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Obwohl der Polestar 2 nicht mehr so richtig selten im Straßenbild ist (was durchaus als Erfolg zu verstehen ist), schafft er es noch immer, neugierige Blicke zu ernten. Das dürfte an drei Gründen liegen. Denn erstens ist der Schwede futuristisch gezeichnet, was per se Aufmerksamkeit erzeugt. Zweitens wissen viele Passanten noch immer nicht, um welche Marke es sich bei Polestar handelt – sie ist einfach noch zu jung, um schon eine durchschlagende Bekanntheit hätte erlangen zu können. Doch besonders interessant ist der dritte Grund – es ist nämlich so, dass dieser Polestar ein wirklicher Crossover ist. Das ist erfrischend, weil wir doch nun wirklich schon genug SUV haben und uns getrost freuen können, wenn mal kein neues SUV auf den Markt kommt, sondern eine Limousine – neu interpretiert indes. Eine klassische Limousine ist der Skandinavier nämlich irgendwie nicht. Er besitzt zwar die Silhouette eines Stufenhecks, baut aber doch höher. Jedenfalls sieht er gefällig aus, macht neugierig und wird fleißig ausgeliefert. Für den Fahrbericht wählte Flottenmanagement die einmotorige 231 PS-Version.

Die macht Sinn, um die Kosten im Zaum zu halten bei immer noch hoher Antriebssouveränität. Denn die Power, die dieser Polestar entwickelt, ist noch immer gut für sportliche Fahrleistungen. Lässt man die vollen 330 Newtonmeter Drehmoment plötzlich auf die Vorderräder los, haben die Pneus ganz schön etwas zu tun. In nur 7,4 Sekunden sprintet der Viertürer auf 100 km/h, was mehr als sportlich ist. Hinzu kommt ja außerdem, dass Elektroautos mit nur einer Übersetzung (was meistens der Fall ist) keine Schaltpausen generieren. Ein Druck auf das Fahrpedal bedeutet also verzögerungsfreie Beschleunigung, daran muss man sich erst noch gewöhnen. Und andere Verkehrsteilnehmer auch, wenn der Fronttriebler zackig in eine gerade freie Verkehrslücke witscht. Übrigens hat die Redaktion hier die Version mit dem größeren 78 kWh-Akku untersucht, weil man mit dieser einfach etwas unbeschwerter auf die Langstrecke gehen kann. Rund 500 Kilometer reale Reichweite sind dann doch gut, um das eine oder andere weiter entfernte Ziel ansteuern zu können.

Schließlich ist der Polestar 2 ein Reiseauto durch und durch – er bietet ausgesprochen viel Platz auch in der zweiten Reihe und ein sanft abgestimmtes Fahrwerk mit der Fähigkeit, schlechte Straßen vor den Passagieren zu verbergen. Beim Infotainment geht die Marke neue Wege und implementiert ein Betriebssystem aus dem Hause Android, das als fest integrierte Applikation auf dem Touchscreen des Fahrzeugs läuft. Die Bedienung gestaltet sich intuitiv, und schnelle Reaktionszeiten machen das Ansteuern sämtlicher Funktionen komfortabel. Vor allem eine Zieleingabe erfolgt in Windeseile, und die Berechnung der Route ebenso. Gute Dienste leistet das Feature, Echtzeit-Verkehrsdaten in die Routenberechnung einzubeziehen. Wahrlich keine neue Technologie, aber hier hat sie besonders gut funktioniert und die Redaktion vor manchem Stau bewahrt. Der Grundpreis des Polestar 2 mit dem 78 kWh-Akku beträgt netto 40.756 Euro. Außerdem gibt es 7.500 Euro Fördersumme. Und die Berechnungsgrundlage von nur einem viertel Prozent des Bruttolistenpreis für die pauschale Besteuerung privater Fahrten ist auch nicht von schlechten Eltern.