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Wer in diesen Tagen ein Auto bestellt, darf lange warten bis zur Lieferung. Je nach Modell sogar bis zu zwei Jahre. Doch auch die Lieferung bereits bestellter Autos verzögert sich, das scheint zumindest die leidvolle Erfahrung vieler Flottenbetreiber zu sein. Nur 2,2 Prozent der befragten Teilnehmer unserer Umfrage antworten auf die Frage nach den Lieferverzögerungen schon bestellter Autos, dass das lediglich für weniger als ein Viertel der georderten Fahrzeuge gelte. Knapp neun Prozent geben an, dass dies auf weniger als die Hälfte der Autos zuträfe. Große Teile der Befragten, nämlich jeweils mehr als 41 sowie 30 Prozent, bekunden, dass es bei mehr als die Hälfte respektive mehr als drei Vierteln ihrer bestellten Neuwagen zu einer Lieferverzögerung käme. Rund 17 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten sogar, dass alle bestellten Autos betroffen seien.

Doch wie lange wird sich die Auslieferung verzögern? Das ist die große Frage. Jeweils 43 und knapp 46 Prozent der Befragten, also eine große Mehrheit, geben an, dass sich die Verzögerungen zwischen drei Monaten und einem Jahr einpendeln werden. Nur vier Prozent der Befragten sagen, die Lieferverzögerungen ihrer Autos betrage mehr als vier Wochen, aber unter drei Monaten. Allerdings bekunden auch nur rund sechs Prozent der Umfrageteilnehmer, dass ihre Autos über ein Jahr zu spät geliefert würden. Niemand der hier befragten Teilnehmer hat offenbar Autos bestellt, bei denen die Verzögerung weniger als einen Monat beträgt.

Die aktuellen Lieferverzögerungen betreffen offenbar alle Autos und nicht nur solche mit bestimmten Antrieben. Klar, die Gründe liegen auf der Hand – Chips sind auch in Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor verbaut, also werden auch diese später geliefert. Dennoch geben etwas mehr als sechs Prozent der Umfrageteilnehmer an, die Lieferverzögerungen beträfen hauptsächlich Elektroautos. Gut möglich, dass die entsprechenden Unternehmen gar keine oder nur wenige Verbrenner bestellt haben, auf die das Lieferproblem nicht so zutrifft. Eine große Mehrheit (63 Prozent) bekundet, die Lieferverzögerungen beträfen sowohl E-Fahrzeuge als auch Verbrenner. Allerdings sagen auch etwas mehr als 30 Prozent der Befragten, dass bei ihnen hauptsächlich Verbrenner von den Lieferschwierigkeiten betroffen seien. Natürlich kommt es auch immer auf die einzelnen Modelle an. Einige Importmarken, die gut liefern können, sind womöglich nicht in den Car-Policys großer Unternehmen verzeichnet. 

Mit wem kommuniziert man zu dieser Thematik? Das ist ziemlich klar, denn eine große Mehrheit von 89 Prozent wendet sich im Falle von Lieferschwierigkeiten an das entsprechende Autohaus. Nur rund 28 Prozent der Befragten wenden sich an den Leasingpartner. Allerdings stehen knapp 59 Prozent der Umfrageteilnehmer durchaus auch mit dem Fahrzeughersteller in Kontakt, um über die Lieferverzögerungen zu sprechen. Das könnte daran liegen, dass die meisten hierzu befragten Unternehmen mehr als 500 Mitarbeiter zählen und daher so große Abnahmemengen zu bewältigen haben, dass der Hersteller durchaus involviert ist. Aber letztendlich bleibt das Problem der schwierigen Liefersituation natürlich bestehen.

Was tun, wenn das neue Auto einfach nicht kommen will? Klarer Fall für die meisten Befragten – man verlängert einfach den Vertrag des laufenden Fahrzeugs. Sagen zumindest knapp 85 Prozent. Allerdings setzen viele Unternehmen offenbar nicht nur auf eine einzige Lösung. Anders kann es ja nicht sein, wenn 54 Prozent der Befragten angeben, eine Langzeitmiete in Betracht zu ziehen. Jeweils knapp elf Prozent der Umfrageteilnehmer fahren entweder mit dem privaten Wagen gegen eine entsprechende Vergütung oder wählen bereits vorkonfigurierte Leasingoder Kauffahrzeuge. Nämlich solche, die schnell verfügbar sind.

Über 54 Prozent der Befragten geben außerdem an, auf Poolfahrzeuge zurückzugreifen. Exakt 13 Prozent der interviewten Unternehmen stehen zum Auto-Abo. Überhaupt nicht beliebt ist das Gebrauchtwagen-Leasing, und ein Mobilitätsbudget richten auch nur etwas mehr als vier Prozent der Befragten ein.

Die meisten teilnehmenden Unternehmen an dieser Online-Umfrage setzen selbst den spitzen Bleistift an und kalkulieren, welche Lösung zum Mobilitätserhalt für sie am besten ist (knapp 89 Prozent). Allerdings vertrauen rund 18 Prozent der Befragten auf ihr Autohaus, um zu entscheiden, wie vorzugehen ist. Dieses sitzt schließlich an der Quelle und sollte Rat wissen bezüglich alternativer, schneller lieferbarer Fahrzeuge zu attraktiven Kursen. Rund 16 Prozent der befragten Unternehmen lassen sich von ihren Leasingpartnern beraten und 22,7 Prozent lassen TCO-Berechnungen durchführen. Rund elf Prozent der Befragten besorgen sich Informationen aus der Fachpresse. 

Eine Mehrheit der befragten Teilnehmer geht davon aus, dass die TCO steigen werden. Rund 41 Prozent der Befragten sagen, die Steigerung werde mehr als zehn Prozent betragen. Etwas mehr als 30 Prozent der Befragten gehen allerdings von einer Kostensteigerung im Bereich unter zehn Prozent aus. Dagegen bekunden 15 Prozent der befragten Unternehmen, die Kosten stiegen um mehr als 20 Prozent, während 13 Prozent der Interviewpartner von Kostenneutralität überzeugt sind. Dabei hängt die Tatsache, ob die Kosten steigen oder nicht, sicherlich von der Art der Vorgehensweise ab. 

Eine Mehrheit der befragten Teilnehmer (56,5 Prozent) denkt aufgrund der Situation darüber nach, die Mobilitätslösungen in Zukunft weiter zu flexibilisieren, was allerdings 43,5 Prozent der Umfrageteilnehmer nicht vorhaben. Immerhin sind Auto-Abos oder Mietwagenlösungen ja von der Dienstleistung her schon flexibel, auf die man rasch und ohne Vorlauf zurückgreifen kann.

Interessant in diesem Kontext ist, welche Maßnahmen dazu dienen könnten, die Mobilität flexibler zu gestalten als bisher. Rund 67 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, einen Fahrzeugpool einzurichten. Rund 40 Prozent der Umfrageteilnehmer sind für ein Mobilitätsbudget, während sich immerhin 38 Prozent der Interviewpartner für das Dienstfahrrad aussprechen – letztere Lösung ist sicherlich nicht für alle Mobilitätsanforderungen geeignet. Mietwagen und Auto-Abo werden ebenfalls in Betracht gezogen – allerdings nur von einem Drittel respektive einem Fünftel der Befragten. Als noch unbeliebter mit jeweils 16,7 Prozent Zustimmung der befragten Firmen erweisen sich Bahnoder Jobticket. Die wenigste Zustimmung (11,9 Prozent) indes erhält das Carsharing.

Lieferverzögerungen bei den Neuwagen scheinen vor allem große Unternehmen umzutreiben. Nur 2,2 Prozent der bei dieser Umfrage mitmachenden Unternehmen beschäftigen 6 bis 10 Mitarbeiter. Immerhin knapp sieben Prozent der befragten Firmen beschäftigen 11 bis 25 Mitarbeiter. Dann aber wird es üppiger – ein Fünftel der Befragten beschäftigt 101 bis 250 Mitarbeiter, während das Gros der Umfrageteilnehmer, nämlich satte 66,7 Prozent, genauso satte Mitarbeiterzahlen verzeichnet: mehr als 501. Womöglich können kleinere Firmen aufgrund flacher Hierarchiestrukturen so schnell auf sich verändernde Liefersituationen reagieren, dass Verzögerungen bei bestellten Autos für sie gar kein Thema sind. Sie fahren einfach das alte Auto länger.