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In den vergangenen Monaten der Corona-Pandemie verzeichneten viele Anbieter von Fuhrparkmanagementdienstleistungen eine geringere Anzahl an Schäden bedingt durch ein stark reduziertes Mobilitätsaufkommen. Vielfach wurde auch eine veränderte Qualität der dennoch entstandenen Schäden festgestellt, da vermehrt Kurzstreckenfahrten beziehungsweise Fahrten im Stadtverkehr stattfanden und hier mehr Park- und Rangierschäden auftraten als Großschäden. In einigen Kundensegmenten, beispielsweise bei Lieferdiensten, konnte wiederum eine höhere Schadenhäufigkeit verzeichnet werden. Aber auch durch den steigenden Anteil an Elektrofahrzeugen in Fuhrparks kommen neue Schadenbilder hinzu, die einer speziellen Expertise bedürfen.

Ein Rückgang der Schadenhäufigkeit bedeutet im Umkehrschluss jedoch nicht, dass das Schadenmanagement dadurch weniger aufwendig ist. Ganz im Gegenteil, denn auch bei LeasePlan weiß man, dass Schadenmanagement nicht zu Unrecht zu den meist gewählten Modulen des Fuhrparkmanagementdienstleisters gehört: „Das Outsourcing dieses Bereiches bietet den Flottenbetreibern große Vorteile, da Schäden, Rechtsprechung und Prozesse immer komplexer werden und Fuhrparkbetreiber dieses Know-how nicht im eigenen Hause verfügbar haben. Sie bedienen sich also der Expertise eines externen Dienstleisters, um so eigene Ressourcen zu schonen und sich auf ihr eigentliches Kerngeschäft fokussieren zu können“, so Dennis Geers, Director Operations, LeasePlan Deutschland GmbH.

Die Kompetenzen der Spezialisten liegen vor allem darin, sämtliche Prozesse rund um das Schadenmanagement aus einer Hand zu steuern, von der telefonischen Betreuung des Unfallfahrers über die Organisation eines Abschleppdienstes, die Gestellung eines Ersatzfahrzeugs, die Einsteuerung des kaputten Fahrzeugs in ein Reparaturnetzwerk mit Gutachten, Korrespondenz mit der Versicherung, Rechtsberatung bis hin zu Kostenverauslagung, Kostenkontrolle und Regulierung. Gerade für die Anforderungen dezentral aufgestellter Unternehmen können sie gute Rahmenbedingungen bieten. Die Innovation Group beispielsweise verfügt mit insgesamt knapp 1.200 Partnerwerkstätten, nebst 400 Glaspartnern des Tochterunternehmens WINTEC, über ein bundesweites Netz. „Die Reparaturen erfolgen dabei ausschließlich im Einklang mit den Herstellervorgaben, was insbesondere bei Leasingfahrzeugen wichtig ist“, ergänzt Markus Stumpp, Geschäftsführer, Innovation Group Fleet & Mobility GmbH. „Durch unsere attraktiven Konditionen können wir die Reparaturkosten dennoch nachhaltig verbessern und nehmen damit direkten Einfluss auf Schadenquoten und Prämien.“

Die Corona-Pandemie hat die Digitalisierung der Prozesse bei den Dienstleistern beschleunigt, wie Dr. Hubertus Mersmann, Mitglied der Geschäftsleitung Deutsche Leasing AG, Geschäftsfeld Mobility, aufzeigt: „Wir haben zum Beispiel für die Schadenbegutachtung eines verunfallten Fahrzeugs mit einem unserer Kooperationspartner eine kontaktlose Fahrzeugbesichtigung via Handy-App und Live-Stream eingeführt. Bei bestimmten Schäden (Karosserie/Lack) werden die Digitalisierung und künstliche Intelligenz in Zukunft immer mehr auch zur Schadenbewertung beitragen.“ Der Trend zur Digitalisierung ist auch im Fuhrparkmanagement selbst angekommen, weiß Henning Schick, Director Sales bei der ARI Fleet Germany GmbH. Dafür nutzen deren Kunden gerne die Applikation ARI Insights gepaart mit der Expertise aus dem Management von 85.000 Fahrzeugen. Die Kombination aus digitaler Lösung und erfahrenen Ansprechpartnern (Faktor Mensch) beschreibt er als wesentlichen Vorteil. Durch die Digitalisierung der Prozesse lässt sich die komplette Schadenabwicklung für den Kunden vereinfachen und beschleunigen, verdeutlicht Stephan Maleszka, Geschäftsführer, Car Professional Fuhrparkmanagement und Beratungsges. mbH & Co. KG. „Das beginnt bei der Möglichkeit der digitalen Schadenmeldung für den Fahrzeugnutzer mittels unserer Service-App CPM-UX und führt über die digitale Abwicklung von Werkstattleistungen über unser Online-Portal Servicefreigabe. de bis hin zur Bereitstellung von umfangreichen Online-Schadenreportings in unserem Kundenportal. Anhand dessen behalten unsere Kunden die Schadenentwicklung ihres Fuhrparks stets im Blick und können so entsprechend gegensteuern, beispielsweise, wenn sich bestimmte Schadenarten häufen.“

Junge Unternehmen, die von Anfang an in digitalen Strukturen denken, etablieren sich ebenfalls verstärkt auf dem Markt. Eines davon ist Repair- Fix: „Die Stärke unserer Plattform liegt in der Flexibilität sowie Transparenz und der Kombination aus Automatisierung und analogen Prozessen. Über motum kann der Fuhrparkleiter bei jedem Schaden zu Beginn per Klick individuell entscheiden, ob – und auf Wunsch auch wo – repariert werden soll, je nach Art des Fahrzeugs, Schadens und des Versicherungsschutzes. Ab dieser ersten Entscheidung läuft der Prozess komplett automatisiert ab, der Fuhrparkleiter wird über jeden Schritt in Echtzeit informiert“, erklärt Dr. Moritz Weltgen, CEO & Co-Founder RepairFix. Auch helfen Digitalisierung und dabei künstliche Intelligenz (KI), die Prozesse zu beschleunigen, zu automatisieren und fehlerfrei ablaufen zu lassen. „Unnötige Arbeitsschritte, wie eine Erstbegutachtung in der Werkstatt, können vollständig eliminiert werden. Die Prozesse werden schlanker und schneller und führen so zu mehr direkten und indirekten Kosten- und Zeiteinsparungen. Auch das neuartige KI-basierte Kamerasystem FixiScan hilft, die Kosten weiter zu reduzieren und Prozesse zu beschleunigen, beschreibt Sales Director Germany Lutz Garschagen die Herangehensweise bei Fixico.

Mit einem konsequenten Schadenmanagement lassen sich nicht zuletzt Optimierungen der Versicherungsprämien einleiten. AutoFleetControl (AFC) geht hierbei folgenden Weg, wie Matthias Heußner, Chief Revenue Officer bei der AFC Claims GmbH, ausführt: „Der Startpunkt einer nachhaltigen Reduzierung der Versicherungsprämie liegt in der Wahl der richtigen Versicherungslösung. Durch eine sorgfältige Analyse der Schadendaten und der fuhrparkspezifischen Rahmenbedingungen werden Schäden differenziert und neu gebündelt. Die Frequenzschäden – wie häufig vorkommende Glasoder Lackschäden – werden in die Eigendeckung überführt. Das ermöglicht eine Reduzierung der absoluten Versicherungssteuern sowie Verwaltungskosten der Versicherung. Die Schadenkosten werden in einem erforderlichen zweiten Schritt über unser Schadenmanagement minimiert. Durch unsere langjährige Erfahrung im Schadenmanagement und unser bestehendes Werkstattnetz ermöglichen wir eine Senkung der Schadendurchschnitte um bis zu 22 Prozent. Die Kosten je Schaden können wir auf fünf Dimensionen reduzieren: fest vereinbarte Stundenverrechnungssätze, Instandsetzung statt Erneuern, geringere Mietwagenkosten, stetige und gleichbleibende Reparaturqualität sowie die Reduzierung der Reparaturdauer.“

Nicht nur die Senkung der Schadenkosten, auch die Schadenprävention gehört zum konsequenten Schadenmanagement: „Gute Analysemöglichkeiten sind Grundlage für ein gutes Riskmanagement“, so Patrick Liebetrau, Leiter Schaden- und Rücknahmemanagement bei der FleetCompany GmbH. „Erst wenn die Ursachen bekannt sind, können daraus gezielt Maßnahmen abgeleitet werden, um Schäden zu minimieren. Features wie das Aufzeigen von Schadenhäufigkeiten je Nutzer stehen den Kunden zur Verfügung. Die Ursachen von Schadenentstehungen erarbeiten wir mit ihnen sowie Methoden gezielt dagegen zu steuern. Daraus lassen sich potenzielle Weiterbelastungen an Mitarbeiter bei grober Fahrlässigkeit oder hohen individuellen Schadenquoten ableiten. Darüber hinaus können die Schadenquoten durch präventive Maßnahmen wie die Einführung von Fahrtrainings, Online-Fahrerunterweisungen sowie Anpassungen in der Dienstwagenordnung deutlich gesenkt werden. Ein großer und nicht zu unterschätzender Punkt ist die Bewusstseinsförderung und Sensibilisierung mit dem Umgang des Firmeneigentums.“

Fazit: Beim Schaden ist zunächst einmal direkte und persönliche Hilfe nötig. Vor allen effizient ablaufenden Prozessen braucht die betroffene Person einen Menschen, der sich um sie kümmert. Rainer Hansen, Geschäftsführer der Consense GmbH, bringt es auf den Punkt: „Die Digitalisierung hilft insbesondere mit Blick auf die Transparenz und Vergleichbarkeit der Kennzahlen. Der verstärkte Einsatz von KI kann sicherlich langfristig hier Einsparungspotenziale heben, jedoch den Faktor der menschlichen Empathie nicht vollständig kompensieren.“ Für alles andere entwickeln die Dienstleister hervorragend funktionierende Systeme, die die Anforderungen ihrer Kunden in Zusammenarbeit mit Experten bestens erfüllen.