PDF DOWNLOAD

Bei der Auswertung der letzten Flottenmanagement-Onlineumfrage war augenfällig, dass sich vor allem Unternehmen mit Flottengrößen jenseits der 100 Einheiten an der Erhebung beteiligten – mit 57 Prozent war ihr Anteil gewaltig. Diesmal ist die Teilnehmerstruktur anders: 62 Prozent der befragten Firmen betreiben Fahrzeugflotten bis 100 Einheiten. Alleine 20 Prozent der befragten Flottenmanager verwalten Flotten mit lediglich elf bis 25 Fahrzeugen. Somit ist jetzt klar: Digitale Fuhrparkverwaltung schreitet voran – und zwar unabhängig von der Flottengröße.

Interessant ist der Umstand, dass an der Ablehnung von Telematiksystemen nicht zu rütteln ist – jedenfalls scheint das für Personenwagen-Flotten zu gelten. Satte 64 Prozent der Befragten verzichten auf den Einsatz von Telematik, voriges Jahr lehnten immerhin 54 Prozent deren Einsatz ab. Besonders unbeliebt ist die Analyse des Fahrprofils, was nur für sechs Prozent der Teilnehmer in Frage kommt. Dieses Thema berührt immerhin den Datenschutz, der vielen Unternehmen am Herzen liegt. So verwundert es kaum, dass 79 Prozent der Teilnehmer angeben, dass sich ein Datenschutzbeauftragter um den Datenschutz in der Flotte kümmert. In der Umfrage des vorigen Jahres waren das zwar 81 Prozent, allerdings hat sich die Teilnehmerstruktur dieses Jahr deutlich Richtung kleinerer Fuhrparks verändert, und größere Firmen leisten sich tendenziell eher einen Datenschutzbeauftragen. Verwalter von Logistik-Flotten sehen das Thema Telematik naturgemäß anders – hier dürfen Erfassungssysteme an Bord nicht fehlen, die die Disposition ungemein erleichtern.

Sieben Prozent der Teilnehmer organisieren ihre Flotten tatsächlich im Jahr 2021 noch in Papierform. Das Gros der Befragten – nämlich 36 Prozent – nutzt Programme von Softwareunternehmen; dass 16 Prozent der Umfrageteilnehmer ihre Verwaltungssoftware selbst schreiben, mag einerseits auf die Firmengröße schließen – demnach muss das Unternehmen ja über eine leistungsfähige IT-Abteilung verfügen. Beliebt (25 Prozent) ist auch die Excel-Tabelle. Bei der Innovation in der Fuhrparkverwaltung ist jedenfalls noch Luft nach oben.

Dass nur bei vier Prozent der Umfrageteilnehmer die flottenrelevanten Prozesse zu einhundert Prozent digital ablaufen, zeigt, dass trotz steigender Digitalisierung in den meisten Fällen noch zwischenmenschliche Kontakte bestehen, die natürlich auch wichtig sind für die Unternehmenskultur. Doch keine Frage – die Digitalisierung nimmt zu und erfasst neben der reinen Verwaltung auch Peripher-Themen wie beispielsweise Service-Dienstleistungen. Mit 32 Prozent geben ein rundes Drittel der Befragten an, die Hälfte bis 74 Prozent der flottenrelevanten Prozesse digital abzuhandeln.

Die Grafik 3 zeigt denn auch, wie sich die Prozesse aufteilen: So nimmt die Hälfte der Umfrageteilnehmer die Führerscheinkontrolle digital vor; ebenso beliebt (49 Prozent) sind natürlich Abrechnungen von Kraftstoffkosten – das macht Sinn, da viele Anbieter von Tankkarten die Abrechnungen bereits digital aufbereiten. Auch Dinge wie Auftragsverwaltung und Schadenmeldungen können leicht in digitaler Form bearbeitet werden per App auf Smartphone oder Tablet, da in diesem Bereich häufig gute Anwendungen von Softwarefirmen existieren. Nur 27 Prozent der Umfrageteilnehmer setzen auf die digitale Handhabe von Fahrtenbücher.

In diesem Zusammenhang ist die Nutzung mobilitätsbezogener Apps interessant – 43 Prozent der Umfrageteilnehmer führen die Führerscheinkontrolle auf dem mobilen Device durch. An zweiter Stelle (34 Prozent) steht die Nutzung von Applösungen, die der Fahrzeughersteller anbietet. Das macht Sinn, da hier Kosten gespart werden können. Viele Autokonzerne bieten ja Systeme an, mit deren Hilfe viele Fahrzeugparameter erfasst werden können von banalen Dingen wie dem aktuellen Kraftstofffüllstand oder Ladezustand bis hin zu Ortungsdiensten. Auch Leasing-Gesellschaften haben diverse Apps im Angebot – immerhin 19 Prozent der Befragten nehmen diese in Anspruch.

Interessant ist, dass die Pandemie bei über der Hälfte (56 Prozent) der befragten Unternehmen keine Änderungen in der digitalen Flottenverwaltung hervorgerufen hat – einerseits ein Zeichen dafür, dass viele Firmen bereits versiert mit digitalen Möglichkeiten umgehen. Dennoch ist diesbezüglich Luft nach oben. So geben 23 Prozent der Umfrageteilnehmer an, jetzt einige Prozesse digitalisiert zu haben. Und 21 Prozent der Interviewpartner sagen, dass ein Großteil der Fuhrparkmanagementprozesse im Zuge der Pandemie digital ablaufen können – ein deutlicher Indikator dafür, dass Covid-19 ein Treiber der Digitalisierung in der Flotte ist.

Telematik ist zwar unbeliebt, aber wenn sie zum Einsatz kommt, dann vor allem im Zusammenhang mit Fahrzeug-Tracking – wichtig für Logistikunternehmen. Allerdings setzen 64 Prozent der Umfrageteilnehmer, und damit eine große Mehrheit, keine Telematik ein.

Jene Fuhrparkbetreiber mit Hang zur Telematik greifen sehr häufig auf spezialisierte Drittanbieter zurück (35 Prozent). Doch auch bei dieser Fragestellung geben 52 Prozent der Umfrageteilnehmer an, auf Telematik zu verzichten, das ist eine satte Mehrheit.

Kein Wunder, denn Telematik ist datenschutzsensibel, und nur zwei Prozent der Befragten geben an, keinen Datenschutzverantwortlichen zu haben, was auf den Stellenwert von Datenschutz schließen lässt.

Dass die Fuhrparkverwaltung immer öfter digital organisiert werden wird, ist ganz klar Konsens. So sagen satte 81 Prozent der Umfrageteilnehmer, das Flottenmanagement werde in Zukunft vermehrt oder sogar ausschließlich digital erfolgen. Nur zehn Prozent sind der Meinung, das sei nicht der Fall. Neun Prozent halten sich mit Prognosen zurück.

Fazit: 
Fakt ist, die Digitalisierung im Flottenbereich ist auf dem Vormarsch. Schön zu sehen daran, dass bereits rund die Hälfte der hier befragten Personen (Grafik 3) das Kraftstoffmanagement digital vollzieht. Konsens herrscht auch darüber, dass die Covid-19-Pandemie klar Treiber der digitalen Handhabe im Flottenbereich ist (siehe Grafik 5). Dass der Datenschutz insbesondere in Deutschland eine große Rolle spielt, sieht man beim Thema Telematik. Wie sich auch schon in der Online-Umfrage letztes Jahr gezeigt hat, ist Telematik ein datenrechtlich anspruchsvolles Thema. Auch der Betriebsrat muss hier überzeugt werden, was er nur wird, wenn die Telematik dem Unternehmen dient und es Sachgründe für ihren Einsatz gibt. Hierzu darf niemals die Überwachung der Fahrer gehören. Interessanterweise geben sieben Prozent der Befragten an, ihre Autos noch auf Papier zu organisieren – das ist exakt so viel wie 2020 auch. Demnach bleibt es spannend, wie viele Jahre noch ins Land gehen müssen, um diesen kleinen Rest der verbliebenen „Analog“-Fuhrparks auch noch zu digitalisieren.