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Machen wir uns nichts vor, Kraft kommt von Kraftstoff. Dieser Spruch ist so platt wie wahr – und dennoch verliert er aktuell an Gehalt. Denn während man beim Verbrenner für Leistung an der Tankstelle ordentlich bezahlt – vor allem die berühmten Achtzylinder trinken gerne über den Durst – lassen sich E-Motoren recht effizient hochzüchten. Doch es muss beim Plug-in-Hybriden, wie er auch in unserem A6 eingesetzt wird, nicht einmal ein hochgezüchteter Elektromotor sein, sondern überhaupt einer. Beim so genannten 55 TFSI e haben die Ingenieure eine kompakte 143 PS starke permanenterregte Synchronmaschine im Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe integriert. Und das Haupt-Kraftwerk ist nicht etwa ein großvolumiger Achtzylinder, sondern ein bürgerlicher Zweiliter-Vierzylinder mit Spritspar-Potenzial. Allerdings einer, der auch ein ganz ordentliches Kraftpaket darstellt mit 265 PS. Zusammen ergibt sich aus den Triebwerken eine Systemleistung von 367 PS – somit avanciert dieser A6 Avant mit zwei Aggregaten zum Express-Kombi.

Aber noch spannender ist, wie sich der Antriebsstrang in puncto Laufkultur schlägt. Hier müssen die Oberbayern liefern, wenn sie sich in dieser Kategorie schon den Sechszylinder verkneifen – trotz Klimadiskussion immer noch ein prestigeträchtiges Stückchen Motorenbau. Reingesetzt, gestartet und losgefahren. Jetzt genau hinhorchen, vor allem, wenn der Otto zu Höchstform aufläuft. Und ja, man kann den Vierzylinder schon heraushören, aber ob dieser Umstand den Kauf verhindert, darf angezweifelt werden. Am Ende ist es eher der Prestigefaktor. Dass der Hybrid nicht geschmeidig agieren würde, kann man ihm nicht vorwerfen – ganz im Gegenteil. Vor allem witscht das Motorenduo beflissen und ruckfrei durch die Betriebsmodi. Mal eben aus der Elektrostellung per Kickdown volle Leistung bestellen – der TFSI e liefert prompt wie druckvoll. Und der A6 bleibt ziemlich leise, während er binnen 5,7 Sekunden auf Landstraßentempo prescht. Der Punch lässt übrigens auch in höheren Geschwindigkeitsbereichen nicht nach, also eine sportliche Ader hat der Businessklässler durchaus. 

Und eine nützliche. Und eine komfortable. Dass die A6-Väter ihrem Baby ordentlich Langstrecken-Fähigkeit mit auf den Weg gegeben haben, ist ja klare Sache. Demnach blendet der Allradler schlechte Wegstrecken sanft aus und regelt den Rest über anschmiegsame Sessel mit Oberklasse-Charakter. Und sonst? Da wäre noch das Gepäckabteil, das ganz nebenbei mal eben 1.535 Liter schluckt. Ach ja, und die Infotainment-Fans werden logischerweise auch nicht im Stich gelassen mit Anzeige- Fläche, so weit das Auge reicht. Das Kombiinstrument besteht komplett aus Display und gestaltet sich vielfältig konfigurierbar, und das Head-up-Display ist freilich gesetzt. Praktisch ist der untere berührungsempfindliche Screen mit statischer Oberfläche zur Klimasteuerung, während der obere Touchscreen maximal variabel ausfällt und die komplette Menüsteuerung abhandelt. Mit einem Netto-Grundpreis von 60.453 Euro ist der starke PHEV noch förderfähig – Hersteller und Staat geben 5.625 Euro dazu.