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Eine Kernaussage der Befragung bestätigt, dass Flottenverantwortliche ihre Fuhrparks stabil halten beziehungsweise vergrößern wollen, da sie mit einer positiven Geschäftsentwicklung rechnen, oder das Fahrzeugangebot an mehr Mitarbeitende ausweiten möchten. „Es ist davon auszugehen, dass sich die Corona-Pandemie 2022 nicht mehr so stark auf Unternehmensflotten auswirken wird wie noch im vergangenen Jahr“, erklärt Katharina Schmidt, Head of Arval Mobility Observatory in Deutschland. Auch die Digitalisierung der Bestellprozesse schreitet voran – derzeit sind diese häufig noch hybrid. Das heißt, ein Prozess, entweder die Auswahl oder der Bestellprozess, erfolgt auf digitalem Wege. Der rein persönliche Kontakt wird seltener, 41 Prozent der Befragten bevorzugen ihn dennoch.

Umstellung auf alternative Antriebe Auch wenn die Zulassungszahlen für elektrifizierte Fahrzeuge kontinuierlich steigen, erwarten die befragten deutschen Unternehmen, dass in den kommenden drei Jahren noch immer 41 Prozent der Pkw und 56 Prozent der Flotte leichter Nutzfahrzeuge aus Fahrzeugen mit Benzinoder Dieselantrieb bestehen werden. Die Umstellung des Fuhrparks auf alternative Antriebe bleibt also nach wie vor ein wichtiges Thema für Flottenverantwortliche. Immerhin: Sechs von zehn der befragten Unternehmen geben in diesem Jahr an, mindestens eine alternative Antriebstechnologie für ihre Pkw eingeführt zu haben. Damit liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt. Zu den beliebtesten Formen unter den alternativen Antrieben für Flottenfahrzeuge zählen dabei Plug-in-Hybride mit 36 Prozent und reine Hybridfahrzeuge mit 34 Prozent. Mit 26 Prozent ist die Nutzung von rein batterieelektrischen Fahrzeugen (BEV) etwas geringer. Die restlichen vier Prozent entfallen auf weitere alternative Antriebsformen.

Für die Firmen liegt die größte Herausforderung bei der vollständigen Umstellung des Fuhrparks auf rein batterieelektrische Fahrzeuge (BEV) noch in der Ladeinfrastruktur. Hinderungsargumente verlieren an Bedeutung, wie Katharina Schmidt erklärt: „Eine wichtige Rolle spielt vor allem der massive Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur, wie auch der deutliche Ausbau im privaten und beruflichen Umfeld. Zudem haben Unternehmen mittlerweile eine viel größere Auswahl an Fahrzeugen, die genau zu ihren Flottenund Nutzerbedürfnissen passen – auch im Bereich leichte Nutzfahrzeuge. Damit einher geht ebenfalls, dass die gängigsten Vorurteile gegenüber Elektrofahrzeugen mittlerweile widerlegbar sind, beispielsweise eine geringe Reichweite der Fahrzeuge. Und auch in Bezug auf die Anschaffungskosten hat sich einiges verändert: Das Preisniveau von Elektrofahrzeugen und Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor hat sich in den vergangenen Jahren weitgehend angenähert. Auch wenn der Anteil an nachhaltigen Antrieben in deutschen Flotten kontinuierlich zunimmt, stellen wir noch immer deutliche Unterschiede zwischen großen und kleineren Unternehmen fest. Kleinere Firmen zögern häufiger auf alternative Antriebe umzustellen“, so Schmidt weiter. „Tatsächlich gibt es eine Vielzahl an Beweggründen für die Einführung nachhaltiger Antriebe in den Fuhrpark: Besonders im Fokus steht für Unternehmen dabei natürlich der Nachhaltigkeitsgedanke, um ihrer CSR-Politik gerecht zu werden und ihr Unternehmensimage zu verbessern. Aber auch wirtschaftliche Gründe, wie geringere Energie-/Wartungskosten und steuerliche Anreize, spielen eine wesentliche Rolle.“

Mobilitätsalternativen häufiger im Angebot 
Es muss nicht immer der Dienstwagen als Benefit für die Mitarbeitenden sein. Diese Erkenntnis bestätigen auch die Ergebnisse des diesjährigen Arval Mobility Observatory Fuhrparkund Mobilitätsbarometers: In Deutschland haben bereits 84 Prozent der befragten Unternehmen mindestens eine Form alternativer Mobilität eingeführt – Tendenz steigend. Zu alternativen Mobilitätslösungen gehören unter anderem: Corporate Carsharing, Privat-/Mitarbeiterleasing, Mobilitätsbudgets, Bike-Sharing oder -Leasing und öffentlicher Nahverkehr. Auch bei alternativen Mobilitätslösungen liegt Deutschland über dem europäischen Durchschnitt (siehe Grafik). Katharina Schmidt bewertet die Aufgeschlossenheit folgendermaßen: „Mitarbeitende hinterfragen das Thema Mobilität zunehmend, vor allem getrieben durch gesellschaftspolitische Diskurse um Nachhaltigkeit, Klima- und Umweltschutz. Sie erwarten von ihren Arbeitgebenden mehr und mehr ein individuelles und nachhaltiges Mobilitätsangebot. Das haben Unternehmen aller Größen erkannt und bieten daher zunehmend facettenreiche und innovative Mobilitätslösungen an. Dadurch profitieren sie zum einen von einer gesteigerten Motivation, Loyalität und Zufriedenheit ihrer Belegschaft. Zum anderen steigern Unternehmen über entsprechende Mobilitätsprogramme ihre Attraktivität und verbessern ihr Image hin zu einem attraktiven Arbeitgebenden, der moderne Lebenswirklichkeiten – gerade jüngerer Generationen – ernst nimmt.“ Bemerkenswert ist, dass Unternehmen die Angebote nicht als Ersatz für den klassischen Firmenwagen, sondern vielmehr als Ergänzung verstehen. In vielen Firmen, die bisher noch keine alternativen Mobilitätslösungen anbieten, bevorzugen die Mitarbeitenden klar den Dienstwagen. Grund dafür ist, dass sie dadurch die Finanzierung eines eigenen Fahrzeugs vermeiden.

Fazit 
„Das Fuhrparkund Mobilitätsbarometer 2022 zeigt deutlich, wie resilient die Flotten trotz eines anhaltend turbulenten Umfelds sind. Die befragten Entscheidungsträger in den Unternehmen blicken weiterhin optimistisch in die Zukunft und sind gewillt, ihre Investitionen in nachhaltige Mobilität fortzusetzen“, erläutert Katharina Schmidt, Head of Arval Mobility Observatory in Deutschland.