Zusätzlich zur Auswertung der EDR-Daten hat der Sachverständige eine klassische Unfallrekonstruktionsbegutachtung durchgeführt und mit den zuvor ermittelten Daten abgeglichen. Hierbei ist der Sachverständige zu dem Ergebnis gelangt, dass aus technischer Sicht kein Zweifel daran bestehe, dass die durch das Airbag-Steuergerät aufgezeichneten Daten auf die vorliegende Fahrzeug-Fahrzeug-Kollision zurückzuführen seien. Aus technischer Sicht wiesen alle Anknüpfungspunkte darauf hin, dass der Lexus zum Zeitpunkt der Kollision gestanden habe.

Der Sachverständige hat bestätigt, dass er aufgrund des Abgleichs mit den Mitteln der klassischen Unfallrekonstruktion davon ausgehe, dass die EDR-Daten absolut zuverlässig seien. Man könne aufgrund der klassischen Unfallrekonstruktion sagen, dass der Citroen vor der Kollision eine Geschwindigkeit von vielleicht 30 km/h gehabt habe und der Lexus sehr langsam gefahren sei bzw. gestanden habe. Das Ergebnis der Auswertung der EDR-Daten und der mit den Mitteln der klassischen Unfallrekonstruktion ermittelte Hergang seien aus seiner Sicht voll kompatibel. Die Datei sei in sich konstruktionsbedingt nicht manipulierbar, das gelte auch hinsichtlich der gespeicherten Position des Fahrhebels. Eine Verwechslung sei nur möglich bei einem baugleichen Fahrzeug mit einer seitlichen Kollision, die genau zu derselben Drehung geführt habe.

Die zusammenfassende Würdigung des Unfallherganges mit den Angaben der Zeugen führt zur Überzeugung des Senates von einer Manipulation der Kollision.

OLG Hamm, Urteil vom 13.05.2019, Az. 6 U 144/17