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Es kursiert das Vorurteil, elektrisch angetriebene Autos fühlten sich alle gleich an. Mit diesem Gedanken im Kopf den neuen Mercedes-Benz EQE zu entern und loszufahren, führt zu einem Aha-Effekt. Alle künstlichen Sounds sind ausgestellt, und doch strahlt der verbrennerlose EQE irgendwie Vibes aus, die nicht an einen synthetischen Stromer erinnern. Hier könnte die feine Limousine unentschlossene, eher verbrennerorientierte Kunden packen und in ihren Bann ziehen. Zumal schon die Basis 350+ locker das Zeug hat, es einem ambitionierten Diesel schwerzumachen. Das Batterieauto zieht mit Schmackes aus dem Stand weg, wuchtet den 2,4-Tonner binnen 6,4 Sekunden auf 100 km/h. Interessant auch, mit welcher Leichtigkeit und Dynamik der Hecktriebler sich in Kehren wirft und dabei dennoch maximal geschmeidig über schlechte Straßen rollt. Hierzu tragen indes Hinterachslenkung und Luftfederung ihren Teil bei. Besser kann man lange Distanzen kaum überwinden, zumal die ausgeprägten Fauteuils darüber hinaus über jeden Zweifel erhaben sind mit ihrer straff-komfortablen Note.

Während der Fahrt schweift der Blick über die akkurat verarbeiteten Armaturen hin zum großen Screen, der demonstriert, dass der EQE auf der zeitlichen Höhe rangiert. Das gilt auch für die Ladeperformance – in einer runden halben Stunde lässt sich der 90 kWh-Akku von zehn auf 80 Prozent Ladestand bringen. Außerdem bietet der Mercedes EQE als einer der wenigen Fahrzeuge die Option, dass Ladestopps in die Route integriert werden samt einer permanenten Reichweitenüberwachung. Diesen Service gilt es beim nächsten Test zu überprüfen. Mit einem Grundpreis von 59.350 Euro netto ist der BasisEQE kein ganz günstiges Vergnügen. Da tröstet auch die Fördersumme von insgesamt 7.500 Euro wenig.