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Flottenmanagement: Ende August wurde der neue Markenauftritt von ŠKODA vorgestellt. Könnten Sie kurz die Inhalte der Neuaufstellung der Marke skizzieren?

Peter Kühl: Das Wesentliche ist die Beschleunigung der Elektrifizierung unserer Marke. Das ist ein klares Bekenntnis zur Elektromobilität. Wir werden bereits bis 2026 drei weitere rein elektrische Modelle neben dem ENYAQ iV und dem ENYAQ COUPÉ iV einführen. Das Ende August vorgestellte Konzept VISION 7S zeigt, wo wir mit unserer Designsprache und der Fahrzeugkonzeption hinwollen: Klares Design innen wie außen, hohe Funktionalität, intuitive Bedienung und nachhaltige Materialien. Beispiele hierfür sind haptische Tasten, die sich hinsichtlich ihrer Funktion individualisieren lassen und dadurch besonders intuitiv sind, oder der markentypisch großzügige, aber minimalistisch gestaltete Innenraum, dessen Materialien zu bedeutenden Anteilen aus nachhaltigen Quellen stammen. Unsere ambitionierten Nachhaltigkeitsziele spiegeln sich dabei nicht nur in unseren Produkten wider, sondern betreffen die gesamte Wertschöpfungskette. Ebenso wurden eine neue Wortmarke sowie ein neues Markenlogo präsentiert, die durch ihre Klarheit dem elektrischen und digitalen Zeitalter nochmals mehr Rechnung tragen.

Flottenmanagement: Angefangen beim FABIA über SCALA, OCTAVIA und SUPERB bis zu den verschiedenen SUV- sowie Elektrofahrzeugmodellen bietet ŠKODA für jeden Dienstwagennutzer das passende Modell. Welches sind aktuell Ihre Topseller im Flottengeschäft, welche Trends können Sie erkennen?

Steffen Zöhke: Der OCTAVIA ist und bleibt das Herz unserer Marke, was auch die Zulassungszahlen gesamt wie auch im Flottenbereich belegen. Folgend reihen sich SUPERB und KODIAQ sowie dessen elektrisches Äquivalent ENYAQ iV ein, die sich im Flottenbereich ungefähr auf gleichem Niveau befinden. Gleichzeitig beobachten wir eine sehr hohe Nachfrage nach unseren rein elektrischen Modellen. Wir könnten deutlich mehr ENYAQ verkaufen, wenn die Produktionskapazitäten nicht schon voll ausgelastet wären. Übrigens haben für uns Kombimodelle auch weiterhin ihre Daseinsberechtigung trotz des anhaltenden SUV-Trends. Wir sehen auch in den kommenden Jahren für diese Modelle eine gute Basis, insbesondere im Flottengeschäft.

Flottenmanagement: Anfang dieses Jahres wurde die ENYAQ iV-Familie um ein weiteres Mitglied erweitert – das ENYAQ COUPÉ iV. Wie positioniert sich die zum Marktstart erhältliche RSVariante im Modellportfolio und werden weitere Ausstattungsvarianten folgen?

Steffen Zöhke: Das COUPÉ ergänzt den ENYAQ iV nach oben und wir können durch dieses Angebot weitere Kundengruppen ansprechen, insbesondere eine designorientierte Klientel. Es ist nicht ungewöhnlich, dass ein neues Modell zum Start zuerst in der Top-Ausstattungsvariante erscheint, zumal die RS-Variante schon im Vorfeld eine starke Resonanz bei den Kunden und im Handel erzeugt hat. Weitere Varianten werden folgen, wodurch wir zusätzliche Kundengruppen erschließen können.

Flottenmanagement: Wie hat sich die Bedeutung der Elektromobilität für den Flottenbereich aus Ihrer Sicht in den vergangenen zwei Jahren verändert? Mit welchen Leistungen und Angeboten unterstützen Sie als Fahrzeughersteller Fuhrparks bei dem Schritt in die Elektromobilität?

Peter Kühl: Großkunden sind beim Ausrollen der Elektromobilität bereits Vorreiter gewesen. Elektromobilität ist für sie längst kein Neuland mehr, sondern vielmehr gibt es heute kaum noch Unternehmen, welche elektrifizierte Fahrzeuge nicht in ihrer Car-Policy mitverankert haben. Gleichwohl gibt es in den Flotten weiterhin funktionale Anforderungen für Vielfahrer, bei denen unsere Kombimodelle des OCTAVIA und SUPERB ihre Vorzüge hervorragend ausspielen können und daher diese auch in der Car-Policy verankert sind. Dennoch sehen wir bei den Großkunden den klaren Trend zur Elektromobilität und werden diesen weiter vorantreiben.

Steffen Zöhke: Elektromobilität heißt nicht automatisch nur rein elektrische Fahrzeuge, denn auch Plug-in-Hybride haben unserer Meinung nach eine Daseinsberechtigung am Markt – selbst wenn die staatliche Förderung im kommenden Jahr für diese Modelle ausläuft. Dienstwagennutzer profitieren weiterhin von den steuerlichen Vorteilen bei Privatnutzung der Fahrzeuge.

Das Fundament, um unseren Flottenkunden einen ausgezeichneten Service bei der Elektromobilität bieten zu können, ist natürlich erst einmal der Handel: Wir haben die Verkäufer in den Großkundenleistungszentren auch in Sachen Elektromobilität fit gemacht, wodurch sie bestens in der Lage sind, den gewerblichen Kunden hinsichtlich seines Bedarfs zu beraten. Darüber hinaus haben wir im Konzernverbund Möglichkeiten, Flottenkunden auch über die Modellpalette hinaus kompetent zu beraten und Lösungen anzubieten – damit haben wir quasi einen 360-Grad-Blick auf die Elektromobilität.

Flottenmanagement: Im April erhielt das SUV-Erfolgsmodell, der KAROQ, ein Update. Wie unterscheidet sich der neue KAROQ von der 2017 eingeführten Version?

Peter Kühl: Man muss festhalten, dass der KAROQ bereits sehr gut war. Das soll nicht arogant klingen, aber er verkörperte bereits ein sehr ausgeglichenes Rundumpaket, welches nun weiter verfeinert und verschönert wurde. Daher bewahrt der KAROQ auch nach dem Update seine bekannten Qualitäten. Vorrangig an Front und Heck kommt ein frisches Design zum Ausdruck: Neben dem breiteren, jetzt hexagonalen ŠKODA-Grill setzen schmalere Leuchten vorne und hinten sowie aerodynamisch optimierte Leichtmetallräder neue optische Akzente. Gleichzeitig konnte der cW-Wert um neun Prozent verbessert werden, was die Effizienz nochmals steigert. Im Innenraum bringen neue Bezüge das Facelift des KAROQ zur Geltung. Weiterhin halten neue Technologien Einzug, etwa die erstmals im KAROQ erhältlichen Matrix-LED-Hauptscheinwerfer und ein erweitertes Angebot an Assistenzsystemen.

Flottenmanagement: Insbesondere bei elektrifizierten Modellen werden mittels „Over the air“-Updates heutzutage Optimierungen und neue Features aufgespielt. Welche Strategie verfolgt ŠKODA bei der Update-/Upgradefähigkeit seiner Modelle?

Peter Kühl: Functions on demand sind bei uns nicht nur den elektrifizierten Modellen vorbehalten, diese gibt es beispielsweise auch beim OCTAVIA. Dadurch erhalten Modelle kontinuierlich neue Funktionalitäten, sei es im Bereich der Navigation, der Ambientebeleuchtung oder der Sprachsteuerung. Das Aufspielen des SoftwareUpdates ME3 für bereits ausgelieferte ENYAQ iV erfolgt vorerst bei den ŠKODA Partnern, später werden diese für den ENYAQ iV auch „over the air“ erfolgen. Das derzeitige Update beinhaltet Optimierungen beim Batteriemanagement sowie zahlreiche Anpassungen des Digital Cockpits, des Head-up-Displays, des Infotainmentsystems sowie der Online-Dienste von ŠKODA Connect. Die Updatefähigkeit unserer Modelle kann man mit denen von Mobiltelefonen vergleichen. Das bedeutet, das Fahrzeug wird kontinuierlich weiter verbessert und es ergeben sich dadurch Möglichkeiten, das Fahrzeug neu zu entdecken. Bei Funktionsupgrades verfolgen wir derzeit den Ansatz des Einmalbuchens, wodurch die gekaufte Funktion auf Dauer an das Fahrzeug gebunden bleibt.

Flottenmanagement: Wie wichtig ist für ŠKODA als Konzernmarke das Geschäft über die Handelsorganisation im Vergleich zum Direktvertrieb? Auf welche Besonderheiten Ihres Handelsnetzes möchten Sie näher eingehen, die wichtig für den Flottenvertrieb sind?

Steffen Zöhke: Dass wir im Großkundengeschäft in einem Agenturgeschäft arbeiten, ist kein Geheimnis. Hier zeigen wir bereits, dass der Agenturvertrieb für den Handel und den Kunden sehr erfolgreich betrieben werden kann. Für den Kunden bedeutet es vor allem den Zugriff auf das Gesamtportfolio des Konzerns, und dies über standardisierte Prozesse. Die Organisation, die wir für uns für den Verkauf an Flottenkunden auf die Beine gestellt haben, ist ŠKODA-typisch sehr effizient: Mit unserer Außendienstmannschaft betreuen wir in unserer Händlerorganisation aktuell 160 Großkundenleistungszentren und unterstützen bei der Akquisition neuer Kunden sowie beim Aufbauer einer starken Kundenbindung. Rund 80 Prozent der Flottenverkäufe werden von den Großkundenleistungszentren realisiert.

Flottenmanagement: Finanzdienstleistungen und Full-Service-Angebote sind ein wichtiges Standbein im Flottengeschäft. Wie sind Sie in diesem Bereich aufgestellt? Mit welchen Partnern arbeiten Sie hier zusammen?

Peter Kühl: Unser wichtigster Partner in diesem Bereich ist ohne Frage die Volkswagen Financial Services AG. Hierüber können wir dem Kunden alle Finanzierungsund Serviceprodukte anbieten, die gewerbliche Kunden erwarten: Von der Finanzierung über das Leasing mit verschiedenen Servicekomponenten bis zu Paketen für Wartung und Verschleiß et cetera, um nur ein paar Beispiele zu nennen. Insofern können wir jeden Kunden hinsichtlich seiner individuellen Bedürfnisse bedienen und bieten ihm alle Leistungen aus einer Hand; auch was den Bereich Ladeinfrastruktur betrifft mit dem PowerpassAngebot von Elli.

Flottenmanagement: Auf welche Modellneuheiten können sich Dienstwagennutzer und Fuhrparkverantwortliche in den nächsten zwölf Monaten freuen?

Peter Kühl: Ich glaube der Ausblick, den wir Ende August mit EXPLORE MORE gegeben haben, zeigt ganz klar, wohin wir im Bereich Elektromobilität steuern. Das heißt, die drei weiteren rein elektrischen Modelle, die bisher für 2030 anvisiert wurden, sind jetzt deutlich auf 2026 vorgezogen worden. Gleichzeitig gab es ein klares Commitment zu den Kernbausteinen unseres Flottenangebots: So stärken wir unser Produktportfolio hocheffizienter Verbrennungsmotoren in der Übergangsphase zur Elektromobilität weiter und stellen in der zweiten Hälfte des nächsten Jahres die neue Generation des SUPERB sowie des KODIAQ vor. 2024 folgt dann der aufgefrischte OCTAVIA. Das zeigt letztendlich, dass wir auch zukünftig als verlässlicher Partner an der Seite unserer Kunden stehen wollen und werden.