Der Nachweis eines manipulierten Unfalles kann durch eine ungewöhnliche Häufung von Indizien geführt werden. Dieser Nachweis ist bereits dann geführt, wenn sich eine erhebliche Wahrscheinlichkeit für unredliches Verhalten feststellen lässt. Das Schadensbild - überwiegend Streifschäden - ist ein typisches Indiz für eine Unfallmanipulation. Blechschäden auf Parkplätzen sind häufig bei gestellten Unfällen anzutreffen. Aufgrund geringer Geschwindigkeiten sind Personenschäden nicht zu erwarten und Sachschäden können dosiert beigebracht werden. Dazu passt auch die Verwendung eines Anhängers, da insoweit regelmäßig Personenschäden ausgeschlossen werden können. Die ungewöhnlich häufige Verwicklung eines Fahrers in Unfälle stellt ebenfalls ein Indiz dar (in 2013 in 4 „Unfälle“ und im Jahr 2014 in 5 „Unfälle“ verwickelt). Für einen Parkplatzunfall mit mehreren Rangiermanövern und mindestens drei getrennten Anstößen gibt es keine plausible Erklärung, wenn der Verursacher früher sogar selbst Sattelzüge gefahren ist.

Schleswig-Holsteinisches OLG, Beschluss vom 23.10.2018, Az. 7 U 18/18