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Jahrzehntelang war Fuhrparkleiter ein zwar stressiger, aber doch klar definierter Job. Die Dienstwagenberechtigten und Service- oder Außendienstmitarbeiter waren mobil zu halten, den Anforderungen der Personalabteilung für die Rekrutierung von wichtigen Mitarbeitern musste Genüge getan werden und ansonsten ging es um spitze Kalkulation: immer noch den ein oder anderen Cent pro Kilometer einsparen. Ob durch günstigere Leasingraten, Tankkarten, besseres Schadenmanagement, neue Versicherungswege oder Spritsparwettbewerbe war dann meist der Kreativität des Fuhrparkleiters geschuldet.

Lange war auch der Diesel Standard, weil kostengünstig und – ja, so war das früher – sauber und spritsparend. Inzwischen werden Verbrenner von Politik und Bevölkerung teilweise als veraltete CO2-Schleudern angesehen, der Fokus liegt immer mehr auf der Ökologie. Verbrenner sind plötzlich schlecht, Elektromobilität gut und Fahrräder noch besser. Auf die Diskussion, welche ökologischen Schäden die Rohstoffgewinnung in anderen Teilen der Welt anrichtet und wie das gegenzurechnen wäre, will ich an dieser Stelle nicht eingehen. Elektro ist gesetzt, staatlich üppig gefördert, und die neue Regierung will auch das „Dieselprivileg“ abschaffen, was eigentlich nur etwas weniger Geldgier bei der Versteuerung darstellt. Aber auch das ist ein anderes Thema. Wir können nur hoffen, dass nicht auch noch gleich das „Dienstwagenprivileg“ und die Pendlerpauschale mit fallen. Gibt es hier massive Einschnitte, kommt das einer dreisten Steuererhöhung gleich, auf Kosten der hart arbeitenden Mittelschicht. Ausgleichen könnte man das dann höchstens mit mehr Homeoffice. Hoffen wir, dass die realistischen Kräfte sich auch in der neuen Regierung durchsetzen, sonst würden ganze Lebensplanungen mal eben mit einem Schlag zerstört. 

Aber zurück zur Unternehmensmobilität: Nach wie vor gibt es viele Fahrprofile von Mitarbeitern im Unternehmen, für die ein Verbrenner die bessere Wahl ist. Das wird schon heute mit einer höheren Privatnutzungssteuer gegenüber dem E-Auto bestraft.

Dennoch muss sich der Fuhrparkleiter zwingend mit Elektromobilität auseinandersetzen: In ein, spätestens zwei Fuhrparkgenerationen (à 3 Jahre) wird das E-Auto die dominierende Antriebsart sein, und schon heute gibt es einen steigenden Bedarf vonseiten der Mitarbeiter, die schlicht die niedrigere Versteuerung möchten, koste es das Unternehmen, was es wolle. Das zeigt sich in den aktuellen Zulassungsstatistiken.

Der Fuhrparkleiter muss sich also massiv weiterbilden und mit der schönen neuen Mobilität auseinandersetzen, zu der nicht nur Elektroautos, sondern vielleicht auch E-Pedelecs, Mobilitätsbudgets und Autoabos gehören. Das geht über klassische Weiterbildungen, wie sie beispielsweise der Bundesverband Fuhrparkmanagement anbietet und natürlich auch auf der größten Messe für Flottenentscheider in Deutschland, „Flotte! Der Branchentreff“ in Düsseldorf. Der nächste Termin ist am 6. + 7. April 2022, am besten schon jetzt vormerken! Am 6. April 2022 feiern wir in Düsseldorf auch unsere große 20-Jahre-Flottenmanagement- Party. Seien Sie mit dabei! 

Das Team von Flottenmanagement wünscht Ihnen schöne Feiertage und ein tolles neues Jahr 2022!

Ralph Wuttke
Chefredakteur