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Einsteigen, Startknopf antippen, schon schnarrt es leicht aus Richtung Motorraum. Ein wohliger Seufzer, jawohl, es ist ein Diesel. Ein Motor der aussterbenden Spezies, werden Sie jetzt vielleicht denken. Aber nein, das wird noch dauern. Selbst die nächste Generation A4 wird noch mit Verbrenner debütieren, also keine Sorge. Man kann ein bisschen verstehen, dass Menschen den Diesel lieben. Er ist schon extrem effizient (kaum fünf Liter Verbrauch), und in der Kombination, ihn einfach mal eintausend Kilometer mit einer Tankfüllung fahren zu können, avanciert er zu einer in puncto Gesamtkomfort schwer übertrefflichen Angelegenheit. Und der damit gemeinte Komfort bezieht sich ja nicht nur darauf, dass man lange ohne Stopp auskommt. Auch das Fahren selbst geht mit einer hohen Souveränität einher.

Das will ausprobiert werden. Fahrstufe „D“ – und los. Einen klitzekleinen Augenblick braucht es, bis der Viertürer aus dem Stand anschiebt, dann aber schiebt er auch mächtig an – 6,9 Sekunden bis 100 km/h. Klar, es braucht Abgasstrom (der entsteht mit zunehmender Drehzahl), um seinen Turbolader in die Aktivität zu bringen. Aber im Alltag fällt das nicht auf, weil man ja in der Regel nicht mit Volllast startet. Denn nur dann würde auffallen, dass die Leistung stufenweise ansteigt. Schon ab 1.750 Touren (und die liegen für gewöhnlich an, wenn der Allradler rollt) stemmt der Zweiliter satte 400 Nm Drehmoment – und das Plateau bleibt bis 3.250 Umdrehungen bestehen. In der Praxis bedeutet das, dass der A4 immer Power abrufbereit hält. Rutscht der Vierzylinder aus der Zone der maximalen Zugkraft, schiebt der siebenstufige Doppelkuppler schnell die nächste Fahrstufe nach.

Soundmäßig bleibt der Zweiliter unauffällig, spätestens kurz vor Landstraßentempo lässt er dem Wind akustisch den Vortritt. Wer sich für den Selbstzünder entscheidet, fährt in der Regel Langstrecke. Und wer Langstrecke fährt, sollte auf das Assistenzpaket Tour (1.176 Euro netto) bloß nicht verzichten. Es enthält vor allem den aktiven Tempomat, der im zähen Abendverkehr für Entspannung sorgt. Schließlich bremst dieser bis zum Stillstand herunter, wenn der Vordermann das auch tut. Ferner ist mit diesem Package ein Ausweichassistent verknüpft, der im Falle kritischer Lenkmanöver ein Moment aufbaut, so dass abrupte Notfallreaktionen wirkungsvoller ausgeführt werden.

Und sonst? Viel Platz (auch hinten), stramm-komfortable Sitze mit Massagefunktion auf Wunsch gegen 411 Euro (netto) Aufpreis, geballte Infotainment-Mengen inklusive Head-up-Display, Navigation und Smartphone-Integration sind so das Handwerkszeug, um mit wohligem Gefühl weit zu reisen. Dass Audi mit seinem A4 TDI dank milder Elektrounterstützung in Form eines fünf Kilowatt starken Startergenerators hohe Effizienz erreicht, sind die Konsequenzen harter Ingenieurarbeit. Segeln klappt ebenfalls – das bedeutet, der Motor schaltet sich beim Lupfen des Gaspedals spontan aus, um Kraftstoff einzusparen.

Kostenpunkt? Ab 40.798 Euro netto mit Allradantrieb. Der kann seine Überlegenheit übrigens auf nassen Straßen erst so richtig ausspielen, die angesichts der Leistung eines 40 TDI schon enorme Traktionsprobleme auslösen würden. Der Quattro dagegen bleibt stets souverän. So soll es sein.