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Wer Anfang des Jahrtausends bei Ford nach einem richtig properen Sechszylinder fragte, dürfte ein Explorer-Prospekt in die Hand gedrückt bekommen haben. Der damalige Vierliter klang hemdsärmelig, das Fahrwerk war es auch. Und an der Tankstelle gab es eine Rechnung, die ein vier Liter großer Benzinmotor eben so produzierte. Und jetzt ist er plötzlich wieder da, der Explorer. Groß, amerikanisch und immerhin noch mit einem Dreiliter-V6, aufgeladen – mitten in der intensiven CO2-Debatte ein kleines Wunder. Doch da ist noch eine Kleinigkeit, die alles verändert: der Elektrobaustein in der Antriebseinheit. Unter dem Blech des 5,05 Meter-Riesen steckt nämlich neben dem potenten Benziner noch ein 102 PS starker E-Motor samt 13,6 kWh-Stromspeicher. Als Systemleistung nennt Ford satte 456 PS, und damit wird das große SUV zum Sportler seines Segments. Andererseits hält sich der Verbrauch im Zaum, sofern man die Batterie auch fleißig lädt – dann können große Geländewagen tatsächlich auch umweltfreundlich unterwegs sein. Auf zur Probefahrt.

Unmittelbar nach dem Entern des Explorer merkt der User, dass der Offroader auch in puncto Infotainment hohe Ansprüche erfüllt. Nicht nur, dass das Kombiinstrument aus TFT-Anzeigefläche besteht, die Mittelkonsole ziert ein hochkant eingezogener Touchscreen mit üppigen 26 Zentimetern Diagonale. Was der Explorer aber vor allem kann, ist üppiges Raumangebot zur Verfügung stellen – kein Wunder natürlich bei den Abmessungen. Die lassen demnach auch die Möglichkeit zu, zwei Personen in einer dritten Reihe unterzubringen. Für Gepäck bleibt übrigens Volumen im Äquivalent von 2.274 Litern – damit gehört der Explorer definitiv zu den ganz nützlichen automobilen Offerten. Und zu den komfortablen mit seinen moderat abgestimmten Dämpfern, die ihn trotz 20-Zoll-Räder flauschig über Bodenwellen rollen lassen. Klimatisierte Sitze mit zusätzlicher Massagefunktion lassen die Passagiere auf der Langstrecke angemessen verweilen – natürlich aufpreisfrei. So langsam wächst natürlich die Neugierde auf das Fahren.

Ob der Benziner von Beginn an startet, hängt von diversen Außenfaktoren und dem Batterieladezustand an – aber wenn er anläuft, dann klingt er sonor und bassig, weckt Emotionen. Noch mehr Emotionen kommen ins Spiel, wenn der Explorer freien Lauf hat. Dann schieben ihn die beiden Triebwerke mit vereinten 457 PS so brachial an, dass unbedarfte Beifahrer entweder verzückt und panisch dreinschauen – nach sechs Sekunden steht Landstraßentempo laut Hersteller. Gefühlt setzt sich der Ford aber noch vehementer in Bewegung, was offenbar am bulligen und vor allem früh einsetzenden Drehmoment der E-Maschine liegt. Die Zugkraft des Verbrenners wird per Zehngang- Automatik gesplittet, um auch hier effizient unterwegs zu sein. Mit 63.865 Euro netto ist der Ford Explorer angesichts dessen, was er bietet, geradezu wohlfeil. Außerdem wird er ja noch mit 5.625 Euro gefördert, was das Modell attraktiv macht. Alle erdenklichen Assistenz- und Sicherheitssysteme sind beim Explorer ebenso serienmäßig wie viele Komfortfeatures sowie das große Panorama-Glasdach.