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Wie ein Sportwagen sieht der Kia Niro nun nicht gerade aus. Wenn man das rechte Pedal durchdrückt, könnte man indes zu einem anderen Schluss kommen. Denn dann setzt sich der Fronttriebler so energisch in Bewegung, dass die Reifen Mühe haben, das Moment zu übertragen. Binnen weniger als acht Sekunden marschiert das vanartige Gefährt auf 100 km/h, und weil der Niro dank nur einer Übersetzungsstufe ansatzlos beschleunigt, fühlt er sich sogar noch druckvoller an. Zweiter Pluspunkt: In dieser Klasse macht der Verbrenner anteilig viel aus am Innengeräuschpegel, und genau diese Lärmquelle fällt ja weg, was den Niro zum betont leisen Gefährt macht. Eines, das übrigens ziemlich geräumig daherkommt und selbst den Passagieren in der zweiten Reihe viel Luft lässt. Demnach sind selbst entfernte Reisen kein Problem, vorausgesetzt, man mutet sich solche Unterfangen mit einem rein elektrisch angetriebenen Fahrzeug zu. An Akkukapazität und Infrastruktur mangelt es jedenfalls ebenso wenig wie an einer veritablen Ladeleistung.

Mit 80 Kilowatt Ladepower an der CCS-Säule schafft man es, die Batterie innerhalb von weniger als einer Stunde von 0 auf 80 Prozent zu bringen, was für mehrere hundert Kilometer Reichweite langt. Und daran ändert sich auch nichts, wenn man kräftig an der umfangreichen Infotainment- Einheit spielt und sämtliche Funktionen auf dem großen Touchscreen testweise einmal durchspielt. In der Praxis muss man nicht immer auf ihn zurückgreifen – so bleibt die Klimaeinheit unter der Kontrolle physischer Schalter, was der Qualität der Fahrzeugbedienung zu Gute kommt. Apropos Qualität. Der Niro überzeugt durch solide Materialverarbeitung und Sitze, die sogar in einem Fahrzeug höherer Positionierung keine Beschwerden hervorrufen würden. Dazu kommt ein geschmeidig abgestimmtes Fahrwerk, um die Passagiere bestmöglich über schlechte Straßen zu führen. Viele Ablagen sowie das stattliche Kofferraumvolumen von über 1.400 Litern verschaffen dem Niro darüber hinaus einen ansehnlichen Nutzwert. 

Bei der Fahrerassistenz hat Kia seine Hausaufgaben ebenfalls erledigt – ein adaptiver Tempomat sorgt frei Haus für stressfreie Momente im Berufsverkehr. Der Regler bremst bis zum Stillstand herunter und erledigt diesen Job recht feinfühlig. Die Ausstattung des Niro (netto 35.958 Euro) fällt ziemlich reichhaltig aus mit Features wie autonomer Notbremsung inklusive Fußgänger-Erkennung, Bluetooth-Freisprechanlage, Navigationssystem, Parksensoren, Rückfahrkamera, schlüsselloses Schließsystem, Sitzheizung, Spurhalteassistent und Verkehrszeichen- Erkennung. LED-Scheinwerfer (832 Euro netto) und Panorama-Schiebedach gegen 1.252 Euro netto – allerdings nicht für die Basis lieferbar – sind die einzigen nennenswerten Extras. Schön auch, dass der Kunde bei Kauf des Niro noch 9.000 Euro Förderung einstreicht und bei der pauschalen Versteuerung von Privatfahrten als Bemessungsgrundlage lediglich ein Viertel des Bruttolistenpreises veranschlagen muss. Günstiger kann man Fahrspaß kaum erleben.