur erreichen, wenn die Autobahnen frei sind, was im morgendlichen und nachmittäglichen Berufsverkehr nach den eigenen Erfahrungen des Senats häufig nicht der Fall ist. Der Transport des Fahrzeugs über fast 38 km ist auch kein unerheblicher Aufwand, wenn sich in der unmittelbaren Umgebung zahlreiche andere Werkstätten und vor allem eine markengebundene Fachwerkstatt befinden. Zu beachten ist schließlich, dass der Geschädigte im Falle einer mangelhaften Ausführung der Reparatur weitere Zeit und Kosten investieren würde, um die notwendigen Nachbesserungsarbeiten durchführen zu lassen. Eine zumutbare Alternative ist dem Geschädigten daher durch den Verweis auf die Möglichkeit, sein Fahrzeug durch die freie Werkstatt reparieren zu lassen, nicht aufgegeben worden. 

OLG Düsseldorf, Urteil vom 17.09.2019, Az. 1 U 84/19