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Flottenmanagement: Auf Ihrer Website wird man mit dem Slogan „Digitale Services für die Mobilität von morgen“ begrüßt. Können Sie kurz beschreiben, was es damit auf sich hat und welche digitalen Services RepairFix bietet?

Dr. Moritz Weltgen: Wir sind überzeugt davon, dass die zukünftige Mobilität vor allem von Flotten geprägt sein wird und diese vor allem effiziente wie auch transparente Schaden- und Wartungsprozesse benötigen. Gerade bei Logistik, Serviceflotten und Mobilitätsanbietern kosten Fahrzeuge, die nicht einsatzbereit sind, bares Geld.

Unser Ziel ist es, über unsere Plattform motum eine effektive sowie effiziente Steuerung des Fuhrparks zu ermöglichen und damit einen wirklich großen Mehrwert zu schaffen. Wir bieten mit motum eine digitale Lösung, um Karosserie- und Lackschäden, Glasreparaturen, Reinigung sowie Wartung und Service im Fuhrpark effizient zu koordinieren.

Flottenmanagement: RepairFix versteht sich als Tech-Unternehmen. Für welche Werte steht RepairFix und wie hat sich das Unternehmen seit der Gründung entwickelt?

Dr. Moritz Weltgen: Wenn man unsere tägliche Arbeit mit einem Wort zusammenfasst, wäre es „absolute Kundenzentrierung“. Für uns steht der Kunde mit seinen Herausforderungen im Fokus. Das heißt auf der einen Seite, dass wir keine Neuentwicklung beginnen, wenn für diesen Anwendungsfall kein Bedarf am Markt besteht. Auf der anderen Seite bedeutet es aber auch, dass der Kunde uns ehrlich und direkt Feedback geben und Ideen einbringen kann, die wir dann in der Produktentwicklung berücksichtigen. Wir verkaufen nicht nur eine Software, sondern bei uns hat jeder Kunde seinen direkten Ansprechpartner, der ihn dabei unterstützt, den größten Nutzen aus unserer Lösung zu ziehen.

Flottenmanagement: Ihre Vision ist es, in der neuen Mobilitätswelt mit motum der zentrale Ansprechpartner für alle Art von Servicebelangen zu sein und damit einen Beitrag zur Mobilitätswende zu leisten. Was verbirgt sich hinter motum und welchen Nutzen hat es für Fuhrparkbetreiber sowie Dienstwagenberechtigte?

Dr. Moritz Weltgen: Man kann motum als digitale Kommunikationsplattform für alle Belange in den Bereichen Schaden und Wartung am Fahrzeug beschreiben, worüber Flotten und Servicepartner miteinander interagieren können. Die Intention dahinter ist, den Zustand der Flotte jederzeit zu kennen und über den digitalen Weg die Verfügbarkeit des Fuhrparks zu maximieren. Die Plattform motum ist von Anfang an so konzipiert, dass sie sich sowohl auf Fuhrpark- als auch Werkstattseite in bereits vorhandene IT-Lösungen integrieren lässt.

Natalie Kolb: Für eine Plattform spielen natürlich beide Seiten gleichermaßen eine Rolle: Denn oftmals finden sich aufseiten der Flotte wie auch des Servicepartners bereits vorhandene IT-Strukturen wieder. Es ist unser Anliegen, mit unserer Lösung nicht noch mehr Aufwand zu erzeugen, sondern uns in einfachster Weise in die Prozesse zu integrieren und hierüber Mehrwert zu generieren. Auf Werkstattseite haben wir Integrationen zu den gängigen DMS-Systemen, in die der Kundenauftrag importiert werden kann. Zudem haben wir Integrationen zu etablierten FuhrparkmanagementSoftwareanbietern, um dem Fuhrparkleiter alle Informationen auf einen Blick zur Verfügung zu stellen. Letztlich ist es unser Ziel, allen Beteiligten im Prozess Zeit zu sparen und die Kosten in der Abwicklung nachhaltig zu reduzieren.

Flottenmanagement: Insbesondere Flottenverantwortliche werden fast tagtäglich mit Schäden an Fahrzeugen konfrontiert. Wie sieht der Prozess der Schadenbearbeitung in einem Unternehmensfuhrpark häufig aus? Wie können Sie diesen Prozess digitalisieren und den Fuhrparkbetreibern somit Arbeit abnehmen?

Dr. Moritz Weltgen: Heute gibt es für Fuhrparkverantwortliche meist zwei Optionen: die Schäden selbst manuell bearbeiten und mithilfe einer Excel-Liste die Übersicht behalten oder alles an einen externen Schadenmanager auslagern.

Wir bieten unseren Kunden eine hohe Flexibilität. Die Automatisierung und Digitalisierung unserer Lösung bringt eine größere Ersparnis sowohl auf der Kosten- als auch auf der Prozessseite mit sich. Unsere Kunden sind auf der einen Seite Fuhrparks, die selbst sehr aktiv im Fuhrparkmanagement unterwegs sind und im Grunde eigentlich auch alles selbst machen wollen. Das ist über unsere Software motum einfach und transparent möglich.

Auf der anderen Seite stehen wiederum die Fuhrparks, denen im Prinzip ein klassisches Reporting in Kombination mit einer gesicherten Reparaturqualität zu kontrollierten Preisen reicht. Dort agieren wir dann als Full-ServiceSchadenabwickler, der viele Prozessschritte von der digitalen Meldung des Schadens über die Terminfindung mit der Werkstatt per Smartphone bis hin zur Prüfung der Kostenvoranschläge (KVA) und Rechnungen digitalisieren und automatisieren kann. Innerhalb dieser Spannbreite können wir dann über Zusatzservices individuell die Anforderungen bezüglich des Schadenmanagements nachkommen.

Natalie Kolb: Unser primäres Interesse liegt darin, auf eine einfache Art und Weise den administrativen Aufwand sowohl für Fuhrparkveranwortliche als auch alle Beteiligten zu reduzieren. Ob es zu einer Reparatur kommt oder nicht, ist für uns sekundär. Unser Geschäftsmodell ist somit transparent und einfach verständlich.

Flottenmanagement: Könnten Sie in einem typischen Szenario beschreiben, wie eine Schadenbearbeitung mittels motum von der Meldung des Schadens über die Einsteuerung in den Reparaturprozess bis zur Rechnungsstellung abläuft?

Natalie Kolb: Ich möchte dies am Beispiel der Diakonieund Sozialstation Ludwigsburg veranschaulichen. Die motum WebApp im Design des Kunden ist auf den Tourenhandys gespeichert. Die Mitarbeiter/-innen werden mittels eines intuitiven Prozesses angeleitet, Schäden, Wartungsbedarfe oder Warnleuchten zu melden und den Zustand des Fahrzeugs per Foto zu dokumentieren. Frau Herrmann erhält als Fuhrparkverantwortliche eine Benachrichtigung per E-Mail und kann die Meldungen im Web-Portal einsehen. Im nächsten Schritt wird entschieden, wie mit dem Schaden weiter verfahren wird. Entschließt sie sich zu einer Reparatur, kann sie über unser Portal einen beliebigen Servicepartner auswählen. Es können auch einfach bestehende Werkstattpartner der Kunden in den Prozess eingebunden werden. Die Werkstatt erhält dann eine E-Mail mit Zugang zu allen notwendigen Informationen zum Fahrzeug und zum Schaden. Auf Grundlage dieser Daten sowie der qualitativ hochwertigen Fotos des Schadens, ist es den Werkstätten in bereits 80 Prozent der Fälle möglich, einen ersten KVA zu erstellen. Nachdem der KVA von RepairFix-Partnern geprüft wurde, kann Frau Herrmann diesen zur Reparatur freigeben. Der Fuhrparkmitarbeiter erhält digital von der Werkstatt drei Terminvorschläge, welche per Smartphone bestätigt werden können. Im Portal aktualisiert die Werkstatt bei Reparaturbeginn und -ende den Status des Auftrags. Somit haben sowohl die Fuhrparkverantwortlichen als auch die Fahrer Transparenz bezüglich der Fertigstellung. Sobald die Reparatur beendet wurde, lädt die Werkstatt die Rechnung hoch, die dann an die relevanten Stellen weitergeleitet, geprüft und bearbeitet wird.

Flottenmanagement: RepairFix ist nun seit fast zwei Jahren auf Wachstumskurs und hat große Ziele. Welche Bedeutung hat Ihr bisheriger Erfolg, aber auch das Kundenfeedback für Sie?

Natalie Kolb: Sowohl positives als auch kritisches Kundenfeedback hat bei uns einen enor-men Stellenwert. Um wieder auf das Beispiel der Diakonie- und Sozialstation Ludwigsburg zurückzukommen: Für uns ist es entscheidend, dass nicht nur das Fuhrparkteam unsere Lösung gut findet, sondern auch die Fahrer die Lösung als Mehrwert ansehen und im Arbeitsalltag gerne nutzen. Denn am Ende entscheidet der praktische Nutzen über den Erfolg der Lösung.

Dr. Moritz Weltgen: Das bisherige Kundenwachstum sehen wir als eine Belohnung für die Arbeit als Team an. Es zeigt gleichzeitig, dass wir uns mit unseren Lösungen auf dem richtigen Weg befinden. Auch vom Markt werden unsere Idee und die Umsetzung gesehen und anerkannt. Neben einigen Auszeichnungen wird auch viel in der Presse über uns berichtet. Zum Beispiel wurde RepairFix zuletzt in einem Bericht einer großen Research-Agentur über die Zukunftsplayer im automobilen Aftermarket als nutzerfreundliches und innovatives Best-Practice Beispiel prämiert. Wir sind überzeugt, dass der Spielraum für digitale Lösungen und Prozesse im AutomotiveAftermarket noch sehr groß ist und wir gemeinsam mit unseren Partnern und Kunden einen nachhaltig positiven Einfluss haben werden.