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Die Begehrlichkeit, ein Elektrofahrzeug als Dienstwagen fahren zu dürfen, steigt seit einiger Zeit beständig – derzeit dürfte sich diese noch einmal mehr steigern durch deutlichere Kostenunterschiede zugunsten von Strom. Doch einfach ein E-Auto bestellen und es ab Lieferung einzusetzen, funktioniert sicher nur in den seltensten Fällen. Ratsam für jeden Flottenverantwortlichen ist es, vorausschauend die gesamte Fuhrparknutzung dahin gehend zu prüfen, ob Elektromobilität im Unternehmen machbar ist. Denn bei einem einzigen elektrisch oder hybridisch betriebenen Auto wird es sicher nicht bleiben. In Machbarkeitsstudien lässt sich herausstellen, welche Fahrzeuge und Fahrprofile sich eignen, von der Verbrennerauf E-Technologie zu wechseln, wie viel Ladeinfrastruktur perspektivisch nötig wird und vor allem, wo sich Hürden und Schwierigkeiten auftun, um diese auszuschalten. Zu klären wäre zudem, worin das Unternehmensziel besteht, ob dies Nachhaltigkeit ist oder Kosteneffizienz? Weitere Überlegungen sollten dahin gehen, in welchem Zeitfenster die Umstellung erfolgen kann. Ausserdem, wer für die Planung mit ins Boot genommen werden muss, beispielsweise regionale Energieunternehmen. Ebenfalls geklärt werden muss, wer zu welchem Zeitpunkt mit der Beantragung von Fördergeldern beauftragt wird. 

Als Unterstützer bieten sich auf E-Mobilität spezialisierte Beratungsunternehmen an (siehe auch die Auflistung ausgewählter Dienstleister). Diese sollten sowohl über die technische und praktische Erfahrung in dem Bereich verfügen als auch auf passende Partner zurückgreifen können, die die Umsetzung planen, ausführen und zielgerichtet begleiten und steuern können. Mit datenbasierter Unterstützung durch Software lassen sich bestimmte Schritte ebenfalls unkompliziert angehen. Fuhrparkverantwortliche sollten das Beratungsunternehmen direkt fragen, mit welchen digitalen Möglichkeiten es die Fuhrparkumstellung unterstützen kann. Die Experten können zudem auf eingespielte Prozesse zurückgreifen, dadurch lassen sich wesentliche Zeitvorteile ausspielen und Reibungsverluste vermeiden. Auch kennen sie typische Hemmschuhe innerhalb von Unternehmen auf dem Weg zur Elektromobilität und halten Lösungsansätze bereit. Sie helfen Lücken im Wissensstand des Fuhrparkmanagements zu schließen, der aufgrund der noch jungen Technologie noch nicht so umfangreich ist. Es wäre abzufragen, ob die Möglichkeit zur Erstellung eines Gesamtkonzeptes durch den Dienstleister besteht, denn alles aus einer Hand bekommen zu können stellt sich als eine sinnvolle Erwägung dar. Dennoch, eine hundertprozentige Auslagerung aller Leistungen an einen Dienstleister ist nicht darstellbar. Den größten Mehrwert bringt die Beratung in der Analyseund Planungsphase, da hier die meisten und schwerwiegendsten Fehler für den weiteren Projektverlauf gemacht werden können, so die Aussage eines Dienstleisters. Das Lehrgeld könne sich das Fuhrparkmanagement sparen beziehungsweise es lieber zum Teil in die Beratung investieren.

Besteht grundsätzlich Bereitschaft in der Mitarbeiterschaft und Rückendeckung durch die Geschäftsführung, auf elektrisch betriebene Fahrzeuge umzusteigen, geht es zum nächsten Schritt. „Um ein aussagekräftiges Fahrprofil zu erstellen, sollte von Anfang an auf die eigenen Mitarbeiter zugegangen und deren Nutzungsund Streckenanforderungen analysiert werden“, lautet ein weiterer Expertenratschlag. Diesen Schritt könne das Fuhrparkmanagement bei entsprechendem internem Know-how selbst steuern. Für die Flottenanalyse müssen Daten über die Mobilitätsprofile der einzelnen Fahrzeuge erhoben werden, die über ein Flottenmanagement-Tool, aus elektronischen Fahrtenbüchern oder klassisch aus FahrerInterviews kommen. Diese Daten kann das Unternehmen selbst erheben. Aufgrund des enormen Zeitaufwands bietet sich aber eine Unterstützung von externen Experten an. Wenn Fahrprofile hinsichtlich der regelmäßigen Fahrstrecken, Fahrzielen und Standzeiten ausgewertet werden, ergibt sich nicht nur ein Überblick über die täglich benötigte Energiemenge, sondern auch darüber, wie viel Energie durch die planmäßig vorhandenen Standzeiten theoretisch nachgeladen werden könnte. Über die Fahrzielanalyse können strategisch wichtige Ladepunkte – öffentliche, eigene oder bei Partnerbetrieben – identifiziert werden. Die Erfahrung zeigt, dass überraschend viele der täglichen Strecken elektrisch zurückgelegt werden können, ohne unterwegs nachladen zu müssen.

Aus den Fahrprofilen lassen sich zudem die Ladeanforderung ableiten, die Einfluss auf den Aufund Ausbau der Infrastruktur vor Ort hat. Sind die geschäftlichen Räumlichkeiten beispielsweise angemietet, muss geklärt werden, ob ein Infrastrukturaufbau am Firmenstandort sinnvoll ist oder durch eine Mischung aus öffentlichem Laden und Heimladen beim Mitarbeiter zu Hause substituiert werden kann. Als weiteres zentrales Kriterium wird bei der Umsetzung das Fahrverhalten der Flottenfahrer betrachtet: Je nachdem wie lange die Standzeiten der Autos sind und für den Fall, dass die Fahrzeuge zum gleichen Zeitpunkt geladen werden sollen, empfiehlt sich der Einbau eines dynamischen oder statischen Lastmanagements. Die Unternehmensführung sollte abwägen, ob anfangs einige wenige Fahrzeuge in einem Pilotprojekt für erste Erfahrungswerte laufen sollen oder direkt ein klar definierbarer Teil des Fuhrparks umgestellt wird. Beachtet werden sollte hierbei auch, dass die Ladeinfrastruktur dafür stets kosteneffizient erweiterbar bleibt. Auch das kann bei der Planung einbezogen werden.

Leasinggesellschaften haben frühzeitig begonnen, eine eigene Expertise und ein Partnernetzwerk aufzubauen, da sie mit der Beschaffung von elektrisch betriebenen Fahrzeugen ihre Kernkompetenz mit ins Spiel bringen. Hier lässt sich der „Alles aus einer Hand“-Service von Anfang bis Ende darstellen, auch wenn es nicht zwangsläufig bedeutet, dass alles im Sinne des Kunden verläuft. Deshalb können in jedem Bereich, je nach Kundenwunsch, eigene Partner eingebracht werden. Die Digitalisierung, die die Dienstleister verstärkt in ihren Reports und Prozessschritten etabliert haben, ermöglicht eine effiziente Kommunikation und Transparenz in Bezug auf den Projektstand. Aber auch ohne digitale Produkte gehört die zeitnahe Information auf beiden Seiten zu den wesentlichen Garanten für eine erfolgreiche Umsetzung.

Fazit: Wer in Erwägung zieht, den Unternehmensfuhrpark auf Elektromobilität umzustellen, muss sich intensiv damit beschäftigen. Die vielen verschiedenen Punkte, die bedacht werden müssen, zeigen, wie komplex das Thema ist. Während mithilfe von Fuhrparkdaten die Planungsgrundlage intern vorbereitet werden kann, passen andere Prozessschritte besser in das Portfolio von Experten. Einen erfahrenen Berater frühzeitig hinzuzuziehen kann helfen, kostenintensive Fehler zu vermeiden, und es unterstützt eine komplikationslose Transformation des Fuhrparks im Sinne der Unternehmensziele.