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Während viele Fahrzeughersteller mit alternativen Antrieben gezaudert haben, ist Jaguar bereits früh in die Vollen gegangen. So war der britische Autohersteller durchaus Pionier in Sachen Elektromobilität – zumindest gilt das für das Segment der performanten Fahrzeuge. Denn der I-Pace macht bereits seit vier Jahren Fans der leisen Mobilität glücklich. Zahlen gefällig? Satte 400 Pferdchen lassen die beiden Permanent-Magnetmotoren auf die beiden Achsen des betont flach gehaltenen SUV los. An Drehmoment hat es sogar fast 800 Newtonmeter. Entsprechend wuchtig schiebt der I-Pace an, um seinem Namen alle Ehre zu machen. Nach 4,8 Sekunden steht die virtuelle Tachonadel auf der 100 km/h-Marke, und nach etwas mehr als 20 Sekunden ist der Multifunktionswagen sogar 200 Sachen schnell. Dank guter Gewichtsverteilung pfeilt der 2,2-Tonner ganz schön flink um die Kehre. So wird ein kleiner Abstecher auf die Landstraße zur willkommenen Abwechslung, wenn die Autobahn einmal verstopft sein sollte. Doch der Viertürer kann auch komfortabel.

Dank variabler Dämpfersteuerung – kostet allerdings netto 943 Euro Aufpreis und geht ausschließlich einher mit der 1.354 Euro netto teuren Luftfederung – beherrscht der dynamische Brite den Spagat zwischen kommoder und sportiver Fortbewegung. Konturierte Ledersessel machen ihn jedenfalls zur perfekten Reisealternative. Reichweitenangst? Überhaupt nicht nötig, der Athlet versammelt schließlich flüssiggekühlte Lithium-Ionen-Module mit einer Speicherfähigkeit von 90 kWh im Bereich des Unterbodens. Damit fährt er laut Werk immerhin 470 Kilometer nach WLTP-Konfiguration. Und mit einer DC-Ladeleistung von einhundert Kilowatt lassen sich pro Viertelstunde immerhin 127 Kilometer nachfassen. Das alles unter der Berücksichtigung, dass Deutschland inzwischen ein wirklich dichtes CCS-Schnellladenetzwerk bereithält. Insofern ist der I-Pace absolut langstreckentauglich – allerdings sollten weite Strecken etwas anders geplant werden im Vergleich zu einer ähnlichen Aktivität mit einem Verbrenner. Beispielsweise lassen sich Ladepausen ja auch gut nutzen, um ein paar Dinge wegzuarbeiten.

Neu beim I-Pace des Modelljahres 2023 ist das deutlich optimierte Infotainment-System. Mit dem aktualisierten Pivi Pro hält das Sprachbediensystem „Alexa“ Einzug in den Jaguar, so dass viele Features deutlich einfacher per Sprachbefehl angesteuert werden können. Freilich können AppleUser weiterhin die Oberfläche ihres iPhones per Apple CarPlay auf den Bordmonitor spiegeln. Schön ist, dass sich der I-Pace aller Elektronik zum Trotz ein paar physische Tasten bewahrt hat – weil es einfach sinnvoll ist. Es gibt keine praktischere Lösung, als die Lautstärke per konventionellem Drehregler zu justieren. Weder mit Gestensteuerung noch einem virtuellen Schieber auf dem Display. Mit netto 64.550 Euro ist die Raubkatze natürlich kein Sonderangebot. Allerdings besteht ja Anspruch auf die klassische Förderung für Elektroautos – der I-Pace ist bei der BAFA gelistet. Entsprechend seiner Klassifizierung sind 7.500 Euro drin. Ebenfalls nicht unwichtig: Die pauschale Versteuerung für private Fahrten (beim Einsatz als Dienstwagen) erfolgt auf Grundlage des halbierten Bruttolistenpreises.