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Mal eben kurz nach Polen fahren – das mag nicht für alle Menschen attraktiv klingen. Doch unser Nachbarland im Osten ist der Geheimtipp schlechthin. Hier locken zig Städte mit ihren penibel und liebevoll restaurierten Altstadt-Gassen. Ob hanseatische Architektur in Danzig an der See oder Neoklassizismus in der Hauptstadt Warschau – das Land ist reich an Unesco-Weltkulturerbestätten. Gastfreundliche und hilfsbereite Menschen erwarten Touristen verschiedener Couleur – Polen mit seinen bunten Städten wie Breslau, Krakau oder Posen ist ein Urlaubsland durch und durch, auch wenn diese Weisheit nicht so populär ist. Südfrankreich, Italien oder Spanien haben einfach mehr Menschen auf dem Schirm – was der Perle des Ostens nicht gerecht wird. Berühmte Spezialitäten wie Pierogi, Bigos oder das köstliche Kohlgericht Golabki laden außerdem ein, das vielfältige Polen kulinarisch kennenzulernen.

Außerdem ist Polen reich an verschiedenen Landschaften – die See genießen geht ebenso wie Skiaktivitäten in Zakopane – die zugehörige Region ist besser bekannt als Hohe Tatra. Und auch in wirtschaftlicher Hinsicht ist das ehemals sozialistische Land gar nicht unbedeutend. Viele hiesige Autofahrer kennen vermutlich einen polnischen Konzern, ohne es womöglich zu wissen: unser Star- und Orlen-Tankstellennetz. Dahinter steckt die PKN Orlen aus Plock, einer rund 118.000 Einwohner zählenden Stadt in Zentralpolen – immerhin ein Unternehmen mit über 22.000 Mitarbeitern. 

Aktuelle Einreisebestimmungen liefert das Auswärtige Amt. Auch wenn man sich bereits ein bisschen an die Corona-Pandemie gewöhnt hat – die Inzidenzen steigen wieder. Und mit einer Impfquote von 50 Prozent ist Polen eher mittelprächtig unterwegs, was künftige Beschränkungen nicht allzu unwahrscheinlich macht.

Strafen und Pflichten 
Wer nach Polen einreist, dürfte sich zunächst einmal freuen. Denn die Kraftstoffpreise sind mit umgerechnet rund 1,25 Euro je Liter Benzin und 1,19 Euro/Liter Diesel angenehm günstig. Dafür bittet der polnische Staat den Autofahrer für die Benutzung von Autobahnen zur Kasse. Weil die Maut allerdings von mehreren unterschiedlichen Betreibergesellschaften erhoben wird, variieren die Preise. Von Berlin nach Warschau beispielsweise werden etwa 20 Euro fällig, die Strecke von der deutsch-polnischen Grenze nach Krakau belastet das Portemonnaie mit moderaten acht Euro. Vorsicht ist in Polen beim Thema Alkohol geboten – maximal 0,2 Promille sind erlaubt. Bei moderaten Verstößen sind die Strafen mit 145 Euro allerdings erträglich, wer jedoch weiter über den Durst trinkt, kann mit mehreren Tausend Euro belegt werden und wandert im Falle eines Unfallgeschehens sogar ins Gefängnis – aber das liegt ja auch nahe. Tempoüberschreitungen sind in Polen nicht ganz so kostspielig wie in vielen anderen europäischen Ländern – ab 120 Euro bei 50 km/h Übertretung klingen eher nach sanfter Zurechtweisung. Auch das berüchtigte Mobiltelefon am Steuer wird mit 50 Euro Sanktion eher freundlich bestraft.

Der Flottenmarkt 
Wie die Märkte vieler anderer europäischer Länder auch wird Polens Neuwagenmarkt von Firmenaufträgen dominiert – 70 Prozent der Neuzulassungen entfallen auf Gewerbebetriebe. Zu den beliebtesten Automarken in Polen zählen Škoda, Toyota, Volkswagen, Opel und Ford. Dass Škoda auf dem ersten Platz steht, lässt die Verbundenheit zur Ost-Tradition erkennen.

Die Verbrauchsteuer in Polen für Kraftfahrzeuge fällt eher gering aus. Zwar ist es so, dass Elektroautos und Hybride bereits seit rund drei Jahren komplett von der Verbrauchsteuer befreit sind, aber da der Steuersatz für Autos mit einem Hubraum von bis zu 3,5 Litern unter zehn Prozent beträgt, dürfte die Lenkungswirkung gering sein, potenzielle Interessenten zu neuen Antrieben zu bewegen. Allerdings wird die Elektromobilität auch vor Polen nicht Halt machen im Zuge der europäischen Grenzwert-Gesetzgebung.

Es geht auch elektrisch 
Wer sich dazu entscheidet, mit einem batterieelektrischen Auto nach Polen zu fahren, wird nicht zwingend stranden, muss jedoch gut planen. Der polnische Verband für alternative Kraftstoffe (PSPA) kritisiert den noch schleppenden Ausbau der Ladeinfrastruktur. Aktuell gibt es dort lediglich rund 3.000 Ladepunkte. Dabei geht der Verkauf elektrischer Autos durchaus voran – der Zuwachs an BEV gegenüber dem Vorjahr beträgt stolze 150 Prozent. In absoluter Zahl bedeutet das bereits über 6.000 verkaufte E-Autos in den ersten Monaten dieses Jahres. Über 25.000 Elektroautos fahren inzwischen auf Polens Straßen – ein eher geringer Anteil angesichts eines Fahrzeugbestandes von circa 25 Millionen Fahrzeugen.

Wer seine Batterie in Polen schnell wieder füllen möchte, muss sich vor allem an die GreenWay- Stationen halten – der Anbieter hat mittlerweile auch so manche HighPowerCharging-(HPC-)Säule errichtet. Tendenz: steigend.