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Flottenmanagement: Frau Eckart, Herr Kuberek, Sie sind bereits seit vielen Jahren für Jaguar Land Rover tätig und haben im April dieses Jahres Verantwortung für den Fleet & Business-Bereich übernommen. Könnten Sie kurz Ihre Werdegänge beschreiben und mit welchen Zielen sowie Vorstellungen Sie die zusätzlichen Funktionen übernommen haben?

Alena Eckart: Ich bin bereits seit über 20 Jahren im automobilen Sektor tätig. Klassisch habe ich Automobilkauffrau in einem Autohaus gelernt und danach habe ich ein betriebswirtschaftliches Studium absolviert. Nach dem Studium bin ich relativ schnell auf die Herstellerseite gewechselt und bin nun seit über acht Jahren bei Jaguar Land Rover. Dies zunächst in der European Importer Region im Bereich Network und später im Bereich Sales. Seit über einem Jahr bin ich nun bei Jaguar Land Rover Deutschland, wo ich als Senior Manager Pre-Owned den Gebrauchtwagenbereich leite und nun seit dem 1. April den Bereich Fleet & Business in Personalunion mit Markus Kuberek zusätzlich verantworte. Dabei zeichnet Markus Kuberek für den Außendienst verantwortlich und ich übernehme in enger Zusammenarbeit mit Silvia Pusic den Innendienst.

Markus Kuberek: Alena Eckart und ich haben eine ähnliche Laufbahn: Ich bin auch gelernter Automobilkaufmann und mein gesamtes Berufsleben in der Automobilbranche tätig, aber vorrangig auf der Handelsseite. Schwerpunktmäßig zunächst 17 Jahre im PSA-Konzern, wo ich verschiedene leitende Positionen innehatte, und seit 2017 bei Jaguar Land Rover. Hier zunächst in der Funktion eines regionalen Verkaufsleiters für die Region Nord, was heute der Position des Regional Performance Managers entspricht, und seit ungefähr zwei Jahren habe ich die Gesamtverantwortung für das deutsche Field-Team, also den Außendienst bei Jaguar Land Rover Deutschland. Eine der wichtigsten Zielsetzungen war es für uns, dass die beiden Sales-Teams näher zusammenrücken. Daneben ist der sehr gute Kontakt zu unseren Fleet & Business Centern wie auch unseren Rahmenvertragspartnern für uns von entscheidender Bedeutung, um hier kompetent als Ansprechpartner mit Rat und Tat zur Seite zu stehen.

Flottenmanagement: Im März 2022 hat Jaguar Land Rover die Nachhaltigkeitsziele bis 2030 bekannt gegeben. Welche Ziele wurden hierbei definiert und welchen Einfluss haben diese auf das Produktportfolio sowie Prozesse?

Alena Eckart: Wir haben zwei verschiedene Kennzahlen dazu bekannt gegeben. Zum einen sollen die Treibhausgasemissionen im Unternehmen um 46 Prozent bis zum Jahr 2030 gesenkt werden und zum anderen sollen die durchschnittlichen Emissionen pro Fahrzeug im gleichen Zeitraum über die gesamte Wertschöpfungskette um 54 Prozent reduziert werden, während der Nutzungsdauer sogar um 60 Prozent.

Markus Kuberek: Das bedeutet eben auch, dass die Modellpalette beider Marken langfristig immer mehr elektrifiziert wird. So wird jedes Modell in Kürze um eine vollelektrische Variante ergänzt. Zum jetzigen Zeitpunkt können wir jedoch nicht näher ins Detail gehen.

Flottenmanagement: Von Geländewagen über Limousinen und Kombi-Modelle bis zu Sportwagen sowie SUVs bietet das Portfolio der Marken Jaguar und Land Rover eine breite Palette an Fahrzeugen, die als Dienstwagen infrage kommen. Welche Zielgruppen möchten Sie im Flottenbereich damit ansprechen?

Alena Eckart: Wir positionieren uns mit unseren Modellen vor allem im oberen Premiumsegment und sprechen hier insbesondere Geschäftsführer, Inhaber, aber auch Führungskräfte auf der Managementebene an.

Markus Kuberek: Gleichwohl ermöglicht uns unsere Modellpalette, ein Unternehmen fast ganzheitlich im Bereich Firmenwagen anzusprechen. Das heißt, von Fahrzeugen für den klassischen Dienstwagennutzer bis hoch auf die Geschäftsleitungsund Inhaberebene ist momentan alles verfügbar. Jedoch sind wir nicht der klassische Massenhersteller, der den kompletten Außendienst eines Unternehmens mit Fahrzeugen ausstatten kann, sondern wir richten uns mit unseren Marken an Firmenwagenberechtigte mit einem exklusiven Anspruch, wo die Fahrzeuge eben auch als Incentives genutzt werden.

Flottenmanagement: Land Rover feiert in diesem Jahr den 75. Geburtstag. Welche Bedeutung hat die ikonische Allradmarke für Jaguar Land Rover? Inwieweit sind Werte und Details des Ur-Land-Rovers heute noch in den einzelnen Modellreihen der Marke erkennbar?

Alena Eckart: Wir sind der führende Geländewagenhersteller weltweit und daher auch sehr gut mit unseren ikonischen Marken positioniert. Das heißt, Modelle wie Defender, Discovery oder auch die RangeRover-Palette bieten neben viel Technologie, womit wir den Flottenkunden ein Höchstmaß an Komfort und Sicherheit offerieren, eben auch das Know-how im 4x4-Bereich. Daher macht es wirklich Spaß, diese Fahrzeuge sowohl auf der Straße als auch im Gelände zu bewegen.

Markus Kuberek: Der Defender ist meiner Meinung nach das Modell, welches die Geländefähigkeit unserer Fahrzeuge am besten widerspiegelt. Auch erinnert er mit seinen Ecken und Kanten an das Design des Ur-Defenders. Das ist etwas, was wir mit der Neuauflage erreichen wollten und wofür wir unheimlich viel Zuspruch erhalten haben, auch bei neuen Zielgruppen. Dennoch merken wir, dass der Defender in Bereichen wiederzufinden ist, wo er schon früher seine Vorzüge unter Beweis stellen konnte. Das ist beispielsweise beim Roten Kreuz, wo dieser in Krisenund Katastrophengebieten zum Einsatz kommt. Das zeigt eben, dass der Defender nicht der urbane SUV ist, sondern ein waschechter Geländewagen.

Flottenmanagement: Ende des vergangenen Jahres wurde der neue Range Rover präsentiert und startete Anfang dieses Jahres in den Markt. Mit welchen Highlights weiß die fünfte Generation des britischen „Luxus-SUV“ auch Dienstwagennutzer zu beeindrucken?

Alena Eckart: Für den Range Rover muss man zunächst unterscheiden, ob es sich beim Kunden um einen Selbstfahrer handelt oder ob dieser chauffiert wird. Denn ein Range Rover ermöglicht es dem Nutzer im Fond, seine Arbeit sehr bequem unterwegs zu erledigen, und der Fahrer profitiert von den neuesten Technologien, sei es im Bereich der Assistenzsysteme oder beim Fahrwerk wie zum Beispiel der Wendigkeit durch die Hinterachslenkung.

Markus Kuberek: Gleichermaßen bieten wir mit den Plug-in-Hybrid-Varianten ein echtes Pfund. Mit elektrischen Reichweiten von bis zu 113 Kilometern nach WLTP lässt sich auch ein Fahrzeug dieser Größe im urbanen Bereich ohne Emissionen bewegen, das sucht in diesem Segment seinesgleichen. Der Zuspruch für den Plug-in-Hybrid zeigt sich insbesondere in den Auftragseingängen, wo diese Antriebsvariante gerade aufgrund der Leistungskennwerte sehr stark nachgefragt ist; Gleiches gilt natürlich auch für den Range Rover Sport.

Flottenmanagement: Bei Jaguar sind seit Anfang 2022 XE und XF sowie F-PACE sowohl in neuen Antriebsvarianten als auch mit Alexa-Sprachsteuerung erhältlich. Welche Bedeutung hat die nahtlose Integration der Sprachsteuerung für Sie als Hersteller wie auch den Nutzer? Welche Rolle spielen dabei Nutzererlebnis, aber auch Sicherheitsaspekte?

Alena Eckart: Das Thema Sicherheit steht bei uns an oberster Stelle. Die Fahrer und Fahrerinnen unserer Modelle sollen sicher ans Ziel ankommen. Daher besteht der Vorteil einer Sprachsteuerung über Alexa eben nicht nur darin, dass man einen unheimlichen Komfortgewinn erzielt, da Lieblingsmusik und zusätzliche Informationen ganz bequem per Sprache bedient werden können, sondern vor allem darin, dass die Ablenkung beim Fahren auf ein Minimum reduziert wird. Die Hände können während der Fahrt am Lenkrad bleiben und auch der Blick muss nicht von der Fahrbahn abgewendet werden, um Knöpfe oder ein Eingabefeld zu finden.

Markus Kuberek: Insgesamt muss man natürlich sagen, dass die Digitalisierung in unseren Fahrzeugen auf dem Vormarsch ist. Das erkennt man nicht nur an der Einführung von Alexa im Auto, sondern auch an den Softwareupdates over the air. Mit der Einführung der neuen „Pivi Pro“-Systeme sind wir in der Lage, eine Vielzahl von Updates einfach über den Mobilfunk abzuwickeln. Das erspart den Nutzern zum einen den Weg in die Werkstatt und zum anderen natürlich auch Ausfallzeiten, während das Fahrzeug in der Werkstatt ein Update installiert bekommt. Nicht zu vergessen ist dabei, dass wir viel schneller auf neue beziehungsweise sich ändernde Kundenbedürfnisse reagieren können, und das in einer für den Kunden sehr komfortablen Art und Weise.

Flottenmanagement: Bereits 2021 hat Jaguar Land Rover begonnen, sich im Rahmen der globalen Strategie „Reimagine“ neu aufzustellen, und hat dabei auch die Neupositionierung der Marke Jaguar sowie zahlreiche rein elektrische Modelle angekündigt. Welchen Stellenwert nimmt die Elektromobilität bei Jaguar Land Rover derzeit ein? Auf welche Neuerungen und Neuheiten können sich Dienstwagennutzer in puncto Elektromobilität in Zukunft freuen?

Markus Kuberek: Der Stellenwert der Elektromobilität ist für uns unbestritten hoch. Das zeigt sich nicht nur an den aktuellen Modellen wie dem Jaguar I-PACE und an den Plug-in-Hybrid-Varianten in unserem Portfolio, sondern eben auch in der zuvor angesprochenen fortschreitenden Elektrifizierung unserer Modellpalette. In den nächsten Jahren werden unsere Modelle immer mehr elektrifiziert, ganz gleich, ob wir hier von teiloder rein elektrischen Varianten sprechen. So wird 2024 beispielsweise der Range Rover mit einem rein elektrischen Antrieb an den Start gehen, worauf wir uns enorm freuen. Und das zeigt natürlich, wo die Reise hingeht, wenn mit einem Flaggschiff einer Marke ein solcher Schritt unternommen wird.

Flottenmanagement: Gerade in Zeiten der Pandemie sowie vorherrschender Lieferengpässe in allen Bereichen wünschen sich Unternehmen und insbesondere Mitarbeiter immer mehr Flexibilität. Wie können Sie diese Nachfrage bedienen? Welche Angebote stehen neben dem Kauf oder Leasing zur Wahl?

Alena Eckart: Für den Kunden ist es wichtig, dass er mobil gehalten wird. Unser Mobility-Bereich bietet daher von der Kurzzeitmiete „Rent“ bis hin zu unserem neuen Auto-Abo „Subscribe“, im Bereich von 6 bis 24 Monaten, das passende Angebot. Oftmals wird Flexibilität dabei mit Spontanität gleichgesetzt: Aufgrund der aktuellen Liefersituation, die natürlich nicht nur uns betrifft, sondern den Markt im Allgemeinen, können wir nicht immer dem Wunsch nachkommen, ein bestimmtes Modell spontan buchen zu können. Jedoch stellen wir in enger Zusammenarbeit mit dem Handel sicher, dass unsere Kunden mobil gehalten werden und diese beiden Komplettangebote ganz bequem von der Couch aus buchen können.

Flottenmanagement: Wenn der Fuhrparkkunde sich für Jaguar Land Rover als Premiumfahrzeughersteller entscheidet, welche Premiumdienstleistungen kann er darüber hinaus während der Fahrzeuglaufzeit erwarten? Womit können die Marken hier punkten?

Alena Eckart: Wir können hier wirklich von einem Rundum-sorglos-Paket sprechen, das wir unseren Kunden anbieten können. Das heißt, der Kunde kann je nach Bedarf passende Services hinzubuchen, seien es beispielsweise Versicherungen, Wartung & Verschleiß oder inkludierte Reparaturabrechnungen.

Markus Kuberek: Sehr schön ist es, dass wir ab dem 1. Januar durch die exklusive Partnerschaft mit der BNP Paribas die Finanzdienstleistungen für alle Händler und Kunden mit neuen, innovativen Serviceleistungen anbieten und so einen ganzheitlichen vollumfänglichen Service sicherstellen können. Sprich ein Rundum-sorglos-Paket aus einer Hand.

Flottenmanagement: Zu guter Letzt der Blick in die Zukunft: Auf welche Neuerungen seitens Jaguar Land Rover darf sich der Fuhrparkentscheider sowie Dienstwagenberechtigte mittelfristig freuen?

Alena Eckart: Unsere Kunden dürfen wirklich gespannt auf die Portfolio-Erweiterung sein, die kommen wird. Im Moment drehen wir noch an ein paar Stellschrauben, um unseren Kunden ein perfektes Gesamtpaket präsentieren zu können, was dann natürlich auch die Flottenkunden begeistern wird. Mit dem Marktlaunch des neuen Range Rover im November haben wir aber bereits ein Produkt, wovon wir uns gerade in dieser Zielgruppe viel versprechen. Zumal Range Rover und Range Rover Sport, wie Markus Kuberek bereits ausführte, ab 2024 als vollelektrische Varianten an den Start gehen, was natürlich ein ganz bedeutender Schritt für uns in Richtung Zukunft ist.

Markus Kuberek: Eine Strategie, die wir die nächsten Monate und Jahre verfolgen werden, ist auch unsere Vision von Modern Luxury by Design. Für Kunden bedeutet das vor allem Vereinfachung und Verbesserung: So werden wir nicht nur einen noch besser auf den Kunden abgestimmten und persönlicheren Service in den Autohäusern erleben, sondern auch unser Produktangebot deutlich vereinfachen. Wie andere Hersteller auch, haben wir heute eine Vielzahl von Konfigurationsmöglichkeiten. Unsere Vision ist es aber, das Angebot so zu vereinfachen, dass der Kunde seine Best-Choice-Variante in wenigen Klicks konfigurieren kann. Denn Luxus definiert sich nicht darüber, mehrere Stunden mit dem Konfigurieren zu verbringen, sondern in wenigen Schritten das individuell abgestimmte Fahrzeug zu finden.

Nicht zuletzt bringen wir im nächsten Jahr ein ganz besonderes Highlight auf den Markt: den Defender 75th Limited Edition. Dabei handelt es sich um ein auf 200 Einheiten in Deutschland limitiertes Sondermodell des Defenders zu seinem 75-jährigen Jubiläum.