Lange Zeit war das Interesse der deutschen Autokäufer an Elektrofahrzeugen und Plug-in-Hybriden recht zurückhaltend. Zu hohe Preise, zu wenig Reichweite und das beschränkte Angebot an Ladestationen hielten viele davon ab, sich für ein E-Auto zu entscheiden. Dies hat sich nun grundlegend geändert. Denn mittlerweile wurde nicht nur das Netz an Stromzapfsäulen deutlich optimiert, sondern auch die Kapazität der Akkus. Auch längere Strecken sind heute mit einem E-Fahrzeug kein echtes Problem mehr. Für den seit 2020 festzustellenden Boom bei der Neuzulassung von Elektroautos und Plug-in-Hybriden sorgen jedoch in erster Linie die staatliche Förderung und die zum Teil enormen Rabatte, mit denen Hersteller den Absatz der Stromer ankurbeln.

 

In vielen Fällen liegen die tatsächlich zu zahlenden Endpreise für E-Mobile nahezu gleichauf mit jenen, die für vergleichbare Fahrzeuge mit einem konventionellen Verbrennermotor gezahlt werden müssen. Dies macht elektrisch angetriebene Fahrzeuge für immer mehr Autokäufer zu einer echten Alternative. So erfreulich der E-Auto-Boom auch sein mag, für den Handel mit gebrauchten Elektrofahrzeugen ergibt sich aus den hohen Nachlässen auf den eigentlichen Kaufpreis ein nicht zu unterschätzendes Restwertproblem. Gerade bei Leasingrückläufern macht sich dieses bereits heute bemerkbar. Wenn sich der Restwert eines jungen gebrauchten E-Autos mit einer geringen Laufleistung auf dem nahezu gleichen Niveau wie der Preis für einen Neuwagen bewegt, wird sich das Gebrauchtfahrzeug auf dem deutschen Markt kaum noch Gewinn bringend vermarkten lassen. Durch die Verlängerung der staatlichen Innovationsprämie bis ins Jahr 2025 wird sich das Problem in den kommenden Jahren noch deutlich vergrößern.

 

Da es die staatlichen Subventionen und die Herstellerrabatte auf anderen europäischen Märkten in dieser Höhe nicht gibt, bewegen sich auch dort die Preise für gebrauchte E-Mobile auf einem höheren Niveau. Hinzu kommt, dass längst nicht in allen Ländern der Verkauf von neuen Elektroautos einen derartigen Boom erlebt wie in Deutschland. Das höhere Preisniveau, eine stärkere Marktdurchdringung und das begrenzte Angebot auf einigen Märkten im europäischen Ausland macht den Export der E-Autos in diese Länder deshalb zu einer interessanten Alternative für deutsche Händler, die das Restwertrisiko auf diese Weise minimieren möchten. Bereits nach einer Haltedauer von sechs Monaten steht dem Verkauf eines E-Autos ohne den Verlust der Förderprämie nichts mehr im Wege.

 

„Die aktuelle Entwicklung bedeutet, dass für diese Fahrzeuge Alternativen zum klassischen Verkauf an private Käufer, Aufkäufer oder Händlerkollegen vor Ort gefunden werden müssen.“ sagt Maximilian Ebert, Head of Marketing & Business Development bei BCA. Und genau hier liegt eine große Stärke des internationalen B2B Gebrauchtwagen-Marktplatzes von BCA. „Wir haben uns schon früh dem Thema Elektrofahrzeug-Vermarktung gewidmet. Mit unserem EV Marktplatz und seinen wöchentlichen EV-Days bieten wir eine starke Vermarktungsplattform für gebrauchte Elektrofahrzeuge im B2B Bereich und ermöglichen einen einfachen grenzübergreifenden Handel.“