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Am Thema Reifenmanagement kommen die Verwaltungen großer Flotten nicht umhin – zwei wichtige Komponenten, die das Thema enthält, sind optische Kriterien vor allem bei Userchooser-Fahrzeugen und natürlich die Sicherheitsrelevanz neuer und qualitativ hochwertiger Reifen. Generell ist das Reifenmanagement durchaus ein relevantes Servicethema, das bei großen Firmen schnell Kapazitäten binden kann.

Vor allem großen Firmen mit mehr als 500 Mitarbeitern ist das Thema Reifen wichtig – mit 56 Prozent ist ihr Anteil der Antworten zu unserer Umfrage gewaltig. Sie haben angesichts der großen Zahl an Dienstwagen natürlich auch alle Hände voll zu tun, um dem Reifenmanagement beizukommen. Doch häufig erledigen diese Aufgabe externe Dienstleister. Dass das Reifenthema ein großer Kostenblock ist und hier Sparpotenzial besteht, kristallisiert sich ebenso heraus. Interessant ist, dass keine der etwa 200 befragten Firmen eine eigene Werkstatt unterhält, wo etwa die saisonalen Reifen gelagert werden. Will also heißen: Fremde Dienstleister stehen bei diesem Thema hoch im Kurs.

Welche Reifen und Felgen User-Chooser wählen, überlassen 42 Prozent der befragten Firmen ihren Mitarbeitern. Das ist vor allem bei Motivationsfahrzeugen auch wichtig, denn Räder sind oft ein ästhetisches Thema und daher Prestigefrage. Dass die Firmen aber auch auf Sicherheit und Qualität bedacht sind, zeigt die Aussage, dass nur A-Brands erlaubt sind, der immerhin 36 Prozent der befragten Unternehmen zustimmen. 21 Prozent der an der Umfrage teilnehmenden Firmen erlauben keine größeren Räder als 18 Zoll – eine Information, die für User-Chooser wissenswert sein dürfte. Einschränkungen hingegen kann es auch von Seiten der Hersteller, der Leasinganbieter oder sonstiger Vertragspartner geben, wie 6 bis 18 Prozent aller befragten Unternehmen bekunden (Grafik 1).

Bei nicht personenbezogenen Fahrzeugen spielen für 41 Prozent der befragten Teilnehmer die Gesamtkosten eine entscheidende Rolle. 34 Prozent achten auf die Verwendung von A-Brands – Qualität und Sicherheit stehen auch hier hoch im Kurs. Energieeffizienz ist immerhin für 22 Prozent der befragten Unternehmen ein Thema, und ebenso viele befragte Fuhrparkleiter berücksichtigen Testergebnisse aus Vergleichstests. Für 12 Prozent der befragten Unternehmen sind Erstausrüster-Marken wichtig. Auch interessant: 22 Prozent der hier berücksichtigten Firmen halten überhaupt keine nicht personenbezogenen Autos in der Flotte (Grafik 2).

Das Thema Informationsbeschaffung ist auch nicht ganz unwichtig für den Fuhrparkmanager; wo bekommt er die richtigen Hinweise und Tipps her, um sein Reifenmanagement effizient, kostengünstig und qualitativ wertig zu halten? Die Hälfte der Befragten schwört auf Fachmagazine, und immerhin 47 Prozent der relevanten Fuhrparkmanager wälzen Vergleichstests. Mit 40 sowie 38 Prozent verlassen sich viele der Fuhrparkmanager aber auch auf die eigenen Erfahrungen oder die der Reifendienstleister. Dagegen sind die neuen EU-Reifenlabels wenig gefragt – sie werden lediglich von 12 Prozent der hier Befragten berücksichtigt (Grafik 3).

Beim Reifenwechsel ist folgendes Kriterium eindeutig: Mit 71 Prozent gibt eine überwältigende Mehrheit an, eine selbst auferlegte Mindestprofiltiefe im Blick zu haben – klar, Sicherheit hat höchste Priorität. Satte 65 Prozent nehmen den saisonalen Reifenwechsel ernst fahren ihre Autos stets entsprechend der Jahreszeit mit Winter- oder Sommerreifen. Immerhin 47 Prozent der Unternehmen halten das Alter der Reifen für ebenfalls wichtig und möchten hier kein Risiko eingehen. Einen selbst festgelegten Laufleistungswert erreichen offenbar die Reifen nur weniger Fahrzeuge, muss man interpretieren – zumindest nennen das nur neun Prozent der befragten Unternehmen als Kriterium, die Pneus auszutauschen (Grafik 4).

Ganzjahresreifen sind ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema, weil der Reifen als Generalist spezifisch nicht so gut performt wie saisonale Reifen. Für manche Anwendungsbereiche ist das aber völlig in Ordnung. Die meisten befragten Flottenleiter lehnen deren Einsatz allerdings ab – nämlich 47 Prozent. Immerhin 26 Prozent sehen in Allwetterreifen kein Problem, sofern sie im Transporter-Bereich eingesetzt werden. Und zwölf Prozent der Befragten beschäftigen sich mit deren potenziellen Einsatz, während ebenso viele sie in der gesamten Flotte bereits einsetzen. 15 Prozent der hier relevanten Unternehmen lassen ihren Nutzern personenbezogener Fahrzeuge zumindest freie Wahl bei dieser Entscheidung. Im Bereich der Servicefahrzeuge sehen ebenfalls zwölf Prozent der Befragten Ganzjahresreifen (Grafik 5).

Das Thema externe Dienstleistung ist im Reifenmanagement hervorstechend, weil es bestimmt, wie viel Management-Kapazität das Unternehmen für den Reifenkomplex aufwenden muss. Die Mehrheit (53 Prozent) vertraut allerdings spezialisierten Reifendienstleistern, nur 23 Prozent der befragten Fuhrparkspezialisten geben das Reifenmanagement an ihr Autohaus ab und lassen hier montieren. Immerhin noch 18 Prozent der Fuhrparkleiter übergeben das Reifenmanagement den festgelegtenDienstleistern, die gemäß Service-Vertrag dafür zuständig sind. Unpopulär sind allgemeine Fahrzeugdienstleister oder gar eigene Werkstätten, wenngleich manche Firmen sie dennoch betreiben (drei Prozent) (Grafik 6).

Recht großer Aufwand ist, die saisonalen Reifen einzulagern – das macht tatsächlich keines der befragten Unternehmen selbst. Hier vertrauen 47 Prozent der befragten Firmen auf den spezialisierten Reifendienstleister; immerhin geben jeweils ein Viertel der Unternehmen an, ihre Reifen bei ihrem Autohaus einlagern zu lassen oder aber beim vertraglich (Full-Service) festgelegten Dienstleister. Allgemeine Dienstleister sind eher unbeliebt – nur drei Prozent der befragten Unternehmen entscheiden sich hierfür.

Spannend ist, welche Unternehmensgrößen sich für die Reifenthematik interessieren beziehungsweise an der Umfrage teilnehmen. Sechs Prozent der befragten Firmen beschäftigen maximal fünf Mitarbeiter, in einem solch eher familiären Umfeld dürfte sich jeder Dienstwagenfahrer eigens um seine Reifen kümmern. Ebenfalls sechs Prozent der hier relevanten Unternehmen sind mit 51 bis 100 Mitarbeitern schon recht groß – groß genug jedenfalls, um bereits Strukturen aufzuweisen, innerhalb derer für bestimmte Fachthemen (darunter zählt auch das Reifenmanagement) gebündelte Kapazitäten bereitgestellt werden. Acht Prozent der Befragten beschäftigen 26 bis 50 Mitarbeiter – hier gibt es womöglich auch noch keinen festen Fuhrparkverantwortlichen. Bei den zwölf Prozent mit bis zu 250 Mitarbeitern sieht das natürlich ganz anders aus im Gegensatz zu den ebenfalls zwölf Prozent der interviewten mit maximal 25 Mitarbeitern. Bei den 56 Prozent der Unternehmen mit mehr als 500 Angestellten kann man davon ausgehen, dass das Reifenmanagement von einem oder mehreren Fuhrpark-Mitarbeitern betreut wird. Und je größer die Firma ist, desto strenger wird sie tendenziell auf die Reifensicherheit achten, denn ein Vorfall kann schnell publik werden und einen erheblichen Image-Schaden verursachen der dann deutlich teurer wird als das zuvor gesparte Geld bei den Reifen.