Fahrbericht: Suzuki Celerio
<p> Der neue Suzuki Celerio tritt als nutzorientierter Kleinstwagen an, um für schmales Budget ein möglichst hohes Maß an Praxistauglichkeit zu bieten. Wir haben ihn zu einer Fahrt durch Berlin entführt.</p>
Wer sich bei Suzuki nach einem Auto umschaut, sucht in der Regel ein Funktionsauto ohne Emotionen. Und so schickt sich auch der neue Celerio an, die Kunden mit praktischen Fähigkeiten zu überzeugen. Dabei stapeln die Suzuki-Verantwortlichen fast ein bisschen tief, wenn sie leicht euphemistisch darauf hinweisen, dass ihr Neuling vielleicht etwas sachlicher daherkommt als der Wettbewerb.
Dafür dass der Celerio kein Lifestyle-Flitzer sein soll und die Marketingleute seine angepeilte Zielgruppe eher bei fünfzig aufwärts sehen, wirkt er keineswegs angestaubt – im Gegenteil. Gerade in einer peppigen Farbe mutet der kantig gehaltene Kleinstwagen durchaus modisch an. Für überschaubare 9.690 Euro kommt der Japaner ausschließlich mit vier Türen daher und demonstriert auf diese Weise Praxistauglichkeit. Bei den Motoren gibt es keine großartigen Wahlmöglichkeiten – sie geben stets 50 kW/68 PS auf die Vorderräder; die Leistung entstammt einem exakt einen Liter großen Dreizylinder ohne Aufladung. Nur beim Verbrauch dürfen die Interessenten wählen: 4,3 oder 3,6 Liter je 100 km lautet die Frage, was auf Neudeutsch übersetzt 99 oder 84 g CO2 je km bedeutet.
Erzielt wird der Effizienzvorteil durch eine überarbeitete Benzineinspritzung in Tateinheit mit einer um einen Zentimeter abgesenkten Karosse inklusive Start-Stopp-System. Allerdings rechnet selbst Suzuki mit einem vergleichsweise geringen Anteil des „Eco+“-Pakets, denn wirtschaftlich betrachtet lohnt sich der 1.100 Euro betragende Aufpreis für Wenigfahrer kaum. Und der Zugkraft-Anstieg von 90 auf 93 Nm macht sich in der Praxis nun wirklich nicht bemerkbar.
In puncto Fahrleistung spricht der Celerio ebenfalls mehr den Verstand als das Herz an, wenngleich man quirlig von der Stelle kommt. Hier spielt ihm das geringe Leergewicht in die Hände. Suzuki meldet weniger als 900 kg für die Basisversion, die jedoch auch keinen Kältekompressor mitschleppen muss. Kommt dieser dazu plus Motoren für die hinteren Fensterheber (Comfort-Version), dürfte sich das Vehikel einer Tonne annähern. Nichtsdestotrotz genügt der charakteristisch sirrende Dreizylinder für den urbanen Bereich und gibt auch keinen Anlass zur Sorge, man könne mit dem Autobahnverkehr nicht mitschwimmen. Dass das Klein-Kraftwerk etwas Drehzahl braucht, um in Schwung zu kommen, sollte dem Fahrer beim bevorstehenden Überholvorgang bewusst sein.
Seinen Nutzwert so richtig ausspielen kann der Kleine auf den hinteren Sitzplätzen. Mit glänzenden Augen erläutert Techniker Mitsuhiko Onuma, dass die neu entwickelte Plattform einen der größten Radstände im Segment aufweise. Und es stimmt, diese Eigenschaft macht sich im Fond bemerkbar, wo man die Beine spielend sortieren kann – das gilt selbst für größer gewachsene Personen, deren Extremitäten nur dann Kontakt mit den Vordersitzlehnen aufnehmen, wenn zwei Sitzriesen hintereinander platznehmen. In der ersten Reihe verweilt man ohnehin recht luftig und kann den Celerio bei Bedarf auch mal für eine ausgedehnte Reise nutzen.

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Die straffen Polster erlauben einen kommoden Aufenthalt – hier ist man auch nicht schlechter aufgehoben als in den meisten Kleinwagen, die immerhin ein Segment über dem Celerio angesiedelt sind. Ordentlich dimensionierte Dämpfer lassen die Passagiere auch Rüttelpassagen klaglos überstehen, wie man beim Abstecher über Berliner Kopfsteinpflaster feststellen konnte. Auch 254 Liter Kofferraumvolumen in Normalkonfiguration stellen einen Spitzenwert im Segment dar. Klappt man die Rücksitze um, wächst das Volumen auf satte 1.053 Liter an, da muss der Wettbewerb ebenfalls passen.
Passen muss der kleine Suzuki aber auch – derzeit zum Beispiel noch beim Fremdwechseln der Übersetzungen. Doch Ingenieur Onuma verspricht Besserung und kündigt an, eine automatisierte Box rasch nachzuliefern. Diese solle schnelleres Schalten ermöglichen als die berühmt-berüchtigten Einfach-Automaten das in der Regel tun und damit nervigen, überlangen Zugkraftunterbrechungen vorbeugen.
Schon jetzt überzeugen konnte der winzige Allrounder mit seiner leichtgängigen elektrischen Servolenkung – genau richtig für häufiges Rangieren in der City. Sehr segment- und zielgruppenorientiert präsentiert sich darüber hinaus das sachlich gestaltete Cockpit. Der Celerio verkneift sich jegliche Design-Spielerei und setzt stattdessen auf klare wie schnörkellose Instrumente mit nahezu perfekter Ablesbarkeit. Statt edler Materialien überwiegt neutraler Kunststoff. Und dennoch: Das Interieur macht einen soliden, ordentlich verarbeiteten Eindruck – hier klappert oder knarzt rein gar nichts. Einen USB-Anschluss gibt es dann aber doch, so ganz asketisch ist man mit dem Stadtwagen dann also nicht unterwegs. Ganze 4.000 Exemplare möchte der Importeur im nächsten Jahr absetzen. Die Konstrukteure jedenfalls haben ihre Hausaufgaben erledigt.
Suzuki Celerio - Technische Daten:
Steilheck-Kleinstwagen mit vier Türen, Länge: 3,60 Meter, Breite: 1,60 Meter, Höhe: 1,54 (Eco+ 1,53) Meter, Radstand: 2,43 Meter
1,0-l-Dreizylinder-Sauger 50 kW/68 PS, maximales Drehmoment: 90 (93 Eco+) Nm bei 3.500 U/min, Vmax 155 km/h, 0-100 km/h in 14 s, Durchschnittsverbrauch: 4,3 (3,6 Eco+) l/100 km, CO2-Ausstoß: 99 (84 Eco+) g/km, ab 9.690 (11.990 Eco+) Euro
Suzuki Celerio Kurzcharakteristik:
Alternative zu: Volkswagen Up, Renault Twingo, Peugeot 108, Skoda Citigo, Seat Mii, Ford Ka, Toyota Aygo, Nissan Pixo, Kia Picanto, Hyundai i10
Passt zu: schmalem Budget und maximalem Nutzen
Sieht gut aus: sowohl in peppiger als auch gedeckter Farbe
Wann er kommt: Ende November 2014
Was noch kommt: automatisiertes Schaltgetriebe

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DIGges Ding
<p> <img alt="" src="https://www.flotte.de/files/UserFiles/micra.jpg" style="width: 250px; height: 167px;" /></p> <p> Neuigkeiten für Micra-Kunden: Es gibt Nachschlag in Form von 18 Zusatz-Pferdchen, die dem analog zur Basisversion ebenso großen (1,2 Liter) Dreizylinder per Kompressor eingehaucht werden. Spürbar wird die Zusatzpower des DIG-S – ganz systemuntypisch – indes erst im oberen Drehzahlbereich.<br /> <br /> Der Micra geht unter die Kompressor-Vertreter. Eine Auszeichnung, welche in der Regel deutlich höherwertigen Fahrzeugen zuteil wird. Damit keine Missverständnisse entstehen: Ein Hubraum- und Leistungsmonster wird der japanische Kleinwagen dadurch nicht. Es bleibt bei kleinem Volumen und drei Töpfen, gibt aber einen Haufen Technik mit auf den Weg. Direkteinspritzung beispielsweise ist selbstverständlich – alles im Sinne des Verbrauchs, der gemittelt bei immerhin 4,1 Litern liegen soll, ein anspruchsvolles Ziel. Doch wie funktioniert das? Klar, man kann den Eintonner locker niedertourig fahren, aber dann sind keine Fahrleistungswunder zu erwarten. Macht gar nichts, schließlich kauft man eine satte Portion Prestige – wer kann schon behaupten, einen Kompressor sein Eigen zu nennen? Und der Rest geht völlig in Ordnung.<br /> <br /> Will heißen: Für einen Cityfloh unter vier Längenmetern bietet der Asiate erstaunlich viel Raum, was ihn zur erwachsenen Alternative stempelt – sogar hinten kann man gut auch etwas länger aushalten. Vorn kommen erst gar keine Diskussionen über das Thema "Platzangebot" auf, und die straffen Stühle avancieren außerdem zu angenehmen Begleitern auf größeren Reisen. Darüber hinaus erfreut der Fronttriebler durch sanfte Federungseigenschaften – was will man mehr? Auch Technik-Fans kommen auf ihre Kosten, eine Vielzahl an Sonderausstattungen, auf die selbst manche Businessklasse-Kunden verzichten, können geordert werden. Dazu gehört nicht zuletzt das schlüssellose Schließsystem. Dagegen zählen Features wie die volle Airbag-Ausrüstung und Klimaautomatik selbst hier inzwischen zum absoluten Standard.</p>

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