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An Aha-Effekten mangelt es nicht, wenn man sich näher mit dem Staria beschäftigt. Den ersten gibt es eigentlich gleich beim Betrachten des großen Transporters. Die Front mit dem durchgehenden Leuchtband zieht die Blicke der Passanten in einer Weise auf sich, dass man sich in einer ganz anderen Fahrzeugkategorie wähnt. Abgesehen von der unkonventionellen Front ist der Staria aber ein recht gewöhnlicher Großraum-Kombi. Das Heck mit seinen vertikalen Heckleuchten verströmt qua Punktmatrixschema einen Hauch von Retroflair. Ansonsten wirkt der Bus in „Abyss Black“ und insbesondere mit seinen getönten Scheiben nobel. Und da wären wir auch schon beim zweiten Aha-Effekt, der sich beim Entern dieses Hyundai einstellt.

Denn hier findet der Passagier eine ungewöhnlich edle Umgebung vor. Klar, die braunen Ledersitze des Testwagens sorgen für gehobenes Ambiente. Sie sind außerdem besonders sitzfreundlich dank betont geschmeidiger Polsterung. Komfortable Armlehnen machen den Aufenthalt außerdem zur angenehmen Sache. Und schließlich den dritten Aha-Effekt gibt es nach dem Motorstart. Die Ingenieure scheinen den 2,2 Liter großen Diesel massiv gedämmt zu haben, denn es tritt lediglich ein leises Hintergrundmurmeln in das schicke Interieur. Kurz die Fahrstufe per Tippschalter eingelegt, und der Koreaner rollt los. Mit 177 PS ist er angemessen motorisiert. Sportliche Fahrleistungen erwartet hier niemand, aber für souveränes Fortkommen reicht der in jeder Lebenslage leise agierende Vierzylinder allemal. Er harmoniert nahezu perfekt mit dem Achtstufen-Wandler – sämiger könnte der Antriebsstrang kaum sein. Ähnliches gilt auch für das Fahrwerk, das den schwarzen Riesen quasi über den Boden schweben lässt. Der ausladende Radstand von 3,27 Metern ist dem Komfort außerdem zuträglich. Ein ganz besonderes Schmankerl ist allerdings die Sitzanlage im Fond. Der Hersteller sagt dazu „Premium-Relaxsitze“ – sie bieten elektrisch justierbare Beinstützen sowie die Möglichkeit, auf Knopfdruck eine Liegeposition herzustellen. Außerdem lassen sich die Nappalederfauteuils selbstverständlich klimatisieren. Zahlreiche USB-Ports – auch hinten – bekunden das Infotainment-Zeitalter.

Infotainment gibt es auch in der ersten Reihe in üppigen Dosen. Der große Touchscreen hoch auf der Mittelkonsole dient als veritable Kommandozentrale. Dass der Van auch bei den Assistenten ganz vorn dabei ist, liegt auf der Hand. Dazu gehört nicht zuletzt das gestochen scharfe Kamerabild – immerhin es ist wichtig für die Kunden, beim Einparken in engen Gefilden die volle elektronische Unterstützung genießen zu dürfen. Schließlich ist der hier übrigens als Allradler (ideal also für die Fahrt zum WintersportZielort) angetretene Komfort-Bus riesengroß mit einer Außenlänge von 5,25 Metern. Reden wir über Preise. Netto 48.866 Euro werden für den Staria mit Diesel und Allrad fällig – kein Pappenstiel, allerdings bleibt den Interessenten die Wahl von Sonderausstattungen weitgehend erspart. Vom kompletten Assistenten-Arsenal über LED-Scheinwerfer oder Navigationssystem bis hin zu Features wie schlüsselloses Schließsystem sind wirklich alle Goodies vorhanden, die man so braucht. Insofern bekommt der Kunde verdammt viel Auto. Gute Fahrt im derzeit spacigsten Raumwunder am Markt.