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Die Car-Policy oder Dienstwagenrichtlinie dient als strategische Orientierung und allgemeiner Rahmen für die Dienstwagenstruktur und -nutzung im Fuhrpark gesehen werden. Im Fuhrparkmanagement dient sie als wichtiges Instrument. Ist sie strukturiert und gut ausgearbeitet, lässt sich mit ihrer Hilfe die Motivation der Mitarbeiter steigern und durchaus Geld sparen. Angesichts ständig neuer Modellvarianten der Hersteller sowie des verstärkten Angebots alternativer Antriebe unterziehen Unternehmen ihre Car-Policy heutzutage öfter einer Prüfung. Um aktuelle Trends und Änderungen in der Car-Policy im Blick zu behalten, haben wir 200 Fuhrparkleiter befragt und konnten feststellen, dass bei 72,9 Prozent der befragten Unternehmen bereits Änderungen in der Car-Policy durchgeführt wurden oder in den nächsten zwölf Monaten geplant sind. (Grafik 1)

Im Bereich der Fahrzeugauswahl weiten immer mehr Firmen ihr Angebot aus. So ergab unsere Umfrage, dass bei 48,9 Prozent weitere Hersteller in der Car-Policy berücksichtigt werden und bei 42,6 Prozent die Auswahl an Fahrzeugmodellen/-segmenten gestiegen ist. Bei 12,8 Prozent der Unternehmen können in der Car-Policy nur (teil-)elektrisch angetriebene Fahrzeuge ausgewählt werden. (Grafik 2)

Die Car-Policy sollte stets so zugeschnitten sein, dass sie zum einen alle Anforderungen des Unternehmens optimal erfüllt und zum anderen die Überlassung eines Dienstwagens als nicht unwichtiger Mitarbeitermotivationsfaktor erhalten bleibt. Erfreulich für die Mitarbeiter der befragten Unternehmen ist, dass das Fahrzeugbudget für Dienstwagen bei 50 Prozent erhöht wurde. Bei 30,4 Prozent bleibt die Car-Policy hinsichtlich der Dienstwagenbereitstellung unverändert. Jeweils 10,9 Prozent der befragten Unternehmen haben die Zahl der Dienstwagenberechtigten erhöht beziehungsweise reduziert. (Grafik 3)

Für die Änderungen in der Car-Policy gibt es unterschiedliche Ursachen. Am häufigsten wurden die Lieferbarkeit von Fahrzeugen/Ausstattungen mit 72,3 Prozent und Veränderungen bei den Anschaffungs- und/oder Betriebskosten mit 66 Prozent genannt. (Grafik 4)

Der Automobilmarkt ist infolge der Corona-Pandemie und der gestörten Lieferketten in erhebliche Turbulenzen geraten. Die Lieferzeiten mancher Neuwagen erreichen ein bisher nicht gekanntes Ausmaß. 63,8 Prozent der Unternehmen sensibilisierten ihre Mitarbeiter hinsichtlich längerer Lieferzeiten des Firmenwagens, bei 57,4 Prozent wurden Überbrückungsmöglichkeiten in Form von Poolfahrzeugen, (Langzeit-)Miete und Auto-Abos genutzt. Um Lieferschwierigkeiten zu umgehen, wurden bei 38,3 Prozent weitere Hersteller mit kürzeren Lieferzeiten aufgenommen und bei ganzen 68,1 Prozent ist die Haltedauer von bereits vorhandenen Firmenwagen gestiegen. (Grafik 5)

Jedoch nehmen nicht nur Lieferengpässe Einfluss auf die betriebliche Mobilität in Unternehmen, auch die stetig steigenden Betriebskosten spielen eine große Rolle. In 65,9 Prozent der Unternehmen sind Mitarbeiter angewiesen, möglichst günstig zu tanken und die Kraftstoffkosten zu vergleichen, um die Kosten gering zu halten. Aufgrund der rasant steigenden Kraftstoffpreise wird bei 27,3 Prozent die Umstellung auf eine rein elektrische Fahrzeugflotte beschleunigt. Bei lediglich 9,1 Prozent nutzen Mitarbeiter für das Pendeln von oder zur Arbeit nun häufiger das Angebot des ÖPNV, ein Fahrrad oder Fahrgemeinschaften. (Grafik 6)

Der Großteil der befragten Unternehmen (72,9 Prozent) verfügt über mehr als 100 Mitarbeiter, 52,1 Prozent haben sogar mehr als 500 Mitarbeiter. Die Flotten der rund 200 Umfrageteilnehmer bestehen zu 73,8 Prozent aus Pkw, 18,2 Prozent aus Kleintransportern und Transportern bis 3,5 Tonnen sowie zu 8 Prozent aus sonstigen Fahrzeugen. (Grafik 7)