Bei starken Regenfällen kann eine Geschwindigkeit eines Kraftfahrzeuges von 100 Km/h auch auf einer Autobahn zu hoch sein. Bei der angepassten Geschwindigkeit sind auch die Art und der Zustand der Bereifung zu berücksichtigen. Bei 345 Millimeter breiten Reifen mit einer Profiltiefe von nicht mehr als zwei Millimetern kann die angepasste Geschwindigkeit bei 60 Km/h liegen.

Der Betroffene hätte aufgrund seiner Fahrpraxis und den Wetter- und Sichtbedingungen erkennen müssen, dass er für die Straßenverhältnisse und seine dürftige Bereifung zu schnell fuhr. Angemessen wäre eine Geschwindigkeit von maximal 80 Km/h gewesen, aufgrund der breiten Reifen in schlechtem Zustand eher eine Geschwindigkeit im Bereich von 60 Km/h. Hätte der Betroffene das Fahrzeug mit 60 Km/h geführt, wäre es nicht zu der Schädigung gekommen.

AG Tübingen, Urteil vom 14.02.2020, Az. 16 OWi 16 Js 25507/19